Die analoge Fotografie verlangt dem Fotografen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Geduld ab. Während digitale Kameras jede Belichtungseinstellung, die Brennweite, das Datum und die Uhrzeit automatisch in den Exif-Daten der Bilddatei speichern, fehlt dieser Komfort in der Welt des Films gänzlich. Wer später in der Dunkelkammer oder am Leuchttisch nachvollziehen möchte, warum eine Aufnahme unterbelichtet ist oder welche Blende für die spezifische Tiefenschärfe gewählt wurde, ist auf eigene Aufzeichnungen angewiesen.
Das Notizbuch ist somit nicht nur ein Accessoire, sondern ein essenzielles Werkzeug für den lernwilligen Analogfotografen. Es dient als externes Gedächtnis und hilft dabei, Fehler zu analysieren und Erfolge zu reproduzieren.
Über Jahre hinweg hat sich die Marke Field Notes aus den USA als ein Synonym für diese Art von Taschennotizbüchern etabliert. Das Format ist handlich und die Verarbeitung robust. Dennoch ist die Verfügbarkeit in Europa schwankend und die Preisgestaltung nicht immer für jeden Anwender passend.
Zudem haben unterschiedliche Fotografen unterschiedliche Bedürfnisse hinsichtlich der Papierbeschaffenheit, der Lineatur oder des Formats. Es lohnt sich daher, den Blick zu weiten und Alternativen zu betrachten, die denselben Zweck erfüllen können und dabei vielleicht sogar Eigenschaften mitbringen, die dem individuellen Arbeitsablauf noch zuträglicher sind. Der Markt für Papeterie ist vielfältig und bietet für nahezu jeden Anspruch eine adäquate Lösung, die weit über den bekannten Standard hinausgeht.
Word. Notebook
Eine interessante Option aus dem amerikanischen Raum stellen die Notizbücher der Marke Word. dar. Auf den ersten Blick ähneln sie dem bekannten Vorbild in Größe und Anmutung sehr stark. Sie verfügen über ein Format, das problemlos in die Gesäßtasche einer Jeans oder die Brusttasche eines Hemdes passt.
Der entscheidende Unterschied verbirgt sich jedoch im Inneren auf den Seiten selbst. Während herkömmliche Hefte meist über eine einfache Liniierung, Karierung oder ein Punktraster verfügen, bringt das Word. Notebook ein eigenes System zur Strukturierung von Aufzeichnungen mit. Am linken Rand jeder Zeile befindet sich ein gedruckter Kreis mit einem inneren Punkt. Dieses System wurde ursprünglich für Aufgabenlisten entwickelt, lässt sich jedoch hervorragend für die fotografische Praxis adaptieren.
Dialog Notebook
Eine Alternative aus Japan sind die Dialog Notebooks. Sie sind von der Größe identisch. Im Inneren verbirgt sich ein hochwertiges Papier, ebenfalls aus Japan. Angeboten werden Blankobücher, aber auch Versionen mit karierten Seiten oder einem Punkteraster.
Ro-Biki Note
Eine kleinere Option ist das Ro-Biki Note von Yamamoto Paper. Dieses Notizbuch stammt aus Japan und bringt eine ganz eigene Ästhetik und Haptik mit, die sich deutlich von den westlichen Pendants unterscheidet.
Das auffälligste Merkmal ist der Umschlag aus gewachstem Papier. Dieses Material hat die Eigenschaft, dass es mit der Zeit und durch die Benutzung eine ausgeprägte Patina entwickelt. Jeder Knick und jeder Kratzer hinterlässt Spuren im Wachs, wodurch das Heft mit der Zeit immer individueller aussieht und die Geschichte seiner Nutzung erzählt. Dieser sogenannte “Crinkle-Effekt” wird von vielen Liebhabern geschätzt, da er dem Objekt einen Charakter verleiht, der an alte Landkarten oder getragene Lederwaren erinnert.
Das Format des Ro-Biki Note ist ebenfalls bemerkenswert. Es ist schmaler und etwas höher als das klassische DIN A6 oder das Field Notes Format. Durch diese schlanke Form lässt es sich besonders gut in Brusttaschen von Jacken oder Hemden verstauen, ohne aufzutragen. Es liegt gut in der Hand und eignet sich hervorragend für schnelle Notizen im Stehen. Im Inneren findet sich das hochwertige Papier von Yamamoto, welches in der Welt der Schreibwaren einen exzellenten Ruf genießt.
Muji A6 Slim
Wenn es etwas größer sein soll, dann wäre dieses Notizbuch von Muji eine Möglichkeit. Muji ist bekannt für seinen minimalistischen Ansatz und den Verzicht auf sichtbares Branding. Die A6 Slim Notizbücher verkörpern diese Philosophie in Reinform. Sie bieten eine pragmatische und kostengünstige Alternative für Fotografen, die viel schreiben und einen hohen Verbrauch an Notizbüchern haben.
Das Papier der Muji Notizbücher ist leicht cremefarben, was das Lesen bei hellem Sonnenlicht angenehmer macht als reinweißes Papier, da es weniger blendet. Die Oberfläche ist glatt genug für ein angenehmes Schreibgefühl, bietet aber auch Bleistiften genügend Widerstand für saubere Linien.
Ein Vorteil ist die Verfügbarkeit und der Preis. Während importierte Spezialnotizbücher oft mit hohen Versandkosten verbunden sind, lassen sich diese Hefte oft einfacher beziehen. Das schlichte Äußere lädt dazu ein, das Heft nach eigenen Vorstellungen zu gestalten oder zu beschriften.
Passende Cover für ein Notizbuch
Einerseits bietet ein Cover Schutz vor Beschädigung, aber sie bieten auch Privatsphäre. Gerade Pocket Notizbücher schließen nach etwas Nutzung, wenn man sie immer wieder flach beim Schreiben drückt, nicht richtig und klappen dann von selbst auf. So öffnet sich gern mal eine Seite und dies möchte man wahrscheinlich nicht unbedingt.
Auch ist eine Hülle eine zusätzliche Hürde für neugiere Personen, die man vielleicht so um sich herum hat. Ein offenes Notizbuch auf einem Cafétisch kann schnell Blicke auf sich ziehen und nicht jeder Fotograf möchte seine Locations oder technischen Notizen sofort mit der Öffentlichkeit teilen.
Darüber hinaus schützt ein Cover das Notizbuch vor den Elementen. Fotografen sind oft draußen unterwegs und Nässe, Schmutz oder der Abrieb in der Tasche können einem Papierheft schnell zusetzen. Ein robustes Cover aus Leder oder gewachstem Canvas bildet eine Barriere gegen diese Einflüsse und verlängert die Lebensdauer der Aufzeichnungen erheblich.
Leder hat zudem den Vorteil, dass es mit dem Alter schöner wird und eine Patina entwickelt, die gut zur Ästhetik alter Kameras passt. Viele Hüllen bieten zudem zusätzlichen Stauraum. Kleine Fächer für Visitenkarten, Graukarten oder sogar einen Reservefilm können integriert sein. Auch eine Schlaufe für den Stift ist ein häufiges und sehr nützliches Merkmal, da man so das Schreibgerät immer griffbereit beim Notizbuch hat und nicht lange in der Tasche suchen muss.
Für das Field Notes Format gibt es ein gutes Angebot an Hüllen. Verschiedene Größen, Farben, Materialien und Funktionsumfänge. Von günstig bis teuer. Der Markt reicht von industriell gefertigten Nylonhüllen bis hin zu handgenähten Lederarbeiten von kleinen Manufakturen.
Ein Beispiel ist dieses Cover von VercorsNative. Bei diesem Exemplar handelt es sich um ein Cover aus Leder. Hergestellt in Handarbeit in Frankreich.
Dies hat den großen Vorteil der Modularität. Man kann beispielsweise ein Heft für technische Daten, eines für kreative Ideen und eines als Kalender parallel nutzen. Ist ein Heft vollgeschrieben, wird es einfach ausgetauscht, während die Hülle weiterverwendet wird.
Das Leder bietet eine angenehme Haptik und passt sich mit der Zeit der Form der Hefte und der Art des Tragens an. Es ist nicht nur ein Schutzgegenstand, sondern ein Begleiter, der im Laufe der Jahre an persönlichem Wert gewinnt.
Die Investition in ein solches Cover lohnt sich für jeden, der das Notizbuch als ständigen Begleiter betrachtet und seine Aufzeichnungen sicher und stilvoll verwahren möchte. Die Kombination aus einem passenden Notizbuch und einem hochwertigen Cover schafft ein System, das die analoge Fotografie sinnvoll ergänzt und den Prozess des bewussten Arbeitens unterstützt.



















