Vivitar, ursprünglich 1938 von den deutschen Emigranten Max Ponder und John C. Best als Ponder & Best in Hollywood gegründet, begann als Vertrieb für Fotoausrüstung. Zunächst importierte das Unternehmen Produkte aus Europa, nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Fokus auf den Import von Kameras und fotografischem Zubehör aus Japan. Ponder & Best spielten eine Rolle bei der Einführung von Marken wie Mamiya und Olympus auf dem amerikanischen Markt.
In den frühen 1960er Jahren führte das Unternehmen die Eigenmarke “Vivitar” ein, um mit den großen Objektivherstellern zu konkurrieren. Die Strategie bestand darin, Objektive von japanischen Herstellern wie Kino Precision (später Kiron) und Tokina nach eigenen Spezifikationen produzieren zu lassen. Ein wichtiger Schritt war die Einführung von Objektiven mit Wechselbajonetten wie dem T2-Anschluss, was dem Fotohandel eine vereinfachte Lagerhaltung ermöglichte. Mit der Verbreitung der Springblendenautomatik wurden jedoch zunehmend kameraspezifische Anschlüsse notwendig.
In den 1970er Jahren erlangte Vivitar mit der “Series 1”-Objektivreihe große Anerkennung. Diese computerdesignten Objektive wurden zu günstigeren Preisen als die der Kamerahersteller angeboten. Modelle wie das 70-210mm Zoomobjektiv und das 90mm f/2.5 Makroobjektiv wurden besonders bekannt. Neben Objektiven umfasste das Produktportfolio auch Blitzgeräte; das Modell Vivitar 283, eingeführt um 1972, entwickelte sich zu einem weit verbreiteten Blitzgerät für professionelle Fotografen und Amateure. In dieser Zeit brachte Vivitar auch eigene 35-mm-Filmkameras auf den Markt, die von Herstellern wie Cosina gefertigt wurden.
1979 änderte das Unternehmen seinen Namen in Vivitar Corporation. Nach dem Tod der Gründer wechselte das Unternehmen mehrfach den Besitzer. 1985 wurde Vivitar von Hanimex übernommen, gefolgt von einer Übernahme durch Gestetner im Jahr 1990. Unter neuer Führung verlagerte sich der Schwerpunkt von hochwertigen Objektiven und Blitzgeräten auf Kompaktkameras für den Massenmarkt, sogenannte Point-and-Shoot-Kameras. Modelle wie die 440 PZ und 470 PZ boten Automatikfunktionen wie Autofokus, automatische Belichtung und integrierten Blitz.
Der Wandel zur Digitalfotografie und eine Reihe von Besitzerwechseln stellten das Unternehmen vor große Herausforderungen. Nach der Insolvenz des Mutterkonzerns Syntax-Brillian im Jahr 2008 wurde die Marke Vivitar sowie das geistige Eigentum an Sakar International verkauft. Das eigentliche Unternehmen Vivitar wurde aufgelöst, die Marke wird jedoch von Sakar weiter für diverse Elektronikprodukte, darunter auch Digitalkameras, genutzt.




























