Erste Schritte im kreativen Foto-Journaling mit Journalsay
Nachdem die Materialien von Journalsay ausgepackt und gesichtet waren, stellte sich die unvermeidliche Frage nach der Anwendung. Als Fotograf ist man es gewohnt, in Einzelbildern oder Serien zu denken, die meist für sich selbst stehen. Der Rahmen ist oft weiß, schwarz oder aus Holz.
Die Seite eines Fotoalbums hingegen ist eine weiße Leere, die gefüllt werden will, und zwar nicht nur mit dem Abzug selbst, sondern mit Kontext. Das sogenannte “Creative Journaling” oder Scrapbooking ist für mich Neuland. Meine bisherigen Archive waren rein funktional: Hüllen, Datum, Negativnummer.
Doch die Produkte von Journalsay luden dazu ein, das starre Konzept der Archivierung aufzubrechen und den Bildern eine spielerische, fast malerische Umgebung zu geben.
In diesem Artikel dokumentiere ich meine ersten, zugegebenermassen noch recht unbeholfenen Versuche, Fotografien mithilfe von Washi-Tapes, Stempeln und Papieren neu zu inszenieren. Es ist ein Experimentierfeld, und auch wenn ich mich hierbei noch als absoluter Anfänger bewege, lässt sich das kreative Potenzial dieser analogen Arbeitsweise bereits erahnen.
Arbeit mit Stempeln
Stempel sind in der klassischen Fotografie meist rein administrativer Natur. Hier jedoch dienen sie der ästhetischen Rahmung. Besonders angetan hat es mir ein Stempel, der Wellenformen darstellt. Bei einer Aufnahme einer steinernen Laterne in einem japanischen Garten wollte ich die ruhige, naturverbundene Atmosphäre unterstreichen.
Mit dem Silicone Stamp Vintage Wave Lace Pattern Landscape und einer grünen Stempelfarbe setzte ich jeweils am oberen und unteren Bildrand eine Bordüre. Das Grün korrespondiert mit dem Moos und den Blättern im Foto.
Es ist eine sehr einfache Technik, die dem Bild jedoch sofort einen Rahmen gibt, der weicher wirkt als ein gezeichneter Strich. Die Handhabung der Silikonstempel erfordert etwas Übung, um den Druck gleichmäßig zu verteilen, doch gerade die Unregelmäßigkeiten im Farbauftrag verleihen der Seite ihren handgemachten Charme.
https://journalsay.com/products/silicone-stamp-vintage-wave-lace-pattern-landscape
Ein weiteres Experiment wagte ich mit grafischeren Stempeln. Für eine Seite mit Detailaufnahmen von Ema-Holztafeln und einem Schiff wählte ich rote und grüne Rahmenmotive. Hierbei kamen der Silicone Stamp Vintage Hollow Border Label Transparent sowie der Silicone Stamp Vintage Film Hollow Border Transparent zum Einsatz. Letzterer ist für uns Fotografen natürlich besonders charmant, da er die Perforation eines Kleinbildfilms imitiert. Die Transparenz der Silikonstempel ist dabei eine große Hilfe, da man genau sieht, wo man ansetzt.
https://journalsay.com/products/silicone-stamp-vintage-film-hollow-border-transparent
https://journalsay.com/products/silicone-stamp-vintage-hollow-border-label-transparent
Die nötige Farbe lieferte das Journalsay 1pc 15 Colors Planner Scrapbooking Silicone Oil Big Ink Pad. Die Auswahl an Farben in einem einzigen Kissen ist praktisch, auch wenn man darauf achten muss, die Farben nicht versehentlich zu vermischen.
https://journalsay.com/products/journalsay-1pc-15-colors-planner-scrapbooking-silicone-oil-big-ink-pad
Papier und Tape
Manchmal reicht ein Foto allein nicht aus, um die Stimmung eines Ortes zu transportieren. In solchen Fällen bietet es sich an, mit verschiedenen Papierebenen zu arbeiten. Bei einer Aufnahme von Windrädern wollte ich eine gewisse Leichtigkeit und Transparenz erzeugen. Ich nutzte dazu das Landscape Material Paper in einem Grünton als Hintergrund. Darauf platzierte ich das Foto und fixierte die Ecken zusätzlich mit dem Masking Tape. Diese runden, halbtransparenten Klebepunkte wirken wie Bokeh-Kreise in einer unscharfen Aufnahme und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein.
https://journalsay.com/products/80mm-200cm-blank-set-series-vintage-solid-color-landscape-material-paper
https://journalsay.com/products/100pcsset-special-shaped-monolithic-masking-tape
Ein etwas komplexeres Layout versuchte ich mit einer Aufnahme der Skyline von Shanghai. Hier wollte ich den Eindruck eines Reisetagebuchs verstärken. Das PET Tape “Film Border” erwies sich als Mittel, um dem Bild einen dokumentarischen Charakter zu verleihen. Die Aufkleber sehen aus wie entwickelte Filmstreifen und lassen sich wunderbar seitlich am Bild anbringen, als wären es Teststreifen oder Kontaktbögen.
https://journalsay.com/products/pet-tape-60mm-200cm-collage-diary-series-vintage-film-border
Eine sehr klassische Methode der Bildbefestigung, die ich ebenfalls ausprobierte, ist die Nutzung von Washi-Tape über den Ecken des Fotos. Anstatt das Bild vollflächig aufzukleben, fixierte ich es mit Streifen aus dem Washi Tape Set. Dies erinnert stark an alte Familienalben, in denen Bilder oft nur lose eingeklebt waren. Es gibt dem Betrachter das Gefühl, das Original vor sich zu haben, und nicht einen Druck im Buch. Die Farben sind dezent und lenken nicht vom Motiv ab.
https://journalsay.com/products/8pcsset-retro-solid-color-basic-pattern-decoration-washi-tape-set
Mut zur Farbe
Nicht jede Seite muss streng strukturiert sein. Bei einigen Bildern griff ich zu den Journalsay weichen Pinselstiften. Die metallischen Farben haben auf dem leicht cremefarbenen Papier des Notizbuchs eine tolle Leuchtkraft. Ich habe sie genutzt, um grobe Kreuze oder schraffierte Hintergründe zu zeichnen, auf denen das Foto dann platziert wurde. Es ist eine sehr expressive Art der Gestaltung.
Für Reiseerinnerungen, wie etwa die Fahrt mit der Bahn, bot sich das breite Journalsay 300cm Vintage Art Multi Size Washi Tape an. Eines der Muster zeigt alte Landkarten. Ich riss das Tape per Hand ab, um raue Kanten zu erhalten, und klebte es oben und unten an das Foto eines Zugwaggons. Sofort entsteht eine Assoziation von Distanz und Reise, ohne dass man viel Text dazu schreiben müsste.
Ein kleines Detail, das mir viel Freude bereitet hat, sind die Feuerwerks-Aufkleber aus der Journalsay 35mm 200cm Go Watch The Firework Series Ins Landscaping PET Tape. Auf dunklerem Papier oder auch auf hellen Flächen setzen sie kleine, feierliche Akzente. Ich habe sie spärlich eingesetzt, um eine Seite nicht zu überladen, aber sie eignen sich gut, um weiße Flecken im Layout mit Sinn zu füllen.
https://journalsay.com/products/journalsay-35mm-200cm-go-watch-the-firework-series-ins-landscaping-pet-tape
Fazit eines Anfängers
Betrachte ich die fertigen Seiten, so sehe ich vieles, was man besser machen könnte. Die Komposition auf dem Papier folgt anderen Regeln als die Komposition im Sucher einer Kamera. Doch genau darin liegt der Reiz.
Die Produkte von Journalsay sind Werkzeuge, die es erlauben, das fotografische Ergebnis haptisch zu erweitern. Es ist eine meditative Arbeit, die Schnelligkeit der digitalen Welt gegen Schere, Kleber und Papier zu tauschen.
Es steckt noch deutlich mehr Potenzial in diesen Materialien, als ich es bisher ausschöpfen konnte. Die Schichtung von transparenten Papieren, das präzisere Stempeln oder die Kombination von Handschrift und Tapes sind Felder, die noch erkundet werden wollen.
Für Fotografen, die ihre Bilder nicht nur auf der Festplatte verstauben lassen wollen, sondern Freude am physischen Objekt haben, ist dies ein wunderbarer Weg, sich noch einmal intensiv mit den eigenen Aufnahmen auseinanderzusetzen. Es ist nicht perfekt, aber es ist persönlich – und das ist am Ende das, was ein gutes Album ausmacht.











Interessanter Ansatz. Es ist wahr, dass wir heute viel zu schnelllebig fotografieren. Die haptische Arbeit mit Papier und Schere entschleunigt den gesamten Prozess sicher ungemein.
Für mich persönlich wäre das wahrscheinlich etwas zu viel ‘Bastelarbeit’, da ich eher der Purist bin. Aber man sieht, wie viel Mühe du dir bei der Gestaltung der Seiten gegeben hast. Das Ergebnis ist definitiv ein Unikat.
Schön gestalteter Blogbeitrag! Die Fotos sind qualitativ wirklich hochwertig und machen direkt Lust, selbst mal wieder die Kamera in die Hand zu nehmen.
Tolles Projekt! Wenn du noch mehr Struktur willst, probier mal, getrocknete Blüten mit dem Washi-Tape einzukleben. Das passt super zum Vintage-Look der Journalsay-Sachen.
Endlich mal eine tolle Idee, um die Bilder nicht nur auf der Festplatte verstauben zu lassen! Besonders der Film-Stempel hat es mir angetan. Danke für die Inspiration!
Ein wirklich schöner Einblick in deine ersten Versuche. Ich frage mich aber: Trocknet die Stempelfarbe auf den glatten Fotopapieren gut oder verschmiert das leicht? Das ist bei mir immer das größte Problem.