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Leica I Model C

Die Leica I Modell C ist eine im Jahr 1930 eingeführte Kleinbild-Messsucherkamera des deutschen Herstellers Ernst Leitz in Wetzlar. Sie stellt einen entscheidenden Meilenstein in der Entwicklung des Leica-Systems dar, da sie das erste Serienmodell des Herstellers war, das über eine auswechselbare Objektivfassung verfügte.

Anstelle des fest verbauten Objektivs des Vorgängermodells (Modell A) kam hier erstmals ein Gewindeanschluss mit einem Durchmesser von 39 mm und einer Steigung von 1 mm (M39-Gewinde) zum Einsatz. Dadurch wurde die Grundlage für das spätere universelle Wechselobjektiv-System geschaffen.

Das Problem des Auflagemaßes und die Standardisierung

Bei der Einführung der Leica I Modell C stand die Konstruktionsabteilung vor einer erheblichen physikalischen Herausforderung. Aufgrund von minimalen Toleranzen bei der Fertigung des Kameragehäuses und der Objektive war das sogenannte Auflagemaß (der exakte Abstand zwischen dem Objektivflansch und der Filmebene) noch nicht bei allen Geräten vollkommen identisch. Aus diesem Grund lässt sich die Produktion der Leica I Modell C in zwei technisch unterschiedliche Phasen unterteilen.

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Die Non-Standard-Version (1930 bis 1931)

In der ersten Produktionsphase von 1930 bis in das Jahr 1931 hinein war eine uneingeschränkte Austauschbarkeit der Objektive unter verschiedenen Kameragehäusen noch nicht gegeben. Jedes Objektiv musste manuell auf ein spezifisches Kameragehäuse abgestimmt und feinjustiert werden. Um sicherzustellen, dass der Fotograf die zueinander passenden Komponenten verwendete, wurden die Objektive eines solchen individuell kalibrierten Satzes mit einer dreistelligen Nummer graviert. Diese Nummer entsprach exakt den letzten drei Ziffern der Seriennummer des dazugehörigen Kameragehäuses. Typischerweise wurden diese Kameras in Sets ausgeliefert, die neben dem Gehäuse ein Standardobjektiv, ein Weitwinkelobjektiv und ein Teleobjektiv enthielten, welche alle dieselbe dreistellige Gravur trugen.

Die Standardisierung und die „0“-Markierung (ab Ende 1931)

Erst im Laufe des Jahres 1931 gelang es Leitz, das Auflagemaß auf einen festen Standard von exakt 28,8 mm zu normieren. Diese technische Standardisierung bedeutete, dass fortan jedes standardisierte M39-Schraubgewindeobjektiv an jedem standardisierten Kameragehäuse ohne vorherige individuelle Anpassung verwendet werden konnte und die Scharfstellung über den gesamten Entfernungsbereich präzise funktionierte.

Um die bereits nach dem neuen Standard gefertigten Gehäuse und Objektive für den Anwender optisch zu kennzeichnen, gravierte Leitz eine kleine Ziffer „0“ (Null) auf den oberen Bereich des Aufschraubrings am Kameragehäuse (auf der 12-Uhr-Position) sowie auf den Tubus der entsprechenden Objektive. Diese standardisierten Modelle bildeten den direkten Übergang zur späteren Leica Standard (Modell E).

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Objektiv-System der Modell C

Mit der Einführung der wechselbaren Optiken erweiterte Leitz das Angebot an Brennweiten erheblich, um dem Fotografen neue gestalterische Möglichkeiten zu eröffnen. Neben dem bewährten Standardobjektiv Elmar 50 mm f/3,5 wurde ein Weitwinkelobjektiv des Typs Elmar 35 mm f/3,5 angeboten. Für Aufnahmen aus größerer Entfernung stand das langbrennweitige Elmar 135 mm f/4,5 zur Verfügung. Gegen Ende des Jahres 1931 wurde diese Auswahl durch das Elmar 90 mm f/4 ergänzt. Für Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen war zudem das lichtstärkere Hektor 50 mm f/2,5 mit Schraubfassung im Sortiment erhältlich.

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Größenvergleich mit der Olympus OM 2

Funktionen und Produktionszahlen

Das Gehäuse der Leica I Modell C entspricht in seinen Grundzügen und der Bedienung dem Vorgängermodell. Da für das 135-mm-Teleobjektiv ein engerer Bildausschnitt im Sucher erforderlich war, stattete Leitz einige Exemplare der Modell C mit einer praktischen Schwenkmaske direkt am eingebauten optischen Sucher aus. Diese Maske konnte bei Bedarf vor das Sucherfenster geklappt werden, um den veränderten Bildausschnitt des Teleobjektivs zu simulieren.

Die Scharfeinstellung musste mangels eines eingebauten Entfernungsmessers geschätzt oder mithilfe eines separaten, aufsteckbaren Entfernungsmessers (wie dem FODIS oder dem späteren horizontalen Messsucher) ermittelt werden.

Die Produktion der Leica I Modell C begann im Jahr 1930 mit niedrigen Stückzahlen im Seriennummernbereich ab circa 37.280. Eine reguläre Fertigung in größeren Auflagen setzte ab der Seriennummer 55.404 ein. Bis zur Seriennummer 60.500 produzierte Leitz parallel sowohl Gehäuse mit fest eingebauten Objektiven als auch Gehäuse mit der neuen auswechselbaren Gewindefassung.

Neben der klassischen schwarz lackierten Ausführung mit Vulkanit-Bezug existierten extrem seltene Varianten mit edlen Lederbezügen wie Kalbsleder oder Eidechsenleder für den Exportmarkt.

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Technische Daten

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Eigenschaft Spezifikation
Filmformat 35mm / Kleinbild
Digitaler Sensor Nein
Film-Transportmechanismus Daumenrad
Bildformat 36 mm x 24 mm
Objektivart Wechselobjektiv
Verschlusszeiten 1/500 – 1/20 Sekunde
Messsucher Ja
Datumseinbelichtung Nein
Stativgewinde Ja
Kabelauslösergewinde Ja
Selbstauslöser Nein
Anschluss für Kameragurt Ja
Größe 13.3 x 6.5 x 3 cm
Maße in Zoll 5.24 x 2.56 x 1.18 Zoll
Gewicht 430 Gramm / 15.2 oz
Erscheinungsdatum 1930
Alter Bis zu 96 Jahre
Produktionsstart 1930
Produktionsende 1933
Produktionszeitraum 3 Jahre
Marke Leica
Firmenname der Marke Ernst Leitz GmbH
Produktionsland Deutschland
Produzierte Stückzahl 7480 Stück
OPTICAL DOUBLE-GAUSS SCHEMATIC 50mm f/1.4 LENS
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