×

Airback Go im Test

Dunkelorange Links = Amazon-Werbung
Lerne mehr über die analoge Fotografie

Die Welt des Reisens hat sich in den letzten Jahren merklich verändert. Insbesondere Flugreisen sind von einer zunehmend restriktiven Gepäckpolitik der Airlines geprägt. Wo früher ein großzügiges Handgepäckstück selbstverständlich war, erlauben viele Fluggesellschaften heute nur noch ein kleines, unter dem Vordersitz verstaubares Gepäckstück ohne Aufpreis.

Für Fotografie-Enthusiasten, die auch auf einem kurzen Wochenendtrip in eine europäische Metropole nicht auf ihre analoge Kameraausrüstung verzichten möchten, stellt dies eine besondere Herausforderung dar.

Hier positioniert sich der Airback Go, ein Rucksack, der mit einem integrierten Kompressionssystem wirbt. Das Versprechen: Deutlich mehr Inhalt in einem handgepäckkonformen Format unterzubringen. Doch wie schlägt sich dieses Konzept in der Praxis, speziell wenn man mit Fotoequipment auf die Reise geht?

airback-go-backpack-review-camera-bag

Hintergrund zur Marke Airback

Airback ist ein relativ junges Unternehmen im Markt für Reisegepäck, das aus dem Bedürfnis heraus entstand, eine Lösung für gängige Reiseprobleme wie Platzmangel und Gepäckgebühren zu finden. Zur Auswahl stehen verschiedene Taschen und Koffer. In diesem Testbericht schauen wir uns den derzeit kleinsten Rucksack an.

Material, Größe und Verarbeitung

Der Airback Go präsentiert sich in einem schlichten, urbanen Design. Als Hauptmaterial kommt ein zu 100 % recyceltes Nylon 900D zum Einsatz, das an der Vorderseite mit einer Wachsbeschichtung und auf der Rückseite mit einer PU-Beschichtung versehen ist.

Angeboten werden Varianten mit verschiedenfarbigen Vorderseiten. Zur Auswahl stehen Schwarz, Blau, Hellblau, Beige/Weiß und Dunkelgrün. In diesem Test geht es um die dunkelgrüne Version.

Die Vorderseite fühlt sich angenehm weich an und gibt dem Rucksack einen besonderen Look. Ein bisschen Sorge hätte ich allerdings, dass das Material nach langjähriger Nutzung deutliche Gebrauchsspuren aufweist.

airback-go-backpack-review-5
airback-go-backpack-review-water-proof

Die Abmessungen des Airback Go sind mit 40 x 30 x 15-20 cm (Länge x Breite x Tiefe) explizit auf die Anforderungen für das „kleine Handgepäck“ (Under-Seat-Gepäck) vieler Fluggesellschaften ausgelegt. Das Volumen wird mit 16 bis 32 Litern angegeben, wobei die höhere Angabe durch die Nutzung der Kompressionsfunktion und einer Erweiterungsfalte erreicht wird.

airback-go-backpack-review-9
airback-go-backpack-review-19

Ein nicht zu vernachlässigender Punkt ist das Eigengewicht des Rucksacks, das mit 1,3 kg angegeben wird. In Anbetracht der oft strengen Gewichtslimits für Handgepäck ist dies ein Faktor, der bei der Gesamtbeladung berücksichtigt werden muss. Hier hätte man sich unter Umständen eine leichtere Konstruktion wünschen können, um mehr Spielraum für das eigentliche Gepäck zu haben.

Die Verarbeitung des Rucksacks macht einen guten Eindruck. Die Reißverschlüsse, die bei einem vollgepackten Rucksack einer hohen Belastung ausgesetzt sind, könnten meiner Meinung nach etwas leichtgängiger sein. Gerade wenn sie unter Spannung stehen, hakeln sie manchmal etwas, besonders im Vergleich zu anderen Rucksäcken.

airback-go-backpack-review-zipper
airback-go-backpack-review-7

Funktionen im Detail

Der Rucksack lässt sich komplett aufklappen. Dies ist sehr nützlich beim Packen und gibt einen guten Überblick über den Inhalt. Auf der linken Seite befindet sich ein Fach für Schuhe und darüber ein weiteres verschließbares kleineres Fach.

airback-go-backpack-review-28

Auf der anderen Seite ist das zentrale und namensgebende Merkmal des Airback Go: das integrierte Kompressionssystem. Dieses besteht aus einem großen, luftdichten Fach im Hauptteil des Rucksacks, das über ein Ventil verfügt. Mithilfe einer separaten, kleinen elektrischen Pumpe wird die Luft aus diesem Fach gesaugt, wodurch das Volumen des Inhalts, vornehmlich Kleidung, reduziert wird.

Die Pumpe ist ausreichend stark, um die Luft je nach Füllmenge innerhalb von ein bis zwei Minuten zu entfernen. Anstatt der Pumpe kann man auch einen Staubsauger zum Entfernen der Luft nutzen. Der Verschluss des Kompressionsfaches erfolgt über einen speziellen, robusten Reißverschluss, der allerdings etwas schwer zu schließen ist. Erleichtert wird das Schließen durch Schlaufen an den Enden.

Diese Kompressionsfunktion schafft eine klare Trennung im Rucksack. Die Kleidung ist separat verstaut und kommt nicht in Kontakt mit anderen Gegenständen, was aus hygienischer Sicht und zum Schutz der Kameraausrüstung vorteilhaft ist.

Wie viel Kleidung in das Fach passt, lässt sich logischerweise nicht pauschal beantworten, da es von verschiedenen Faktoren wie Größe der Person, Materialien usw. abhängt. Für mich persönlich passt die Größe sehr gut für die Kleidung für ein Wochenende. Eine lange Hose, zwei bis drei T-Shirts, Unterwäsche, Socken, Pullover und Pyjama passen ohne Probleme hinein, und es bleibt noch etwas Platz.

Einmal komprimiert, hält das Fach die Kleidung in einem festen, kompakten Block, was für eine gewisse Grundordnung im Rucksack sorgt. Ein Nachteil dieser Konstruktion ist jedoch der erschwerte Zugriff auf die komprimierten Gegenstände. Benötigt man unterwegs spontan einen wärmeren Pullover, muss der Rucksack geöffnet und das Vakuumfach entlüftet werden, was umständlich sein kann.

airback-go-backpack-review-33

airback-go-backpack-review-32
airback-go-backpack-review-34

Neben dem Kompressionsfach bietet der Airback Go eine Reihe weiterer Organisationsmöglichkeiten. Ein gepolstertes Laptopfach, das für Geräte bis zu 15 Zoll ausgelegt ist, befindet sich direkt am Rücken. Neben einem Laptop können hier auch ein Tablet oder Dokumente verstaut werden. Gegenüberliegend finden sich noch zwei Taschen für Kabel oder anderen Kleinkram.

Dieses Fach ist separat zugänglich und kann mit einem TSA-konformen Schloss gesichert werden. Die Sinnhaftigkeit eines integrierten Schlosses für ein Gepäckstück dieser Größe, das man in der Regel stets bei sich trägt, sei dahingestellt. Ein beiliegendes, flexibles Schloss könnte für manche Nutzer die praktischere Lösung sein, um bei Bedarf auch andere Fächer zu sichern.

airback-go-backpack-review-laptop
airback-go-backpack-review-gadget
airback-go-backpack-review-lock

Ein weiteres, schnell zugängliches Fach befindet sich an der Oberseite des Rucksacks. Dieses ist ideal, um Gegenstände wie Smartphone, Geldbörse, Reisepass und Schlüssel zu verstauen, die man während der Sicherheitskontrolle schnell zur Hand haben muss.

Die Positionierung erlaubt einen bequemen Zugriff, wenn der Rucksack unter dem Flugzeugsitz platziert ist. Ein integrierter Schlüsselanhänger befindet sich ebenfalls in diesem Fach. Leider kann dieser nicht entfernt werden und auch der Anhänger an sich ist eher einfach gehalten.

In dem Fach befindet sich eine weitere Unterteilung durch ein Netzfach, das mit einem Reißverschluss verschließbar ist. Perfekt für Kleinigkeiten wie Münzen, Batterien oder Speicherkarten.

Die Vorderseite des Faches ist mit einem weichen Stoff ausgekleidet. Hier lässt sich gut eine Kompaktkamera oder Einwegkamera verstauen, um während der Reise einige Schnappschüsse zu machen. Platztechnisch passt sicher auch die eine oder andere Kleinbild-SLR in dieses Fach, da es sich nach außen etwas ausdehnen kann.

airback-go-backpack-review-key-leash
airback-go-backpack-review-25
airback-go-backpack-review-camera
airback-go-backpack-review-27

An der Seite verfügt der Rucksack über ein erweiterbares Fach für eine Wasserflasche. Hier kann man gut eine 0,5- oder 0,7-Liter-PET-Flasche verstauen. Flaschen mit größerem Durchmesser als 18 cm lassen sich nur schwer verstauen. Bei der Nutzung des Fachs ist noch zu beachten, dass bei einer höheren Flasche das Schloss für das Laptopfach teils verdeckt wird.

airback-go-backpack-review-18
airback-go-backpack-review-water-bottle

Das letzte Fach befindet sich auf der Rückseite. Das „versteckte“ Fach bietet einen sicheren Platz für Geldbörse, Kreditkarten oder den Reisepass.

airback-go-backpack-review-15
airback-go-backpack-review-passport

An der Seite des Rucksacks befindet sich ein Anschluss mit je einem USB-A- und USB-C-Port. An das interne USB-A-Kabel kann eine Powerbank angeschlossen werden, um dann über die externen Anschlüsse das Smartphone zu laden.

Als analoger Fotograf, der gerne alte Fototechnik verwendet, bin ich hier etwas zwiegespalten. Technologie verändert sich so schnell, dass in einigen Jahren solche Funktionen obsolet oder nicht mehr nutzbar sein können. In diesem Fall ist es fast schon absehbar. Hat man nämlich eine reine USB-C-Powerbank, kann man diese Funktion nicht nutzen. Hier wäre vielleicht eine rein analoge Lösung, bei der man ein eigenes Kabel durch eine vorgesehene Öffnung führt, eine langfristig bessere Lösung gewesen.

airback-go-backpack-review-usb-charger
airback-go-backpack-review-usb-cable
airback-go-backpack-review-power-bank

Das Gurtsystem ist gepolstert und ergonomisch geformt, um auch bei höherem Gewicht einen angenehmen Tragekomfort zu gewährleisten. Das passt so weit. Zusätzlich gibt es einen Brustgurt, an dem sich eine Notfallpfeife befindet. Ein Trolley-Gurt auf der Rückseite ermöglicht es zudem, den Rucksack auf einem Rollkoffer zu befestigen. An der Oberseite befindet sich ein weicher Handgriff.

airback-go-backpack-review-12
airback-go-backpack-review-13
airback-go-backpack-review-handle
airback-go-backpack-review-luggage-strap

Airback Kulturbeutel

Airback verkauft den Rucksack im Set mit einem passenden Kulturbeutel. Dieser lässt sich selbstverständlich auch für Fotozubehör wie Akkus, Kabel, Filme oder kleine Objektive zweckentfremden. Das Material ist leicht zu reinigen, jedoch wären wasserdichte Reißverschlüsse, sogenannte YKK Aquaguards, eine wünschenswerte Ergänzung, um den restlichen Rucksackinhalt vor auslaufenden Flüssigkeiten zu schützen.

airback-toiletry-bag-review-1
airback-toiletry-bag-review-2
airback-toiletry-bag-review-3
airback-toiletry-bag-review-4

Nutzung für den Transport von analogen Kameras

Für den geplanten Fototrip am Wochenende stellt sich die Frage, wie gut sich der Airback Go für den Transport einer analogen Kameraausrüstung eignet. Platztechnisch muss man sich, wenn man nur mit dem Rucksack reist, einschränken. Eine Großformatkamera wird man im Airback Go nicht unterbringen können.

Das Vorderfach eignet sich sehr gut für eine Kamera, die man schnell griffbereit haben möchte. Wie schon angesprochen, passt hier perfekt eine Kleinbild-Kompaktkamera, aber auch eine kleine Instax Mini Sofortbildkamera findet Platz in diesem Fach und ist immer griffbereit, um eine Erinnerung festzuhalten.

Wenn man das Kompressionsfach nutzt, kann man darauf natürlich noch weitere Gegenstände platzieren, etwa den Kulturbeutel oder auch eine kleinere Kameratasche. Eine Kamera ohne Schutz würde ich dort nicht verstauen, da der Rucksack dafür zu wenig Polsterung bietet.

Benötigt man keine Extra-Schuhe, kann dieses Fach auch sehr gut für das Verstauen einer Kameratasche oder eines Inlays genutzt werden. Hier ließen sich aber auch mehrere Packungen Sofortbildfilm verstauen. Das Fach darüber eignet sich perfekt für Batterien oder Filmmaterial.

airback-go-backpack-review-shoe
airback-go-backpack-review-30
airback-go-backpack-review-sling-bag

Fazit

Der Airback Go ist ein spezialisierter Reiserucksack, dessen Kaufargument eindeutig in seiner integrierten Vakuumfunktion liegt. Er richtet sich an Reisende, die mit minimalem Gepäck auskommen und das Volumen ihrer Kleidung maximal reduzieren möchten, um die strengen Handgepäckregeln von Billigfluglinien einzuhalten.

Die Verarbeitungsqualität und die Materialwahl sind in Ordnung. Die Aufteilung und insbesondere das vordere Fach sind ebenfalls gut durchdacht. Die Handhabung des Kompressionsfaches ist einfach und verständlich.

Die Kompressionsfunktion ist jedoch zugleich die größte Stärke und die größte Schwäche des Rucksacks. Sie schafft Ordnung und spart Platz, schränkt aber die Flexibilität erheblich ein. Spontane Einkäufe am Reiseziel oder der Transport von sperrigen Gegenständen – wie einer größeren Kameraausrüstung – werden durch den vom Vakuumfach beanspruchten Raum limitiert, da man nicht das komplette Volumen des Rucksacks ausnutzen kann.

Für Fotografen eignet sich der Rucksack daher nur, wenn mit kompaktem Equipment gereist wird und eine separate Polsterung zum Einsatz kommt.

Es stellt sich die grundlegende Frage, ob eine Kombination aus einem herkömmlichen, leichten Handgepäck-Rucksack und separaten Vakuumbeuteln nicht die flexiblere und letztlich praktischere Lösung darstellt. Dies würde nicht nur eine anpassungsfähigere Nutzung des Rucksackvolumens ermöglichen, sondern auch die Möglichkeit bieten, mehrere Beutel zur Trennung von sauberer und Schmutzwäsche zu verwenden. Zudem wäre der Rucksack außerhalb von Reisen ohne die Einschränkung durch das fest verbaute Kompressionssystem universeller einsetzbar.

Der Airback Go kann online erworben werden. Im Online-Shop gibt es mit dem Code „FILMPHOTO10“ noch 10 % Rabatt.

10 Kommentare zu “Airback Go im Test

  • Lisa_Berlin
    24. Juli 2025

    Wow, toller Bericht! Ich bin schon länger auf der Suche nach einem Rucksack, der sowohl stylisch als auch praktisch für Wochenendtrips ist. Das recycelte Material und das schlichte Design in Grün gefallen mir mega gut. Die Kompressionsfunktion klingt super praktisch. Ich glaube, den bestelle ich mir.

  • Stefan P.
    24. Juli 2025

    Sehr kritischer und guter Test. Die Anmerkung zum fest verbauten USB-A-Anschluss ist absolut berechtigt. Eine simple Kabeldurchführung wäre technisch die überlegene und zukunftssichere Lösung gewesen. Das hohe Leergewicht ist ebenfalls ein valider Kritikpunkt. Für mich als Techniker sind das leider Designfehler, die den sonst guten Ansatz schmälern.

  • KameraKlaus
    25. Juli 2025

    Danke für den Fokus auf die Analogfotografie. Genau mein Thema. Dass man ein extra Inlay braucht, war zu erwarten. Aber die mangelnde Flexibilität ist ein Problem. Wenn ich z.b. auf einem Flohmarkt in Paris ein altes Objektiv finde, wohin damit? Der Platz ist durch das Vakuumfach ja komplett verplant. Schwierig.

  • Anja
    25. Juli 2025

    Toller Test!

  • Fuchs
    26. Juli 2025

    Guter Bericht, der das Preis-Leistungs-Verhältnis in Frage stellt. Am Ende zahlt man einen Premium-Preis für eine Funktion, die man mit günstigen Vakuumbeuteln für ein paar Euro und einem beliebigen Rucksack genauso gut oder sogar besser hinbekommt. Die Rechnung geht für mich nicht ganz auf.

  • Markus_HH
    26. Juli 2025

    Ich überlege, mir den Rucksack für meine Geschäftsreisen zu holen. Meistens fliege ich nur für eine Nacht und habe nur Kleidung zum Wechseln und den Laptop dabei. Dafür scheint die Aufteilung mit der Trennung ideal. Für den Urlaub wäre er mir aber auch zu unflexibel.

  • Reisefieber
    27. Juli 2025

    Meine größte Sorge wäre, dass das Vakuumfach irgendwann undicht wird. Hat man dann auf dem Rückflug plötzlich einen zu großen Rucksack, weil sich das Fach wieder mit Luft gefüllt hat? Das wäre der Super-GAU an der Gepäckkontrolle.

  • UrbanExplorer
    28. Juli 2025

    Vielen Dank für den Test.

  • Klaus Mayer
    1. August 2025

    Die Airlines treiben uns ja wirklich in den Wahnsinn mit ihren Gepäckregeln! Schön, dass es Firmen gibt, die sich da Gedanken machen. Das Konzept klingt erst mal super, um wirklich nur mit der kleinen Tasche durchzukommen. Mich würde interessieren, wie robust die kleine Pumpe im Dauergebrauch ist und ob man die leicht nachkaufen kann, falls sie mal kaputtgeht. Das wäre für mich ein wichtiger Punkt für die Langlebigkeit.

  • Sophie L.
    1. August 2025

    Der Rucksack sieht wirklich schick aus, gerade in dem Dunkelgrün. Mir gefällt die durchdachte Aufteilung mit den vielen Fächern sehr gut, besonders das schnell zugängliche Fach oben und das versteckte am Rücken. Das ist super praktisch für Städtetrips, wo man Pass und Geld sicher verstauen will. Die Idee mit der Kompression ist interessant, aber die Flexibilität für spontane Souvenirs ist mir manchmal wichtiger als das letzte Quäntchen Platz.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert