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● Ein Jahr mit der Fujifilm X-E5

Fujifilm X-E5: Filmsimulationsrad

Das Filmsimulationsrad an der Fujifilm X-E5 ergibt für mich in der Praxis eigentlich wenig Sinn. Das liegt zum einen daran, dass ich fast immer in RAW fotografiere und meine Bilder erst später in Ruhe am Rechner entwickle. Aber selbst wenn ich mich komplett auf JPEGs direkt aus der Kamera verlassen würde, müsste ich schon sehr tief im Thema der Filmsimulationen stecken, damit mir so ein Rad im Alltag wirklich etwas bringt.

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Normalerweise bleibe ich bei einer Fotoserie oder einem Shooting bei einem einheitlichen Stil. Vielleicht gibt es zwischendurch mal eine Variante in Schwarzweiß, aber ansonsten ziehe ich einen Look durch. Ich kann mir beim Fotografieren nicht vorstellen, vor einem Motiv zu stehen und erst einmal verschiedene Filmsimulationen durchzuprobieren. Dafür fehlt mir im Moment der Aufnahme schlicht die Zeit, und wenn ich diesen Freiraum zum Ausprobieren haben möchte, kann ich ja gleich in RAW fotografieren.

Ein eigenes, festes Drehrad an der Kamera macht für mich nur dann Sinn, wenn man die Einstellung auch wirklich oft und spontan ändert. Bei der Verschlusszeit oder der Belichtungskorrektur ist das der Fall, denn diese Werte passe ich ständig und fast vor jedem Bild an. Filmsimulationen sind historisch gesehen an klassische analoge Filme angelehnt, und auch eine echte Filmrolle hat man damals schließlich nicht nach jedem einzelnen Foto gewechselt.

Selbst wenn man den Look tatsächlich laufend umstellen wollte, wäre ein programmierbarer Knopf vermutlich die praktischere Lösung. Auf einen Knopf könnte man seine persönlichen Favoriten legen und mit wenigen Klicks durchspringen. Bei dem festen Rad ist man hingegen an die vorgegebenen Simulationen gebunden und hat nur drei eigene Speicherplätze frei.

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Für mich wirkt dieses Bauteil deshalb eher wie ein Marketing-Schachzug, frei nach dem Motto, seht her, wir haben Filmsimulationen. Die Qualität dieser Farbprofile möchte ich gar nicht in Abrede stellen, aber die Frage bleibt, ob dieses Rad am Gehäuse wirklich der schlauste Platz dafür ist.

Etwas schlechtzureden ist natürlich leicht, deshalb mache ich mir lieber Gedanken über konkrete Alternativen. Wofür könnte man so ein Drehrad also sinnvoller nutzen? Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel das unkomplizierte Wechseln zwischen verschiedenen Belichtungseinstellungen. Das vermisse ich bei Fujifilm und auch bei anderen Herstellern immer wieder.

Bei einer Hochzeit wechselt man oft zwischen der dunklen Kirche und dem grellen Sonnenlicht draußen oder läuft vom tiefen Schatten direkt in die Sonne. Hier wäre es enorm praktisch, bestimmte Einstellungen einfach zu speichern und direkt über ein Rad abzurufen.

Mein persönlicher Wunschkandidat wäre aber ganz klar ein klassisches ISO-Rad. Ich fotografiere zwar sehr häufig mit Auto-ISO, besonders wenn man spontan unterwegs ist und noch gar nicht weiß, was einem vor die Linse läuft. Trotzdem passe ich die Empfindlichkeit immer wieder manuell an. Das Einstellen über die Menüs oder ein unbeschriftetes Rädchen stört mich vor allem dann, wenn es schnell gehen muss. Man braucht mehrere Klicks und hat kein echtes haptisches Feedback mit festen Werten. Wenn ich Verschlusszeit oder Belichtungskorrektur anpasse, spüre ich genau, wie viele Klicks es braucht.

Besonders bei der Arbeit mit dem Blitz vermisse ich so ein echtes Rad. Beim Blitzen arbeite ich gerne mit festen Werten, unabhängig von der normalen Belichtungsmessung. Wenn ich dann zwischendurch doch ein paar Fotos ohne Blitz machen möchte, ist das digitale Umstellen jedes Mal recht mühsam. Mit einem echten ISO-Rad an dieser Stelle ginge das deutlich schneller, und man sieht sogar bei ausgeschalteter Kamera sofort, welcher Wert gerade eingestellt ist. Mein Wunsch an Fujifilm wäre daher ganz pragmatisch, bei einer X-E6 lieber auf das Filmsimulationsrad zu verzichten und uns stattdessen wieder ein handfestes ISO-Rad zu geben.

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Ein Jahr mit der Fujifilm X-E5

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