Rodinal ist ein Name, den jeder Fotografieliebhaber kennt, insbesondere diejenigen, die sich mit analoger Fotografie beschäftigen. Rodinal ist einer der ältesten und am weitesten verbreiteten Schwarz-Weiß-Filmentwickler der Welt. Seit seiner Einführung im späten 19. Jahrhundert hat er den Test der Zeit und des technologischen Fortschritts überstanden und ist nach wie vor ein bevorzugter Entwickler für viele Fotografie-Enthusiasten und Profis gleichermaßen.
Die Geschichte von Rodinal
Die Rodinal-Formel wurde erstmals am 27. Januar 1891 von Dr. Momme Andresen für Agfa, ein deutsches Film- und Kameraunternehmen, patentiert. Es gilt als das erste Produkt, das für die Filmentwicklung kommerziell verkauft wurde, und hieß ursprünglich Rodigal". Kurz nach seiner Markteinführung wurde es jedoch in "Rodinal" umbenannt.
Rodinal ist für seine Langlebigkeit bekannt, da es auch im digitalen Zeitalter noch hergestellt und verwendet wird. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es sich um einen hochkonzentrierten Flüssigentwickler handelt, der im Gegensatz zu vielen anderen Entwicklern weniger anfällig für Oxidation ist und daher eine wesentlich längere Haltbarkeit aufweist.
Ausgeprägte Eigenschaften von Rodinal
Rodinal ist für seine einzigartigen Entwicklungseigenschaften bekannt, die den von ihm entwickelten Fotos eine ganz besondere Qualität verleihen. Eine dieser Eigenschaften ist, dass es dazu neigt, die Körnung zu übertreiben, was zu Bildern führt, die eine gröbere, strukturierte Ästhetik aufweisen. Diese Eigenschaft kann als Nachteil für diejenigen angesehen werden, die glattere, weniger körnige Bilder suchen. Für Fotografen, die eine "körnige" Ästhetik schätzen, ist Rodinal jedoch hervorragend geeignet.
Darüber hinaus bietet Rodinal eine ausgezeichnete Schärfe und hohe Akutanz. Schärfe" ist ein Begriff, der in der Fotografie verwendet wird, um die wahrgenommene Schärfe eines Bildes zu beschreiben, die in der Regel durch den Kantenkontrast verstärkt wird. Dieser Kanteneffekt ist bei Rodinal besonders ausgeprägt und führt zu Bildern, die sehr scharf erscheinen, auch wenn die Körnung deutlicher erkennbar ist.
Verwendung von Rodinal
Ein einzigartiges Merkmal von Rodinal ist, dass es als "One-Shot"-Entwickler arbeitet. Jedes Mal, wenn ein Film entwickelt wird, wird eine neue Charge gemischt, in der Regel im Verhältnis von 1:25 bis 1:100. Aufgrund seiner hohen Konzentration kann mit einer kleinen Menge Rodinal eine große Menge Film entwickelt werden, was es für Fotografen, die sporadisch entwickeln, wirtschaftlich macht.
Bei der Verwendung von Rodinal ist es wichtig, den zu entwickelnden Film, die gewünschte Ästhetik und das Verhältnis von Entwickler zu Wasser zu berücksichtigen. Ein niedrigeres Verhältnis (z. B. 1:25) führt zu einer stärkeren Körnung und einem höheren Kontrast, während ein höheres Verhältnis (z. B. 1:100) zu einer geringeren Körnung und einem schwächeren Kontrast führt. Die Entwicklungszeit hängt auch vom Filmtyp und dem Entwicklerverhältnis ab.
Obwohl Rodinal ein hochkonzentrierter Entwickler ist, ist er nicht giftig. Da er jedoch stark alkalisch ist, sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Es wird empfohlen, bei der Filmentwicklung in einem gut belüfteten Raum zu arbeiten und entsprechende Schutzkleidung zu tragen.
Verfügbarkeit
Der Adox Adonal von der deutschen Firma Adox basiert auf der letzten bekannten Agfa Rodinal Originalrezeptur von 2005. Der Compard R09 One Shot wird ebenfalls nach der original Rezeptur von Rodinal hergestellt. Der Adonal zeichnet sich allerdings durch eine verbesserte Feinkörnigkeit aus.





