Der Markt für Reiserucksäcke und Kamerataschen ist schier endlos und als Fotograf sucht man ohnehin ständig nach einem passenden Begleiter für den Alltag und die nächste Reise.
Heute werfe ich einen Blick auf den Island Hopper 2.0 in der Variante mit 34 Litern. Ein Gepäckstück, das auf den ersten Blick durch sein unauffälliges Äußeres punktet und im Inneren mit viel Stauraum aufwartet. Wie schlägt sich der Rucksack in unserem Test?
COR Surf
Wer sich sonst eher bei den alteingesessenen Marken für Kameraausrüstung umsieht, wird bei dem Namen COR Surf vielleicht erst einmal kurz überlegen müssen. Woher kommt dieses Unternehmen und was muss man zum Hintergrund der Marke wissen?
Ursprünglich stammt der Hersteller aus dem Bereich des Wassersports und vertreibt Produkte für Surfer, Paddler und andere naturverbundene Menschen, die das Wasser und die Natur lieben. Das merkt man dem Rucksack auch im Detail an, denn der Fokus liegt stark auf Wetterbeständigkeit und einem funktionalen Design für Leute, die viel draußen an der frischen Luft unterwegs sind.
COR Surf positioniert sich hier mit einem durchdachten Reisegepäck, das gekonnt eine Brücke zwischen dem feuchten Surfstrand und dem urbanen Pflaster bei einem verlängerten Wochenendausflug schlägt.
Material, Größe, Gewicht
Beim Island Hopper 2.0 setzt der Hersteller auf eine matte und wasserabweisende Ripstop Außenhülle. Das Material fühlt sich angenehm griffig an und macht einen sehr widerstandsfähigen Eindruck. Das ist beim Einsatz auf schmutzigen Waldböden, staubigen Straßen oder im plötzlichen Nieselregen ein klarer Vorteil für die Langlebigkeit des Rucksacks. Man muss sich keine Sorgen machen, wenn man die Tasche mal etwas unsanft absetzt.
Mit einer Höhe von knapp 49 Zentimetern, einer Breite von knapp 29 Zentimetern und einer Tiefe von knapp 25 Zentimetern bleibt der Rucksack bequem im Rahmen der gängigen Handgepäckrichtlinien vieler Fluggesellschaften. Wer also gerne mit seiner Kameraausrüstung ins Flugzeug steigt, muss sich hier in der Regel keine allzu großen Sorgen machen und spart sich die ungeliebten Diskussionen am Gate.
Bei einem Leergewicht von nur etwas mehr als einem Kilogramm in dieser 34 Liter Variante haben wir es zudem mit einem echten Fliegengewicht zu tun. Viele Rucksäcke in dieser Größenordnung bringen durch ihre unzähligen Polsterwände gerne mal deutlich mehr auf die Waage, was sich auf langen Wegen recht schnell bemerkbar macht.
Die Reißverschlüsse sind griffig und lassen sich gut greifen. Es sind diese kleinen Entscheidungen im Design, die aus einem einfachen Behältnis einen verlässlichen Begleiter machen. Die Nähte wirken durchgehend sauber verarbeitet und dies spricht für eine ordentliche Qualitätskontrolle bei der Produktion.
Die Gurte und Rückenpolsterung ist gut. Die Gurte schneiden beim Tragen glücklicherweise nicht ein. Es wurde hier ein guter Kompromiss zwischen Größe beziehungsweise Gewicht und der Polsterung gefunden. Natürlich ist es jetzt kein Rucksack, den man für eine lange Wandertour nutzt beziehungsweise würden dann die meisten Rucksäcke irgendwann unangenehm werden. Für den normalen Reisealltag ist der Tragekomfort jedenfalls vollkommen ausreichend und lobenswert gelöst, sodass man abends keine verspannten Schultern hat.
Was die sonstigen Gurte betrifft, so verfügt das Modell über einen Brust- und Hüftgurt. Der Brustgurt kann in der Breite und Höhe verstellt werden. Unterschiedliche Körpergrößen sind daher kein Problem.
Der Hüftgurt ist ein Nice to Have. Bei der Größe des Rucksacks beziehungsweise wie ich ihn bepacken würde, wäre er nicht unbedingt nötig für mich. Falls man ihn nicht nutzt, kann man ihn hinter dem Polster verstauen, was der aufgeräumten Optik sehr zugutekommt. Besser hätte mir noch gefallen, wenn man ihn komplett abnehmen könnte.
Aufteilung und Funktionen
Ein Blick in das Innere offenbart sehr schnell, dass der Rucksack viele Fächer und Unterteilungen bietet. Dies macht es natürlich deutlich einfacher Ordnung zu halten und schnell etwas zu finden, wenn man etwas sucht.
Wie ein Koffer, lässt sich das Hauptfach an drei Seiten mit dem Reißverschluss öffnen und aufklappen. Auf der einen Seite befindet sich ein großes Fach und auf der anderen Seite eine Unterteilung in 1/3 und 2/3.
Die Fächer lassen sich, wie man es ebenfalls von vielen Koffern kennt, mit einer Netzabdeckung schließen. Der Vorteil hiervon ist, dass man den Rucksack problemlos öffnen kann, ohne das etwas herausfällt. Zudem lassen sich natürlich auch die Sachen besser sortieren und ordnen.
Im geräumigen Hauptfach finden sich Kompressionsgurte. Nett wäre es, wenn man die Kompressionsgurte im Hauptfach noch entfernen könnte. Gerade wenn man die Netzabdeckung nutzt, sind sie eigentlich nicht notwendig und können beim Packen leicht im Weg sein.
Auf der Vorderseite befindet sich ein kleines Fach für dünne Gegenstände, wie etwa ein Kabel oder auch ein Notizbuch. Darüber befindet sich ein deutlich größeres Fach. Dies lässt sich relativ weit öffnen. In diesem befindet sich dann nochmal eine Unterteilung. Ebenfalls dort verankert ist eine Möglichkeit seinen Schlüssel zu befestigen.
Rechts und Links an der Außenseite befinden sich zwei Ösen. Auf der einen Seite ist schon ein Karabiner mitgeliefert.
Das Hauptfach und die beiden vorderen Fächer sind mit einem wasserabweisenden Reißverschluss versehen. Dieser verhindert, dass der Inhalt nass wird, wenn es etwa mal anfängt zu regnen.
Die Unterteilung und die Fächer machen einen guten Eindruck. Man kann sehr gut eine Ordnung im Rucksack halten.
Es gibt ein separates Fach für den Computer im hinteren Bereich. Im Laptopfach befindet sich nochmal ein Unterfach, das etwas abgesetzt ist, sodass der Laptop keinen Kontakt zum Boden bekommt. Das Laptopfach hat leider keine wasserfesten Reißverschlüsse, was bei starken Regengüssen beachtet werden sollte.
Persönlich bin ich kein so großer Fan der seitlichen Öffnung des Fachs. Der Vorteil der weiten Öffnung ist natürlich, dass man so einen besseren Überblick über den Inhalt hat. Persönlich würde ich den Rucksack aber eher aufrecht hinstellen, etwa auch wenn man ihn an keinem Koffer befestigt. Dadurch würde eben eine Öffnung oben mehr Sinn ergeben beziehungsweise wäre sie besser in der Handhabung. Ebenso ist es dann einfacher im gleichen Zug etwas aus dem vorderen Fach zu nehmen, wie etwa Ladekabel oder den Netzstecker.
Die zwei Fächer im Rücken des Rucksacks sind eine gute Idee. Gerade das Fach hinter dem Kofferband eignet sich gut als Geheimfach, etwa für Geldbeutel oder Ausweis. Man sollte natürlich nur etwas dort verstauen, auf das man nicht immer wieder zugreifen möchte ohne den Rucksack abzusetzen.
An der Seite befindet sich eine Tasche für eine Trinkflasche oder einen kleinen Regenschirm. Das Material ist hier flexible, so dass auch eine größere Flasche hineinpasst. Wobei bei es einem stark gefüllten Innenfach schon etwas schwer ist, die Flasche in das Fach zu befördern.
In der Praxis
Im täglichen Einsatz muss ein Rucksack beweisen, dass er nicht nur auf dem Papier glänzt. Das Volumen des Rucksacks ist bei der Größe sehr gut. Natürlich immer abhängig von dem was man mitnimmt und braucht, aber für einen Wochenendtrip oder einen verlängerten Wochenendtrip, wenn man sehr genau weiß was man braucht, passt die Größe wunderbar.
Die robuste Ripstop Oberfläche nimmt es einem nicht übel, wenn man den Rucksack in der Eile auf den rauen Asphalt stellt oder ihn im Zug in die schmale Gepäckablage quetscht. Durch das sehr geringe Eigengewicht ermüdet man beim Tragen nicht so schnell, selbst wenn man mal etwas länger laufen muss. Auch das Absetzen und schnelle Aufnehmen gelingt durch den gut positionierten Griff auf der Oberseite und an der Seite mühelos.
Wie lässt sich der Rucksack als Fotograf nutzen? Da es sich, wie bereits erwähnt, nicht um einen dedizierten Fotorucksack handelt, suchen wir die klassischen dicken Trennwände hier vergeblich.
Der große Innenbereich eignet sich natürlich gut für einen Kamerataschen Cube. Also eine zusätzliche Polsterung, bei der alles gut sortiert ist und vor Stößen geschützt bleibt.
Auf der anderen Seite findet etwa eine etwas kleine Kameratasche wunderbar Platz im Inneren. So bleibt man herrlich flexibel und kann den Rucksack am Zielort auch einfach für den entspannten Fototrip komplett ausräumen.
Die größere Außentasche auf der Front eignet sich super für Zubehör, wie Filme, Akkus oder Speicherkarten. Vom Platz geht auch eine kompakte Kamera dort rein. Bei sensiblen Geräten oder empfindlichen Sucherkameras würde ich noch eine zusätzliche Tasche oder Etui empfehlen, um ärgerliche Kratzer zu vermeiden. Für Actionkameras oder Einwegkameras ist die durch die robuste Bauweise nicht erforderlich.
In die Tasche für die Trinkflasche lässt sich gut ein Stativ oder Selfiestick stecken.
Fazit
Am Ende meines Tests bleibt der positive Eindruck eines soliden und vor allem vielseitigen Begleiters für die kommenden Abenteuer. Der Rucksack punktet mit seinem geringen Gewicht und der guten Materialwahl, die auch bei widrigen Wetterbedingungen Vertrauen erweckt.
Highlight für mich sind die Fächer und Unterteilungen. Sie machen einen sehr überzeugenden Eindruck und man kann wirklich gut eine Ordnung im Rucksack halten.
Kleinere Kritikpunkte, wie die nicht komplett entfernbaren Kompressionsgurte, der fest vernähte Brustgurt oder die seitliche Öffnung des Laptopfachs, trüben das Gesamtbild nur minimal und fallen im Alltag kaum negativ ins Gewicht.
Das Volumen des Rucksacks ist bei der Größe gut ausbalanciert und macht ihn zum treuen Gefährten für den nächsten Städtetrip oder den Kurzurlaub. Wer seine Fotoausrüstung ohnehin in kleinen Zusatztaschen organisiert und Wert auf ein geringes Leergewicht legt, wird mit diesem Modell glücklich werden.
Kaufen
Wer nun Interesse an diesem flexiblen und reisefreudigen Gepäckstück gefunden hat, kann sich direkt beim Hersteller informieren und alle weiteren Details einsehen. Der Rucksack wird über den eigenen Onlineshop von COR Surf vertrieben und ist dort in verschiedenen Farbvarianten erhältlich. Weitere Details, genaue Spezifikationen sowie die direkte Möglichkeit zum Kauf findet ihr dort.










































