Die Fotolandschaft wird zunehmend von neuen Herstellern bereichert, die mit interessanten Angeboten auf den Markt drängen. Zu diesen neueren Akteuren gehört die Marke SG Image, die mit dem AF 25mm F1.8 ihr zweites Autofokus-Objektiv für spiegellose Kameras mit APS-C-Sensor vorstellt. In diesem Testbericht schauen wir uns das kompakte Objektiv am Fujifilm X Bajonett mal genauer an.
Spezifikationen
Technische Basis
Werfen wir zunächst einen detaillierten Blick auf die technischen Daten dieses Objektivs, das trotz seiner kompakten Abmessungen eine beachtliche Ausstattung mitbringt. Das SG Image AF 25mm F1.8 ist für das Fujifilm X Bajonett gerechnet und deckt den APS-C-Bildkreis vollständig ab. Mit einer Brennweite von 25 Millimetern ergibt sich an den Fujifilm-Kameras ein Bildwinkel, der einem 37,5 Millimeter Objektiv im Kleinbildformat entspricht. Diese Brennweite bewegt sich im klassischen Bereich zwischen einem Weitwinkel und einer Normalbrennweite, was sich in der Praxis als sehr flexibel erweist.
Optischer Aufbau
Die optische Konstruktion besteht aus sieben Linsen, die in fünf Gruppen angeordnet sind. Darunter befinden sich drei Elemente mit einem hohen Brechungsindex, die dazu beitragen sollen, Abbildungsfehler und Verzeichnungen zu minimieren.
Die Scharfstellung erfolgt über einen modernen Schrittmotor, der einen leisen und schnellen Autofokus ermöglicht. Ein nützliches Merkmal der Konstruktion ist die Innenfokussierung, bei der sich keine äußeren Teile des Objektivs bewegen, was das Eindringen von Staub erschwert und die Handhabung angenehmer gestaltet.
Blendenkonstruktion
Die Blendenkonstruktion greift auf neun abgerundete Blendenlamellen zurück. Dies verspricht auch beim Abblenden eine nahezu kreisrunde Öffnung, was sich positiv auf den Unschärfebereich im Hintergrund auswirkt. Die minimale Naheinstellgrenze liegt bei 30 Zentimetern, was für alltägliche Nahaufnahmen absolut ausreichend ist. Mit einem Filterdurchmesser von 52 Millimetern lassen sich gängige Filter problemlos anbringen, was im Vergleich zu manchen sehr flachen Pancake-Objektiven mit ungewöhnlich kleinen Filtern ein Vorteil ist.
Gehäuse
Das Gehäuse ist gut verarbeitet, komplett aus Metall gefertigt und hinterlässt einen soliden Eindruck. Das Gewicht beläuft sich auf rund 145 Gramm bei einer Gehäuselänge von 32 Millimetern. Das Objektiv ist damit kompakt genug, um als Pancake-Objektiv durchzugehen.
SG Image liefert das Objektiv in verschiedenen Farbvarianten aus, wobei neben klassischen Versionen in Schwarz und Silber auch Versionen mit farbigen Akzenten in Rot oder Orange am Fokusring angeboten werden. Auf einen physischen Blendenring am Objektivgehäuse wurde verzichtet, was bedeutet, dass die Blende ausschließlich über die Einstellräder an der Kamera gesteuert werden muss.
In der Praxis
Haptik
In der täglichen Fotografie zeigt sich schnell, wie gut sich ein Objektiv schlägt und wo seine Grenzen liegen. Sobald man das SG Image AF 25mm F1.8 an einer Fujifilm-Kamera montiert, fällt die gelungene Ausgewogenheit auf. Die Kombination bleibt klein und leicht, was das Fotografieren über mehrere Stunden sehr angenehm macht. Die Verarbeitung des Gehäuses ist solide und gibt keinen Anlass zur Kritik. Die metallene Fassung fühlt sich wertig an und der Fokussierring läuft geschmeidig, falls man einmal manuell eingreifen möchte.
Für viele Fotografen, die das Fujifilm-System schätzen, ist der Blendenring ein wichtiges Werkzeug zur schnellen Belichtungssteuerung. Beim SG Image AF 25mm F1.8 fehlt dieser physische Blendenring leider. Dies ist in der Praxis jedoch verschmerzbar, da sich die Blendenwerte problemlos über das vordere oder hintere Einstellrad des Kameragehäuses anpassen lassen. Man gewöhnt sich recht schnell an diesen Arbeitsablauf, auch wenn das haptische Feedback eines echten Rings ausbleibt.
Autofokus
Der Autofokus arbeitet dank des Schrittmotors angenehm leise und zügig. In alltäglichen Situationen wie der Straßenfotografie oder bei spontanen Schnappschüssen findet das Objektiv die Schärfe zuverlässig.
Zwar kann es in schwierigen Lichtsituationen vorkommen, dass der Fokus kurz sucht oder minimal abweicht, aber im Großen und Ganzen ist die Trefferrate hoch und für die meisten Anwendungen absolut ausreichend.
Schärfeleistung
Hinsichtlich der Abbildungsleistung zeigt das Objektiv ein zweigeteiltes Bild. Bei der maximalen Blendenöffnung von f/1.8 ist die Schärfe im Bildzentrum bereits auf einem guten Niveau. Motive in der Mitte werden detailreich und klar abgebildet, was sich gut für Porträts oder Detailaufnahmen nutzen lässt.
In den Ecken nimmt die Schärfe schon bemerkbar ab. Gerade bei einer niedrigen Blendenzahl wie f/1.8 ist dieser Effekt deutlich sichtbar. Wer also eine durchgehende Schärfe über das gesamte Bildfeld benötigt, muss das Objektiv auf Blende f/4 oder f/5.6 abblenden, wo sich die Ränder deutlich verbessern und ein ausgewogeneres Ergebnis liefern.
Abbildungsfehler
Diese Randunschärfe bei offener Blende ist ein typischer Kompromiss, den man bei sehr kompakten Konstruktionen in dieser Preisklasse eingehen muss. Das Bokeh, also die Darstellung des Unschärfebereichs, ist angenehm weich und ruhig. Die neun Blendenlamellen sorgen für harmonische Lichtkreise im Hintergrund, ohne dass das Bild unruhig wirkt.
Bei starkem Gegenlicht neigt das Objektiv gelegentlich zu Streulicht und Geisterbildern, da die Vergütung der Linsen unter schwierigen Bedingungen an ihre Grenzen stößt. Die Verwendung einer passenden Gegenlichtblende ist daher ratsam, um Kontrastverluste zu vermeiden.
Alltagstauglichkeit
Ein weiterer Aspekt in der alltäglichen Nutzung betrifft die Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen. Es gibt keine offizielle Angabe über eine Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser. Fotografen sollten daher bei schlechtem Wetter etwas Vorsicht walten lassen und das Objektiv vor starkem Regen schützen.
Der große Vorteil des Objektivs ist seine Kompaktheit. Gerade als Kamera für den Alltag ist man mit dem SG-Image sehr flexibel, was dafür sorgt, dass man die Kamera auch gerne mitnimmt.
Vergleich mit dem TTArtisan 27mm f2.8 AF
Ein naheliegender Vergleich drängt sich mit dem etablierten TTArtisan 27mm f2.8 AF auf, das ebenfalls im Segment der günstigen Autofokus-Kompaktobjektive angesiedelt ist. Beide Objektive richten sich an Fotografen, die eine möglichst unauffällige und leichte Festbrennweite suchen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Unterschiede im Detail liegen und die Entscheidung maßgeblich beeinflussen können.
Der deutlichste Unterschied liegt in der Lichtstärke. Das SG Image bietet eine maximale Blendenöffnung von f/1.8, während das TTArtisan bei f/2.8 an seine Grenzen stößt. Der Unterschied von f/1.8 im Vergleich zu f/2.8 macht schon einen deutlichen Unterschied, gerade in Innenräumen und bei Aufnahmen in der Nacht oder in den Abendstunden.
Mit dem SG Image lässt sich die ISO-Empfindlichkeit der Kamera spürbar niedriger halten, was zu saubereren Bildern führt. Zudem ermöglicht die größere Blendenöffnung eine bessere Freistellung des Hauptmotivs vom Hintergrund, was für kreative Porträts vorteilhaft ist.
In Bezug auf die physischen Abmessungen sind beide Objektive etwa gleich groß. Das SG Image ist im Vergleich zum TTArtisan nur geringfügig größer und steht etwas weiter aus dem Kameragehäuse heraus, behält jedoch seinen Charakter als kompakte Festbrennweite bei.
Das TTArtisan bietet in manchen Versionen einen physischen Blendenring, was für Liebhaber des klassischen Bedienkonzepts ein Pluspunkt sein kann. Wer jedoch die zusätzliche Lichtstärke des SG Image bevorzugt, wird den fehlenden Ring am Gehäuse gerne in Kauf nehmen.
Bei der optischen Leistung gibt es ebenfalls Nuancen. Während das TTArtisan bei Offenblende f/2.8 in den Ecken etwas schärfer abbilden kann, gleicht das SG Image dies durch seine höhere Flexibilität bei schlechtem Licht aus.
Wenn man das SG Image ebenfalls auf f/2.8 abblendet, nähert sich die Schärfeleistung der Konkurrenz an. Letztlich stehen sich hier eine etwas bessere Randstärke des TTArtisan und die höhere Lichtstärke sowie das weichere Bokeh des SG Image gegenüber.
Zudem unterscheidet sich der Bildwinkel geringfügig. Die 25 Millimeter des SG Image sind etwas weitwinkliger als die 27 Millimeter des TTArtisan. In engen Gassen oder bei Innenaufnahmen verschafft dieser breitere Blickwinkel oft den nötigen Spielraum, um das Motiv vollständig zu erfassen. Für die klassische Straßenfotografie empfinden viele Anwender den weiteren Winkel ebenfalls als sehr angenehm, da er mehr Kontext der Umgebung transportiert.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass dieses kompakte Objektiv eine Bereicherung für das Fujifilm-System darstellt. Ich mag vor allem die Größe des Objektivs, die im Zusammenspiel mit einem kompakten Kameragehäuse eine gelungene Kombination ergibt. Wer ein kompaktes Gehäuse nutzt, hat mit dem Objektiv eine schöne Immer-dabei-Kamera, die solide Ergebnisse liefert.
Gerade mit der Blendenöffnung von f/1.8 ist man für viele Situationen gut gerüstet. Auch die Brennweite ist sehr flexibel, was die Motive angeht. Ob Straßenfotografie, Reportage, Landschaft oder spontane Porträts beim Familientreffen, der Bildwinkel wirkt stets natürlich und lässt sich gestalterisch vielseitig einsetzen.
Eine interessante Kombi ist das Objektiv, etwa bei Reisen, auch mit einem kompakten Zoom-Objektiv. Auf diese Weise deckt man die meisten Situationen ab, ohne viel Gewicht tragen zu müssen. Während des Tages kann das Zoom-Objektiv für die nötige Flexibilität sorgen. In den Abendstunden kann man dann zum SG Image gegreifen, wenn das Zoom an seine Grenzen kommt. Die hohe Lichtstärke rettet in solchen Momenten die Aufnahmen, ohne dass man ein Stativ oder extrem hohe ISO-Werte bemühen muss.
Sicherlich gibt es optisch anspruchsvollere Objektive, die bis in die äußeren Bildecken eine hohe Auflösung bieten, doch diese sind meist deutlich größer, schwerer und kosten ein Vielfaches. Gerade wenn man auch den Preis mit einbezieht, kann man mit dem Objektiv wenig falsch machen. Es ist ein ehrliches Werkzeug für Fotografen, die den Spaß am unbeschwerten Fotografieren suchen und eine leichte Ausrüstung zu schätzen wissen.
Die Bilder in diesem Artikel wurden mit der Fujifilm XT-20 aufgenommen. Bei der Bildbearbeitung kam Adobe Lightroom zum Einsatz.
Kaufen
Interessierte Fotografen können das Objektiv direkt über die offizielle Internetpräsenz des Herstellers beziehen. Dort sind auch weitere Informationen zu den verschiedenen Farbvarianten und zur Verfügbarkeit für andere Bajonettanschlüsse zu finden.

































