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iA Notebook

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The Idea

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Fotografie ist im Kern der Versuch die Zeit anzuhalten und einen flüchtigen Moment für die Ewigkeit zu konservieren. Wir jagen dem Licht nach und suchen nach Kompositionen und drücken im entscheidenden Bruchteil einer Sekunde auf den Auslöser.

Man sagt zwar das ein Bild tausend Wörter ersetzt und oft stimmt das auch in Bezug auf die visuelle Information und die Atmosphäre einer Szene. Dennoch hat man als Fotograf sicher noch einige Geschichten zu den Begebenheiten hinter einem Foto oder einer Bilderstrecke im Kopf die das Bild allein nicht transportieren kann.

Die Gespräche mit dem Modell oder die mühsame Anreise zu einer entlegenen Location oder die technischen Schwierigkeiten die man überwinden musste. Diese Nuancen verblassen mit den Jahren in unserer Erinnerung. Wir betrachten ein altes Negativ oder eine Datei auf dem Bildschirm und wissen zwar noch grob wann es war aber die feinen Details sind verschwunden.

Diese Lücke hat mich lange beschäftigt. Ich habe nach einem Weg gesucht diese Kontextinformationen ebenso dauerhaft zu archivieren wie die Aufnahmen selbst.

Die Lösung lag für mich nicht in einer digitalen Notiz auf dem Smartphone oder in den Metadaten der Bilddatei. Das Schreiben auf einer Tastatur ist effizient und schnell und funktional. Aber die Fotografie wie ich sie liebe ist ein handwerklicher Prozess und so sollte auch die Dokumentation dessen sein was um das Bild herum geschah.

Die Idee der Erstellung eines handgeschriebenen Buches reifte in mir. Ein physisches Objekt das neben den Abzügen im Regal steht und das man in ruhigen Momenten zur Hand nehmen kann. Es geht darum den kreativen Prozess zu verlangsamen und ihm die Wertschätzung entgegenzubringen die er verdient. Wenn man mit einer analogen Kamera fotografiert überlegt man sich jedes Bild genau. Genau diese Sorgfalt wollte ich auch auf das geschriebene Wort übertragen.

Für dieses Vorhaben suchte ich nach einem passenden Medium. Ein einfaches Schulheft oder ein gewöhnlicher Notizblock schienen mir der Bedeutung die ich diesem Projekt beimessen wollte nicht gerecht zu werden. Dieses Projekt soll etwas Besonderes sein daher braucht man auch ein schönes Buch in das man seine Gedanken und Erfahrungen schreiben soll. Es muss ein Gefäß sein das den Inhalt würdigt und das man gerne anfasst.

Bei meiner Recherche stieß ich auf das iA Notebook. Es wird von den Information Architects gestaltet einer Designagentur die für ihre puristische und strukturierte Herangehensweise bekannt ist. Ihre Philosophie stellt den Inhalt über die Form oder besser gesagt lässt die Form dem Inhalt dienen ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Das schien mir der passende Ansatz für ein Buch zu sein das die Geschichten hinter meinen Bildern aufnehmen sollte.

Es ist nicht einfach nur ein leerer Block sondern ein Werkzeug das für das Schreiben und Lesen optimiert wurde. Die Entscheidung fiel auf dieses Notizbuch da es versprach genau die Zurückhaltung und Qualität zu bieten die ich für meine Sammlung an Erinnerungen suchte. Es geht hierbei nicht um Luxus im protzigen Sinne sondern um eine funktionale Ästhetik die den Geist beruhigt und den Fokus auf das Wesentliche lenkt.

In einer Welt die immer lauter und schneller wird ist der Rückzug auf Stift und Papier eine fast meditative Handlung. Wenn ich von einem Shooting zurückkomme und die Ausrüstung verstaut ist nehme ich mir die Zeit mich hinzusetzen. Ich lasse die Situationen noch einmal vor meinem inneren Auge ablaufen. Was habe ich gefühlt als das Licht sich änderte. Worüber haben wir gelacht. Welche Zweifel hatte ich während des Fotografierens. All das findet seinen Platz in diesem Buch. Es entsteht eine Symbiose aus visueller und textlicher Erinnerung die weit tiefer geht als das bloße Betrachten eines Fotos.

Das iA Notebook fungiert dabei als der stille Begleiter der diese Gedanken aufnimmt. Es drängt sich nicht auf. Es ist einfach da und bietet eine Fläche für das was sonst verloren ginge. Die Idee ist also simpel und doch tiefgreifend. Man gibt den Bildern ihre Stimme zurück die sie im Moment der Aufnahme hatten aber die ohne Kontext oft stumm bleiben würden. Es ist eine Erweiterung der fotografischen Arbeit in eine andere Dimension.

The Box

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Die Erfahrung beginnt lange bevor die erste Zeile geschrieben ist. Sie beginnt in dem Moment in dem man das Objekt in den Händen hält. Das Rausholen aus der Box ist schon ein besonderer Schritt. Es ist fast wie ein kleines Ritual das den Übergang vom Alltag in den kreativen Modus markiert.

Das iA Notebook kommt nicht in einer einfachen Plastikfolie oder lose daher. Es ruht in einer eigens dafür konstruierten Holzschachtel die ebenso durchdacht wirkt wie das Buch selbst. Man nimmt sich Zeit beim Öffnen. Es gibt kein hektisches Aufreißen. Man hebt den Deckel ab und der Geruch von Papier und Holzes steigt einem in die Nase. Es erinnert mich an das Öffnen einer Schachtel mit neuem Fotopapier in der Dunkelkammer. Es herrscht eine gewisse Ehrfurcht vor dem unberührten Material.

Die Box selbst hat eine angenehme Haptik. Sie ist fest und stabil. Man spürt dass hier nicht an der falschen Stelle gespart wurde. Sie dient nicht nur dem Transport sondern kann auch später zur Aufbewahrung des Buches genutzt werden wenn es vollgeschrieben ist. So wird das Buch vor Licht und Staub geschützt was wiederum den archivarischen Gedanken unterstreicht den ich bei diesem Projekt verfolge.

Das Design der Verpackung verzichtet auf laute Farben oder große Logos. Es ist minimalistisch gehalten. Das passt zur Philosophie von iA. Nichts soll vom Wesentlichen ablenken.

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The Book

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Sobald das Buch aus seiner schützenden Hülle befreit ist und vor einem auf dem Tisch liegt offenbart sich seine wahre Qualität. Mit einem Gewicht von 470 Gramm und dem klassischen A5 Format liegt es satt in der Hand.

Es ist spürbar dass dieses Notizbuch in Japan handgefertigt wurde. Viele von uns Fotografen schätzen die Präzision japanischer Kameras und Optiken und genau dies findet man auch hier wieder. Das Notizbuch umfasst 144 Blätter beziehungsweise 288 Seiten und bietet damit genügend Raum für die Gedanken eines ganzen Jahres oder eines umfangreichen Langzeitprojekts.

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Das Herzstück ist jedoch das Papier selbst. Es trägt den Namen Araveal White und hat ein Gewicht von 81 Gramm pro Quadratmeter. Wenn man mit den Fingern über die Seite fährt spürt man eine feine Textur die glatt genug ist damit der Stift mühelos gleiten kann aber genug Widerstand bietet um ein Gefühl der Kontrolle zu vermitteln. Die Farbe des Papiers ist noch etwas weißer als auf den Bildern in diesem Artikel.

Diese Papierqualität sorgt dafür dass Tinte nicht auf die Rückseite durchblutet oder an den Rändern ausfranst. Das ist entscheidend da das Buch speziell für die Nutzung mit Füllfederhaltern konzipiert wurde. Natürlich lassen sich auch andere Stiftarten verwenden.

Für mich passt zu diesem Projekt etwa ein klassischer Bleistift bzw. Druckbleistifts. Einerseits vom Look auf dem Papier, aber auch lässt sich schnell mal ein Fehler entfernen. Gerade bei einem Langzeitprojekt ist dies von Vorteil.

Eine Besonderheit die das iA Notebook von anderen unterscheidet und die mich fasziniert ist das Liniensystem. Normalerweise hat man die Wahl zwischen blanko kariert oder liniert doch Linien stören oft beim Lesen des fertigen Textes.

Hier wurde ein anderer Weg eingeschlagen. Die Zeilenabstände von 10 Millimetern sind als Wasserzeichen in das Papier eingearbeitet. Es handelt sich dabei nicht um unsichtbare Tinte oder einen chemischen Trick sondern um einen rein optischen Effekt der auf dem natürlichen Zusammenspiel von Licht und Dunkelheit bei der Papierherstellung basiert.

Wenn die Seite leer ist geben die Wasserzeichen dem Auge Halt und Struktur beim Schreiben. Doch sobald sich die Seite mit dunkler Tinte füllt treten die feinen Linien visuell in den Hintergrund bis sie fast unsichtbar werden. Die dunkle Schrift dominiert dann optisch und lässt das Wasserzeichen verblassen.

Das Ergebnis ist ein Textbild das frei und ungestört wirkt wie in einem gesetzten Buch. Die Hilfslinien haben ihre Aufgabe erfüllt und überlassen den Worten die Bühne. Es ist diese durchdachte Funktionalität die das Schreiben zu einem ähnlichen Genuss macht wie das Fotografieren selbst.

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The Result

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Am Ende dieses Prozesses steht ein Objekt von unschätzbarem persönlichem Wert. Man hält ein Buch in den Händen das nicht nur Papier und Tinte enthält sondern ein Stück der eigenen Seele und der eigenen Geschichte als Fotograf.

Es ist ein Unikat. Kein anderer Mensch auf der Welt hat dieses Buch. Es ist gefüllt mit den Gedanken die man hatte während man durch den Sucher blickte. Es erzählt von den Momenten zwischen den Auslösungen. Es konserviert die Atmosphäre die auf den Bildern oft nur zu erahnen ist. Wenn ich in meinen gefüllten Büchern blättere kommen Erinnerungen hoch die sonst längst verblasst wären.

Dieses Fazit was man am Ende hat ist der Grund warum ich es jedem nur empfehlen kann so etwas zu starten. Es bereichert die fotografische Arbeit ungemein. Es zwingt einen dazu sich mit dem eigenen Tun auseinanderzusetzen. Man reflektiert warum man ein bestimmtes Bild gemacht hat und was es einem bedeutet.

Man schreibt möglichst persönlich. Es ist kein technisches Logbuch mit Blende und Verschlusszeit. Es ist ein Tagebuch der kreativen Reise. Man lernt über sich selbst als Fotograf und als Mensch. Es hilft dabei eine eigene Stimme zu finden und den eigenen Stil zu schärfen. Denn wer schreibt der denkt. Und wer denkt der fotografiert bewusster.

Natürlich ist das Werkzeug zweitrangig gegenüber dem Inhalt. Hier kann man natürlich jedes Notizbuch nutzen. Es gibt viele gute Hersteller von Papierwaren und am Ende zählt dass man schreibt und nicht worauf man schreibt. Doch für diejenigen die Ästhetik und Funktionalität gleichermaßen schätzen bietet das IA iA Notebook eine Plattform die ihresgleichen sucht. Es ist für Menschen gemacht die Freude an schönen Dingen haben und die den Prozess des Erschaffens in allen Aspekten genießen wollen.

Falls man das iA Notebook nutzen möchte findet man mehr Infos auf der Website von iA. Aber egal wofür man sich entscheidet der Schritt zum analogen Schreiben ist der entscheidende.

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6 Kommentare zu “iA Notebook

  • Janina
    31. Dezember 2025

    Schöne Bilder im Artikel! Es ist immer wieder inspirierend zu sehen, wie andere ihren kreativen Prozess gestalten. Fotografie ist einfach ein tolles Hobby, egal ob analog oder digital.

  • Matthias
    2. Januar 2026

    Tolle Vorstellung. Wer so etwas mag, dem kann ich ergänzend auch die Notizbücher von Midori empfehlen. Aber das iA Notebook scheint für die Archivierung im Regal wirklich noch eine Stufe eleganter zu sein. Danke für den Tipp!

  • MadamGandalf
    4. Januar 2026

    Interessanter Bericht.

  • Lukas
    4. Januar 2026

    Ein wunderbarer Text! Ich finde auch, dass das haptische Schreiben eine ganz andere Verbindung zum Erlebten schafft. Diese Art der Entschleunigung ist genau das, was man nach einem langen Shooting braucht.

  • Dieter
    6. Januar 2026

    Ehrlich gesagt wäre mir das händische Aufschreiben nach jedem Shooting zu viel Aufwand. Ich nutze da lieber Sprachnotizen. Aber die Holzbox macht optisch wirklich was her, das muss man lassen.

  • Elena
    7. Januar 2026

    Das Design der Holzbox und die Idee mit den Wasserzeichen-Linien haben es mir echt angetan. ‘Wer schreibt, der denkt’ – das trifft es perfekt. Ich glaube, ich werde mir für mein nächstes Langzeitprojekt auch so ein Buch zulegen.

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