Die Vivitar V4000 ist eine kompakte und leichte Spiegelreflexkamera (SLR) für das 35mm-Kleinbildformat aus den 1990er Jahren. Sie zeichnet sich durch eine TTL-Belichtungsmessung (Through-The-Lens) bei voll geöffneter Blende aus, die dem Fotografen eine präzise Belichtungssteuerung ermöglicht.
Die Bedienung ist darauf ausgelegt, hochwertige Fotografie zu vereinfachen, indem die korrekte Belichtung durch eine grüne LED im Sucher signalisiert wird. Fokussierung und Belichtungseinstellung erfolgen manuell, was dem Benutzer volle Kontrolle über das Bildergebnis gibt.
Die Kamera wurde von der Firma Cosina in Japan gebaut für die Marke Vivitar gebaut. Es gab noch eine Version mit Selbstauslöser unter dem Namen “Vivitar V4000s“.
Objektiv
Die Vivitar V4000 verwendet einen Objektivanschluss vom Typ Pentax “K”. Dies bedeutet, dass sie mit einer Vielzahl von Objektiven kompatibel ist, die diesen weit verbreiteten Anschluss nutzen.
Als Beispiel verwendete Objektiv ist ein Vivitar 50 mm mit einer maximalen Blendenöffnung von f/1.9 und einem Filtergewinde von 49mm.
Objektive werden manuell fokussiert. Der Fotograf nutzt dazu den Fokussierring am Objektiv.
Die Kamera unterstützt die Scharfstellung durch verschiedene Methoden, die im Sucher sichtbar sind: Ein Schnittbildindikator in der Mitte des Sucherbildes zeigt zwei Bildhälften, die bei korrekter Fokussierung deckungsgleich sind. Um diesen zentralen Punkt herum befindet sich ein Mikroprismenring, der bei Unschärfe ein flimmerndes Bild erzeugt, das bei korrekter Schärfe klar wird. Zusätzlich kann die Schärfe auf der gesamten Mattscheibe des Suchers beurteilt werden, wobei das Bild bei korrekter Einstellung am schärfsten erscheint.
Eine explizite Zonenfokusfunktion ist nicht integriert, jedoch verfügen K-Bajonett-Objektive typischerweise über eine Tiefenschärfeskala (Depth-of-field Scale) und eine Entfernungsskala (Distance Scale). Diese Skalen ermöglichen es dem Fotografen, den Schärfebereich bei einer bestimmten Blende und Fokuseinstellung abzuschätzen und somit auch eine Form des Zonenfokus anzuwenden.
Die Brennweite und Lichtstärke hängen vom jeweils angesetzten Objektiv ab, wobei das Beispielobjektiv eine Standardbrennweite von 50mm und eine hohe Lichtstärke von f/1.9 aufweist. Die Blende wird über den Blendenring (Aperture Ring) direkt am Objektiv eingestellt.
Belichtungseinstellungen
Die Vivitar V4000 verfügt über ein TTL-Belichtungsmesssystem, das die Helligkeit des durch das Objektiv einfallenden Lichts bei voll geöffneter Blende misst. Die Messcharakteristik ist mittenbetont (Center weighted), was bedeutet, dass der mittlere Bereich des Bildfeldes bei der Messung stärker gewichtet wird.
Der Belichtungsmesser wird aktiviert, indem der Auslöser leicht angedrückt wird, vorausgesetzt, der Filmtransporthebel befindet sich in der Bereitschaftsposition (leicht nach außen geklappt).
Im Sucher werden dem Fotografen die Messergebnisse über drei LEDs angezeigt: Eine rote ‘+’ LED signalisiert Überbelichtung, eine grüne ‘O’ LED zeigt die korrekte Belichtung an (Zero method), und eine rote ‘-‘ LED warnt vor Unterbelichtung. Leuchten sowohl die grüne ‘O’-LED als auch eine der roten LEDs gleichzeitig, deutet dies auf eine geringfügige Über- oder Unterbelichtung hin, die Aufnahme ist aber meist noch möglich.
Der empfohlene Messbereich der Kamera bei ISO 100/21° reicht von EV 2 (entspricht f/2 bei 1 Sekunde) bis EV 19 (entspricht f/16 bei 1/2000 Sekunde).
Die Kamera bietet keine automatischen Belichtungsmodi, die Einstellung erfolgt manuell, wobei zwei Prioritäten denkbar sind:
Bei der Zeitpriorität wählt der Benutzer zuerst die gewünschte Belichtungszeit am Verschlusszeitenrad (Shutter Speed Dial) und passt dann die Blende am Objektivring an, bis die grüne ‘O’-LED im Sucher leuchtet.
Bei der Blendenpriorität wählt der Benutzer zuerst die gewünschte Blende am Objektiv und stellt dann die passende Verschlusszeit am Rad ein, bis die ‘O’-LED aufleuchtet.
Der Verschluss ist ein mechanischer Metall-Schlitzverschluss, der vertikal abläuft. Er bietet Belichtungszeiten von 1 Sekunde bis 1/2000 Sekunde sowie eine “B” (Bulb) Einstellung für Langzeitbelichtungen, bei der der Verschluss so lange geöffnet bleibt, wie der Auslöser gedrückt wird.
Die Verschlusszeiten werden über das Verschlusszeitenrad oben auf der Kamera eingestellt. Es ist wichtig, dass das Rad auf einer der markierten Zeiten einrastet, da Zwischenstellungen zu Fehlbelichtungen führen. Die Blendenwerte werden über den Blendenring am Objektiv eingestellt und sind abhängig vom verwendeten Objektiv (z.B. f/1.9 bis f/16 beim Beispielobjektiv).
Blitzsystem
Die Vivitar V4000 ist mit einem Blitzschuh (Hot Shoe) mit Mittenkontakt (X-Kontakt) ausgestattet. Dieser ermöglicht den direkten Anschluss eines externen Blitzgerätes ohne zusätzliches Synchronkabel. Es gibt aber auch noch eine Synchrobuchse, diese fehlt aber allerdings bei manchen Modellen.
Die Blitzsynchronisation erfolgt bei Verschlusszeiten von 1/125 Sekunde oder länger. Kürzere Verschlusszeiten können nicht mit Blitz verwendet werden, da der Verschluss nicht vollständig geöffnet wäre, wenn der Blitz auslöst.
Um mit Blitz korrekt zu belichten, muss die Verschlusszeit auf 1/125 s oder eine längere Zeit eingestellt werden. Die passende Blende wird manuell am Objektiv eingestellt, basierend auf der Leitzahl (G.N. – Guide Number) des Blitzgerätes, der eingestellten Filmempfindlichkeit und der Entfernung zum Motiv.
Zusätzliche Funktionen
Die Kamera besitzt an der Unterseite ein Standard-Stativgewinde (Tripod Socket) für die Montage auf einem Stativ, was besonders bei Verwendung der “B”-Einstellung, langen Belichtungszeiten oder Teleobjektiven empfohlen wird.
Weitere Merkmale umfassen die bereits erwähnte Tiefenschärfeskala am Objektiv und eine spezielle Infrarot-Fokusmarkierung (ein roter Punkt oder Strich auf der Tiefenschärfenskala) zur Korrektur der Fokuseinstellung bei Infrarotaufnahmen mit entsprechendem Filter.
Der Sucher ist ein Dachkant-Prismensucher (Eye-level finder with pentaprism) mit einer Sucherbildvergrößerung von 0.86x (bei 50mm Objektiv auf unendlich) und zeigt 93% des tatsächlichen Bildfeldes horizontal und vertikal.
Eine Sicherheitsmechanik verhindert unbeabsichtigte Doppelbelichtungen oder das Weitertransportieren des Films über mehr als ein Bild. Der Auslöser ist blockiert, wenn der Filmtransporthebel eingeklappt ist, um versehentliches Auslösen zu verhindern.
Ein kleines Fenster (Film Transport Indicator Window) neben dem Rückspulknopf zeigt durch Rotation an, ob der Film korrekt transportiert wird. Das Bildzählwerk (Frame Counter) zählt die aufgenommenen Bilder aufsteigend und stellt sich automatisch auf ‘S’ (Start) zurück, wenn die Kamerarückwand geöffnet wird.
Abmessungen und Gewicht
Die Abmessungen der Vivitar V4000 betragen 138 mm (Breite) x 88 mm (Höhe) x 58 mm (Tiefe). Das Gewicht des Kameragehäuses allein (ohne Objektiv und Batterien) liegt bei 370 Gramm. Diese Werte unterstreichen den kompakten und leichten Charakter der Kamera für eine SLR ihrer Klasse.
Stromversorgung
Die Vivitar V4000 benötigt für den Betrieb des Belichtungsmesssystems Strom. Die Energieversorgung erfolgt durch zwei 1,5V Knopfzellen. Es können entweder LR44 Alkali-Mangan-Batterien (Amazon*) oder SR44 Silberoxid-Batterien (Amazon*) verwendet werden.
Die Batterien sind nicht im Lieferumfang enthalten. Sie werden in das Batteriefach an der Unterseite der Kamera eingelegt, wobei darauf zu achten ist, dass die positiven (+) Pole beider Batterien zur Abdeckung des Fachs zeigen.
Die Kamera selbst funktioniert auch ohne Batterien rein mechanisch (Verschlusszeiten, Filmtransport), jedoch ist dann keine Belichtungsmessung möglich.
Der Batteriezustand kann überprüft werden, indem man den Filmtransporthebel in Bereitschaftsstellung bringt, den Auslöser leicht andrückt und in den Sucher blickt. Leuchtet eine der drei LEDs (+, O, -) auf, ist die Batteriespannung ausreichend. Leuchtet keine LED, müssen die Batterien ersetzt oder korrekt eingelegt werden.
Filmempfehlungen
Die Vivitar V4000 verwendet Standard-35mm-Film (Kleinbildfilm) im Format 24 x 36 mm.
Die Filmempfindlichkeit muss manuell an der Kamera eingestellt werden. Dies geschieht über den Filmempfindlichkeits-Einstellring (Film Speed Setting Ring), der sich um den Rückspulknopf befindet. Der einstellbare Bereich reicht von ISO 25/15° bis ISO 3200/36° in 1/3-Stufen.
Die Kamera verfügt über keine automatische DX-Code-Erkennung; der ISO-Wert des eingelegten Films muss also immer manuell über den Einstellring entsprechend den Angaben auf der Filmverpackung eingestellt werden.
Ein guter Film für Schwarzweißbilder ist der Ilford Delta 100 (Amazon*). Schöne Farbbilder lassen sich mit dem Kodak Ektar 100 (Amazon*) machen.
Die Anzahl der Bilder pro Filmrolle (typischerweise 24 oder 36 Aufnahmen) hängt vom gekauften Film ab und wird vom Bildzählwerk der Kamera angezeigt.
Kurzanleitung zur Bedienung
Die grundlegende Bedienung der Vivitar V4000 gestaltet sich wie folgt:
Zuerst werden die Batterien (2x LR44 oder SR44) korrekt eingelegt und gegebenenfalls deren Zustand geprüft.
Anschließend wird der 35mm-Film eingelegt: Rückwand öffnen (durch Anheben des Rückspulknopfs), Filmpatrone einsetzen, Filmzunge in die Aufwickelspule einfädeln und sicherstellen, dass die Perforation greift.
Nach dem Schließen der Rückwand wird der Film mittels Filmtransporthebel und Auslöser bis zur Bildnummer ‘1’ vorgespult. Nun muss die Filmempfindlichkeit (ISO/ASA-Wert) des eingelegten Films am Einstellring eingestellt werden.
Für die Aufnahme wird der Filmtransporthebel in die Bereitschaftsposition (leicht nach außen geklappt) gebracht. Durch den Sucher blickend wird das Motiv anvisiert und mittels Fokussierring am Objektiv scharfgestellt (Schnittbild, Mikroprismen oder Mattscheibe).
Danach wird entweder die gewünschte Belichtungszeit am Verschlusszeitenrad oder die gewünschte Blende am Blendenring des Objektivs vorgewählt. Durch leichtes Antippen des Auslösers wird die Belichtungsmessung aktiviert.
Nun wird die jeweils andere Einstellung (Blende oder Zeit) so lange angepasst, bis die grüne ‘O’-LED im Sucher aufleuchtet.
Ist die korrekte Belichtung eingestellt und das Bild komponiert, wird der Auslöser vollständig durchgedrückt, um das Foto aufzunehmen. Für die nächste Aufnahme wird der Filmtransporthebel betätigt.
Ist der Film voll, wird der Filmtransport schwergängig. Nun wird der Rückspulknopf an der Kameraunterseite gedrückt und der Film mit der Rückspulkurbel vollständig in die Patrone zurückgespult. Danach kann die Rückwand geöffnet und der Film entnommen werden. Dies sollte stets im Schatten oder gedämpftem Licht erfolgen.
Technische Daten
| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| Kameratyp | Spiegelreflexkamera |
| Filmformat | 35mm / Kleinbild |
| Filmtransport | Manuell |
| Film-Transportmechanismus | Schnellspannhebel |
| Bildformat | 24 mm x 36 mm |
| Objektivanschluss | Pentax K Bajonett |
| Fokus | Manuell |
| Verschlusszeiten | 1/2000 Sekunde bis 1 Sekunde, Bulb |
| Bulb-Modus | Ja |
| Belichtungsmesser | Ja |
| Unterstützte Filmempfindlichkeiten | ISO 25 bis 3200 |
| Belichtungsmodi | Zeitautomatik, Blendenautomatik, manueller Modus |
| DX-Erkennung (Automatische Filmempfindlichkeit) | Nein |
| Datumseinbelichtung | Nein |
| Doppel- und/oder Mehrfachbelichtungsfunktion | Nein |
| Eingebauter Blitz | Nein |
| Blitzanschluss | Hot Shoe, PC-Flash-Anschluss |
| Blitzsynchronzeit | 1/125 s |
| Stativgewinde | Ja |
| Kabelauslösergewinde | Ja |
| Selbstauslöser | Nein |
| Anschluss für Kameragurt | Ja |
| Stromversorgung | 2x LR44-Batterien |
| Größe | 13,8 x 8,8 x 5,8 cm |
| Maße in Zoll | 5.43 x 3.46 x 2.28 zoll |
| Gewicht | 370 Gramm |
| Produzent | Cosina |
| Produktionsland | Japan |
| Geschätzter Wert / Gebrauchtpreis | 51,76 Euro Schätzung basierend auf Gebrauchtpreisen von 3 Angeboten (ggf. mit unterschiedlichem Lieferumfang und/oder Zustand). Stand 23.3.2026 |