Die Suche nach der passenden Kamera ist einerseits eine sehr persönliche Angelegenheit, besitzt andererseits aber eine globale Dimension. Würden Fotografen weltweit nicht unablässig nach dem passenden Werkzeug suchen, gäbe es für die Hersteller schließlich kaum einen Grund, jedes Jahr neue Modelle auf den Markt zu bringen.

Bei mir begann diese Reise vor vielen Jahren mit einer bunten Kinderkamera von Fisher-Price. Seitdem sind unzählige Kameras durch meine Hände gewandert, sodass die Zahl der getesteten Modelle längst im soliden zweistelligen, wenn nicht dreistelligen Bereich liegt.

Dabei geht es mir weniger um ein reines Arbeitsgerät für Fotoshootings oder die Bilder hier auf der Website. Hier bin ich im Großen und Ganzen mit dem Vollformat-System von Sony zufrieden. Sondern um eine Kamera für persönliche Projekte und den Alltag, die vor allem Freude bei der Nutzung bereitet. Dies ist bei der Sony Kamera nur zum Teil der Fall, einerseits, weil ich sie persönlich mit Arbeit verbinde, aber sie natürlich sehr viel zweckmäßiger positioniert ist.

Die Fotografie lebt für mich von der Balance zwischen Haptik, sinnvollem Funktionsumfang und dem fertigen Bild. Was die reine Kompaktheit angeht, wäre das Smartphone rein theoretisch die naheliegendste Wahl. Allerdings bereitet mir das Fotografieren über ein reines Touch-Display ohne Sucher schlicht keinen Spaß, und auch die Bildergebnisse sind durchwachsen.

Eine echte Kamera muss sich gut anfassen lassen und das Gefühl vermitteln, den Prozess selbst in der Hand zu haben. Das Fotografieren an sich soll Spaß machen. Zudem ist die Kamera, auch ein entscheidender Faktor bei der Motivation. Man muss Lust haben sie zu nutzen und mit ihr raus zu gehen.

Die Suche

Gesucht wird eine Kamera für persönliche Projekte und den Alltag, die Freude bei der Bedienung bereitet und den Spagat zwischen kompakter Bauweise, solider Haptik und ansprechender Bildqualität meistert. Das passende Werkzeug sollte daher physische Bedienelemente besitzen, einen optischen oder elektronischen Sucher mitbringen und gleichzeitig handlich genug bleiben, um dauerhaft mitgenommen zu werden.

Auf der Suche nach einer solchen kompakten Begleiterin landet man fast zwangsläufig bei zwei bekannten Namen, der Fujifilm X100-Serie und der Ricoh GR. Beide Systeme haben ihren festen Platz, bringen für meine Zwecke jedoch klare Einschränkungen mit.

Bei der Ricoh GR fehlt mir in erster Linie der Sucher. Zudem ist die Beschränkung auf eine feste Brennweite zwar eine interessante gestalterische Disziplin, schränkt aber spürbar ein, wenn man für bestimmte Motive doch einmal mehr Spielraum benötigt. Von der Größe ist natürlich klasse, gerade bei der Größe und der Qualität des Sensors.

Die X100-Reihe von Fujifilm bietet zwar einen Sucher und erfüllt viele funktionale Anforderungen, bleibt aber ebenfalls an ein fest verbautes Objektiv gebunden. Für dieses System existieren zwar Weitwinkel- und Telekonverter, doch wer diese regelmäßig anbringt, hebt den Vorteil des kompakten Gehäuses wieder auf.

Wenn man ohnehin mit Vorsatzlinsen oder Wechseloptiken arbeitet, ist der Griff zu einer Kamera mit echtem Bajonett wie der X-E-Serie der geradlinigere Weg.

Aus diesen Abwägungen heraus fiel die Entscheidung auf die Fujifilm X-E5. Das ist natürlich wenig überraschend, wenn man die Überschrift dieses Artikels gelesen hat.

Meine Erwartungen an das Gehäuse sind pragmatisch: Ich wünsche mir ein angenehmes Aufnahmeerlebnis und Abmessungen, die es erlauben, die Kamera tatsächlich jeden Tag bei sich zu tragen. Zudem natürlich schöne Bilder.

Da sich ein solches Kamerasystem nicht nach wenigen Tagen vollständig erfassen lässt, widme ich der Fujifilm X-E5 ein ganzes Jahr in Form einer fortlaufenden Artikelserie. Im nächsten Beitrag geht es darum, wie die Kamera ihren Weg zu mir gefunden hat und danach um die ersten Praxiseindrücke.

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