In der Welt der Rucksäcke gibt es eine Fülle von Optionen, die von ultraleichten, technischen Daypacks bis hin zu klassischen Leder- und Canvas-Modellen reichen. Der Pioneer Panda Pack positioniert sich in einem interessanten Segment dazwischen. Er versucht, eine Brücke zwischen technischer Funktionalität und einer Ästhetik zu schlagen, die sowohl im urbanen Umfeld als auch auf Reisen eine gute Figur macht.
Dieser Testbericht beleuchtet die zweite, überarbeitete Version des Pioneer Panda Pack Rucksacks, seine Materialien, Funktionen und die praktische Anwendung, insbesondere für den Transport analoger Fotoausrüstung.
Hintergrund der Marke Pioneer
Pioneer Carry, die Marke hinter dem Panda Pack, hat ihre Wurzeln in der Entwicklung von technischen Geldbörsen und Klein-Accessoires. Der Gründer, Henry Lefens, begann seine Karriere als Industriedesigner bei einem großen Outdoor-Unternehmen. Dort entwickelte er eine Faszination für fortschrittliche Textilien und Fertigungsprozesse und wollte die Präzision und Technik von Hartwaren wie Karabinern und Eispickeln auf weiche Waren übertragen.
Die Philosophie des Unternehmens konzentriert sich auf die Verwendung von speziell entwickelten, hochmodernen Materialien und präzisen Fertigungsmethoden, um langlebige und funktionale Produkte zu schaffen. Dieser Ansatz, der mit kleinen Gegenständen begann, wurde inzwischen auf eine Linie von Taschen und Rucksäcken ausgeweitet, zu der auch der Panda Pack gehört.
Die Marke legt Wert auf eine lange Entwicklungszeit, oft bis zu zwei Jahre für ein neues Produkt, um durch intensive Tests im Labor und im Feld die Funktionalität sicherzustellen.
Material, Größe, Gewicht und Verarbeitung
Schon bei der Anlieferung des Panda Pack bekommt man ein Premium-Gefühl. Er kommt in einem stabilen Karton, der sich von der üblichen Plastiktütenverpackung abhebt, begleitet von einer kleinen Karte.
Nimmt man den Rucksack das erste Mal in die Hand, ist das erste Wort, das einem in den Sinn kommt, “solide”. Man spürt unmittelbar das Gewicht und die Dichte der verwendeten Materialien. Die Verarbeitung ist auf einem hohen Niveau; alle Nähte sind sauber und präzise ausgeführt.
Das Hauptmaterial des Rucksacks ist ein Gewebe namens MANDARIN 840. Hierbei handelt es sich um ein eigens von Pioneer entwickeltes, hochfestes Ballistic-Nylon mit 840 Denier. Das Material zeichnet sich durch ein spezielles Dobby-Webverfahren mit gedrehten Garnen aus, was zu einer dichteren und festeren Struktur führt.
Das Material verspricht eine ausgezeichnete Abriebfestigkeit und eine DWR (Durable Water Repellency) Imprägnierung auf der Außenseite sowie eine wasserdichte Membran auf der Innenseite. Pioneer betont, dass der gesamte Rucksack zu 100 Prozent aus Nylon gefertigt ist und bewusst auf Polyester oder dehnbare Stretchmaterialien, die mit der Zeit ausleiern könnten, verzichtet wird. Dies trägt zum robusten und formstabilen Charakter des Rucksacks bei.
Der Rucksack wird derzeit in den Farben Schwarz, einem schwarzen Tarnmuster und Dunkelgrün angeboten. Eine Erweiterung der Farbpalette um ein Dunkelblau oder hellere Töne wie Beige wäre sicher spannend.
Das Branding ist erfreulich zurückhaltend. Lediglich an der Seite und oberhalb des Rückenteils findet sich ein unauffällig eingenähtes Logo. Der Markenname “Pioneer” ist zudem dezent auf den metallenen Ziehhilfen der Reißverschlüsse eingeprägt. Im Inneren informiert ein weiteres eingenähtes Etikett über das Modell und die Herstellung. Gefertigt wird der Rucksack in Vietnam.
Mit Abmessungen von circa 45 x 29 x 20 Zentimetern (offizielle Angaben: 17.5″ x 11.5″ x 8″) und einem Volumen von 25 Litern fällt er in eine gängige Handgepäcksgröße für die meisten großen Fluggesellschaften.
Für die Mitnahme als kleineres, kostenloses “Personal Item” bei einigen Billigfluglinien könnte er jedoch die zulässigen Höchstmaße überschreiten. Bei Ryanair (40 x 30 x 20 cm) und Wizzair (40 x 30 x 20 cm) ist er formal zu hoch. Bei Eurowings (40 x 30 x 25 cm) passt die Grundfläche, aber nicht die Höhe. Einzig bei Easyjet, mit Maßen von 45 x 36 x 20 cm, könnte er als kleines Handgepäckstück durchgehen. Eine Überprüfung vor dem Flug ist daher ratsam.
Funktionen des Pioneer Rucksacks
Auf den ersten Blick stechen die zwei großen, aufgesetzten Fächer auf der Vorderseite ins Auge. Diese sind so konzipiert, dass sie sich nach außen ausdehnen, wenn sie befüllt werden, und somit nur minimal Platz aus dem Hauptfach beanspruchen. Im leeren Zustand liegen sie flach an.
Sie öffnen sich weit und geben einen guten Überblick über den Inhalt, was durch das hellgraue Innenfutter unterstützt wird – obwohl ein noch etwas hellerer Farbton die Sichtbarkeit weiter verbessern könnte.
Das obere der beiden Fächer ist ideal für den schnellen Zugriff auf Gegenstände wie Kabel, Stifte oder ein Notizbuch, besonders wenn der Rucksack neben einem steht oder zwischen den Beinen, etwa im Bus oder Flugzeug.
Pioneer verzichtet bewusst auf eine übermäßige interne Organisation mit vielen kleinen Steckfächern, was die Flexibilität erhöht und den Nutzer ermutigt, eigene Pouches und Etuis zu verwenden. Von der Größe her sind die Fächer so ausgelegt, dass sie die Pioneer Global Pouches perfekt aufnehmen können.
In beiden Fächern befindet sich eine Unterteilung. Hier lassen sich etwa Kabel, einige Stifte oder Ähnliches verstauen.
Im unteren Frontfach befindet sich ein Schlüsselband. Dieses ist mit Druckknöpfen an beiden Enden versehen, sodass sich ein Schlüsselbund auch einhändig schnell befestigen und wieder lösen lässt.
Die Länge ist ausreichend, um eine Tür aufzuschließen, ohne den Rucksack absetzen zu müssen, könnte für manche Anwendungen aber noch etwas großzügiger sein. Befestigt ist das Band an einer einfachen Schlaufe, was es ermöglicht, bei Bedarf ein eigenes Band zu nutzen oder ganz darauf zu verzichten.
Wünschenswert wäre eine zweite Befestigungsmöglichkeit für das Band im oberen Fach oder in einer der Seitentaschen gewesen. Gerade wenn man ein größeres Etui in dem Fach hat, ist die Nutzung eines Schlüssels doch etwas umständlich.
An beiden Seiten des Rucksacks gibt es Reißverschlussfächer. Diese sind bei der zweiten Version des Panda Packs höher gestaltet worden, um Gegenstände sicherer aufzunehmen. Sie eignen sich gut für einen Belichtungsmesser, ein kleines Reisestativ oder einen Regenschirm. Da die Fächer nicht gepolstert sind, sollte man bei empfindlichen Gegenständen vorsichtig sein, wenn man den Rucksack abstellt. Eine einfache Lösung wäre das Einlegen eines kleinen Polsterelements aus einer Kameratasche.
Man kann die Fächer aber auch für den Transport einer Wasserflasche nutzen. Bei kleinen Flaschen (0,5 Liter PET), verschließbaren Kaffeebechern oder anderen Behältern (etwa 0,5 Liter Dose) kann das Fach auch wieder geschlossen werden. Bei höheren Flaschen muss man den Reißverschluss offen lassen. Durch die Tiefe des Faches sitzt die Flasche trotzdem sicher. Nur beim Verstauen in einem Gepäckfach sollte man etwas vorsichtig sein.
Die leichte Zugänglichkeit aller Außenfächer ist komfortabel, birgt aber auch ein Sicherheitsrisiko in Menschenmengen oder an Orten mit erhöhter Taschendiebstahlgefahr. Wichtige Wertgegenstände sollten daher im Hauptfach aufbewahrt werden.
Das Hauptfach lässt sich im Clamshell-Stil vollständig aufklappen, ähnlich wie ein Koffer. Dies ist ein erheblicher Vorteil beim Packen und ermöglicht einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf den gesamten Inhalt, auch auf Gegenstände, die sich ganz unten befinden.
An der Innenseite des Deckels befinden sich zwei große Netztaschen mit Reißverschluss. Direkt hinter der oberen Netztasche ist ein weiteres, etwa 13 cm tiefes Steckfach verborgen. Hier lässt sich schnell ein Geldbeutel, Smartphone oder Reisepass verstauen, ohne das Fach komplett öffnen zu müssen.
Im unteren Teil der Rückseite ist ebenfalls noch eine Tasche mit einer Tiefe von rund 17 cm, hier könnte etwa ein E-Reader seinen Platz finden.
Zusätzlich befinden sich auf dieser Seite vier Ösen in jeder Ecke. Dort lässt sich etwa ein Aufbewahrungsnetz einhängen, das Pioneer in Kürze anzubieten plant. Für mich persönlich wäre es noch praktisch, wenn es direkt oben zwei Ösen gäbe, so könnte man etwa eine kleine Tasche einhängen, auf die man immer leicht Zugriff haben möchte.
Ein wesentliches Merkmal des Panda Pack ist das separate Laptopfach, das sich direkt am Rücken befindet. Dies ermöglicht einen schnellen Zugriff bei Sicherheitskontrollen am Flughafen.
Im Inneren gibt es zwei Fächer. Eines davon ist als “suspended sleeve” konstruiert, was bedeutet, dass der Laptop nicht direkt auf dem Boden aufsteht und so besser vor Stößen geschützt ist. Das Fach ist ausreichend gepolstert und fasst Laptops bis zu einer Größe von 17 Zoll.
Die Schultergurte sind mit 10 mm dickem Schaumstoff gepolstert, haben eine angenehme Breite und sind leicht ergonomisch geformt, was für einen guten Tragekomfort sorgt. Auch das Rückenteil ist angenehm, aber natürlich nicht vergleichbar mit einem Wanderrucksack oder Ähnlichem.
Der Rucksack verzichtet auf einen Brustgurt, was bei einem Volumen von 25 Litern eine Frage der persönlichen Präferenz ist. Für die meisten Alltagssituationen und moderate Beladung ist dies kein wesentlicher Nachteil.
Die Frage nach der angenehmen Nutzung eines Kameragurts lässt sich positiv beantworten. Da der Rucksack keine übermäßig breiten Schultergurte hat, stört er in der Regel nicht bei der Verwendung eines Kameragurts.
Auf der Rückseite ist ein breiter, horizontal verlaufender Gurt angebracht, mit dem der Rucksack sicher auf dem Gestänge eines Rollkoffers befestigt werden kann. Die aufrechte Positionierung sorgt dafür, dass man auch im aufgesteckten Zustand leicht auf die Fächer zugreifen kann.
Der obere Tragegriff ist ebenfalls gut gepolstert und angenehm zu halten, und der Rucksack ist gut ausbalanciert, wenn er angehoben wird. So kann man den Panda Pack auch mal längere Zeit tragen, etwa in einer Warteschlange oder im Zug, ohne dass einem die Hände schmerzen.
Pioneer verwendet große und robuste YKK Vislon Reißverschlüsse am gesamten Rucksack. Diese laufen wirklich sehr geschmeidig, auch um die Ecken, und erzeugen dabei ein charakteristisches, sattes Geräusch. Die metallenen Zipper-Pulls sind speziell geformt und liegen gut in der Hand.
Die Kombination aus großen Reißverschlüssen und metallenen Ziehhilfen macht den Panda Pack zu einem akustisch präsenten Rucksack. In sehr ruhigen Umgebungen wie Meetings oder bei Fotoaufnahmen an stillen Orten könnte dies als störend empfunden werden.
Die Reißverschlüsse sind bewusst nicht als wasserdichte Aquaguard-Versionen ausgeführt. Solche Reißverschlüsse sind oft schwergängiger, weniger langlebig und hätten vielleicht nicht zur Gesamtästhetik des Rucksacks gepasst.
Obwohl das Hauptmaterial wetterfest ist, stellen die Reißverschlüsse eine potenzielle Schwachstelle bei starkem Regen dar. Wer absoluten Schutz benötigt, kann auf eine separate Regenhülle zurückgreifen.
Ein abnehmbarer Gepäckanhänger aus dem gleichen Material wie der Rucksack rundet das Design ab; er kann bei Bedarf auch zur Befestigung einer Mitarbeiterkarte oder Ähnlichem genutzt werden.
Transport von analogen Kameras
Für einen Fotografen, der mit analoger Ausrüstung unterwegs ist, bietet der Rucksack eine interessante Mischung aus Stil und Funktion. Die Ästhetik des Rucksacks – ein Mix aus Moderne und Vergangenheit – passt gut zur analogen Fotografie.
Man kann sich den Fotografen vorstellen, der mit seiner Mittelformatkamera durch die Dörfer streift und seine Ausrüstung in diesem Rucksack verstaut, der durch seine Robustheit wirkt, als wäre er schon seit Generationen in Familienbesitz. Gleichzeitig verleihen ihm das technische Material und die klaren Linien einen zeitlosen, fast luxuriösen Charakter, der auch in einem modernen urbanen Umfeld nicht deplatziert wirkt.
Der Panda Pack ist kein dedizierter Fotorucksack, kann aber sehr gut für diesen Zweck adaptiert werden. Seine Stärke liegt hier in seiner Flexibilität. Anstatt sich auf ein festes System festzulegen, kann der Nutzer den Rucksack mit Kamera-Inserts von Drittherstellern genau an seine Bedürfnisse anpassen. Das vollständig aufklappbare Hauptfach ist hierbei ein großer Vorteil, da es einen perfekten Überblick und Zugriff auf die gesamte Ausrüstung ermöglicht, ähnlich wie bei einem professionellen Fotokoffer.
Die äußeren Fächer eignen sich hervorragend für Zubehör: Filmrollen, ein externer Belichtungsmesser, Notizbuch und Stift für Aufzeichnungen, Kabelauslöser und Filter. Die Seitentaschen können ein kompaktes Reisestativ aufnehmen.
Eine kompakte Kleinbildkamera oder Pocketfilmkamera passt ebenfalls perfekt in eine Seitentasche. An diese gelangt man auch, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen.
Fazit zum Pioneer Panda Pack
Der Pioneer Panda Pack ist ein durchdachtes und hochwertig gefertigtes Produkt. Man merkt, dass sich die Entwickler bei vielen Details Gedanken gemacht haben, von der Materialauswahl über die Anordnung der Fächer bis hin zur Haptik der Reißverschlüsse. Das Ergebnis ist ein stimmiges Gesamtkonzept, an dem man lange seine Freude hat.
Der Rucksack überzeugt durch seine robuste Konstruktion aus 100 % Nylon und seine flexible Nutzbarkeit, bei der trotzdem eine gute Ordnung möglich ist. Ich persönlich finde es angenehm, dass man nicht in ein vorgefertigtes Korsett gedrückt wird.
Kleinigkeiten, wie dass er aufrecht steht, der Handgriff gut ausbalanciert ist, das Laptopfach separat ist und dass sich das Hauptfach fast komplett öffnet. Kleine Details, die man, wenn man sie mal hatte, aber auch nicht mehr missen möchte.
Wünschenswert wären sicher noch wasserdichte Reißverschlüsse, damit man sich bei einem Regenschauer keine großen Gedanken machen muss. Aber es ist auch nachvollziehbar, warum man sich dagegen entschieden hat. Im Gegenzug bekommt man dafür aber auch diese zufriedenstellend großen Reißverschlüsse.
Er ist eine gute Wahl als vielseitiger Alltagsrucksack für Pendler, macht aber auch auf Reisen eine ausgezeichnete Figur. Seine wahre Stärke liegt in seiner Fähigkeit, sich an verschiedene Bedürfnisse anzupassen, sei es als Büro-Begleiter, als Handgepäckstück für einen Wochenendtrip oder eben als diskrete und stilvolle Kameratasche für den analogen Fotografen.
Der Panda Pack schafft es, eine Brücke zu schlagen zwischen einer langlebigen, fast schon traditionellen Anmutung und modernen, technischen Materialien, was ihm einen eigenständigen Charakter verleiht. Er ist kein lauter, schreiender Rucksack, sondern ein solider und verlässlicher Begleiter für den anspruchsvollen Nutzer.
Warum der Name Panda Pack?
Als das Design des Rucksacks entstand, ähnelte er einem runden, pummeligen Pandabären, was ihm seinen Namen gab. Das Team wollte einen Namen, der im Gedächtnis bleibt.
Pioneer Panda Pack kaufen
Kaufen kann man den Panda Pack am einfachsten über den Online-Shop von Pioneer. Es wird eine internationale Versandoption angeboten.

























































Danke für den detaillierten Testbericht! Ich bin gerade auf der Suche nach einem neuen Rucksack für Reisen. Klingt er wirklich vielversprechend!
Ein sehr solider und gut durchdachter Rucksack, wie es aussieht! Die Liebe zum Detail ist erkennbar.
Wow, der Artikel macht wirklich Lust auf den Panda Pack! Die Beschreibung der Materialien und der Verarbeitungsqualität klingt super. Scheint ein Rucksack fürs Leben zu sein. Genau das, was ich suche!
Faszinierend, wie hier Technik und Ästhetik so gekonnt verbunden werden. Der Ansatz, einen Rucksack zu entwickeln, der sowohl für den urbanen Alltag als auch für Reisen taugt und gleichzeitig dieser analoge Charme mitschwingt, ist wirklich gelungen. Man merkt, dass hier nicht einfach nur ein Produkt auf den Markt geworfen wurde, sondern viel Hirnschmalz und Testzeit investiert wurden. Ein echter Begleiter und keine Wegwerfware.