Die Suche nach dem passenden Rucksack für den fotografischen Alltag gleicht oft einer langen Reise durch ein weites Feld von Kompromissen. Mit dem OneGo Roamer Tote Backpack in der Ausführung mit 18 Litern Volumen und im klassischen Farbton Matte Black schickt der Hersteller PGYTECH einen interessanten Kandidaten ins Rennen, der die Vorteile eines Fotorucksacks mit den Eigenschaften einer Tragetasche verbinden möchte.

Spezifikationen
Bevor wir uns den praktischen Erfahrungen widmen, lohnt sich ein Blick auf die nackten Zahlen und Materialien, die dieses Modell ausmachen. Der PGYTECH OneGo Roamer Tote Backpack in der Ausführung mit 18 Litern Fassungsvermögen bringt ein Leergewicht von ungefähr 1,12 Kilogramm auf die Waage, wenn man die internen Trennwände und die zusätzlichen Gurte weglässt. Entscheidet man sich für die Nutzung mit dem vollständigen Set an Einteilungen, erhöht sich das Gewicht auf moderate 1,35 Kilogramm.
Die äußeren Abmessungen belaufen sich auf etwa 440 Millimeter in der Höhe, 375 Millimeter in der Breite und 155 Millimeter in der Tiefe. Im Inneren stehen dem Nutzer Abmessungen von ungefähr 400 Millimetern Höhe, 350 Millimetern Breite und 140 Millimetern Tiefe zur Verfügung.

Als Hauptmaterial für die Außenseite kommt ein spritzwassergeschütztes Nylongewebe zum Einsatz, das sich durch eine feine, dichte Struktur auszeichnet und Feuchtigkeit im Alltag effektiv abweist. Das Innenfutter besteht vollständig aus Polyester und ist in einem hellen Grauton gehalten.
Farblich präsentiert sich die von uns getestete Variante in einem matten Schwarz, das im Alltag eine angenehm unauffällige Figur abgibt. Für die Unterbringung digitaler Arbeitswerkzeuge ist ein separates, gepolstertes Laptopfach integriert, das tragbare Computer mit einer Bildschirmdiagonale von bis zu 15 Zoll aufnehmen kann, was beispielsweise der Größe eines MacBook Air entspricht.
Der Zugriff auf den Inhalt ist über zwei primäre Wege gelöst, nämlich über eine seitliche Schnellöffnung für die Kameraausrüstung und über einen oberen Zugang für persönliche Gegenstände des täglichen Bedarfs. Zudem sind alle externen Reißverschlüsse als wasserresistente YKK-Modelle ausgeführt, um das empfindliche Equipment vor Witterungseinflüssen zu schützen.

In der Praxis
In der alltäglichen Nutzung zeigt sich schnell, ob das Konzept eines hybriden Rucksacks aufgeht oder ob es sich lediglich um ein theoretisches Gedankenspiel handelt.
Schlankes Design
Ein wesentlicher Punkt, der direkt beim ersten Packen auffällt, ist die Tiefe des Rucksacks. Mit einer gemessenen Tiefe von etwa 13 bis 14 Zentimetern im Hauptbereich ist dieses Modell im Vergleich zu herkömmlichen, oft sehr klobigen Fotorucksäcken spürbar schlanker gebaut.
Diese geringe Bautiefe erweist sich in der Praxis als sehr vorteilhaft, wenn man sich häufig in öffentlichen Verkehrsmitteln wie vollen U-Bahnen oder Bussen bewegt. Man eckt deutlich seltener an und muss nicht ständig befürchten, andere Passagiere unbeabsichtigt zu rempeln.
Cleverer Zugriff
Der Rucksack basiert auf einem klugen Zugriffssystem. Der Zugriff auf den Inhalt ist so gelöst, dass man über die seitliche Schnellöffnung im Handumdrehen an die Kamera herankommt, während persönliche Gegenstände des täglichen Bedarfs separat durch das obere Fach erreichbar sind.
Ein großer Pluspunkt für die Handhabung im Studio oder auf Reisen ist die vollständige rückseitige Öffnung. Der Rucksack lässt sich um 180 Grad flach aufklappen, was das Packen und Organisieren des Kameraabteils ungemein erleichtert.
In diesem Hauptfach kommen die gepolsterten Trennwände zum Einsatz. In der Ausführung mit 18 Litern Volumen liegen sieben dieser flexiblen Einteilungen bei, die sich mittels Klettverschluss frei anordnen lassen. So lässt sich der Innenraum für eine mittlere Systemkamera mit angesetztem Objektiv, zwei zusätzliche Linsen und ein Blitzgerät sicher aufteilen. Jedes Ausrüstungsteil ruht geschützt in seiner eigenen Nische und ist vor Stößen gefeit.

Hohe Flexibilität
Der Clou des OneGo Roamer liegt in seiner Wandlungsfähigkeit. Das gesamte innere Kamerainsert ist als eine herausnehmbare Einheit konzipiert. Wenn man die Fotoausrüstung einmal nicht benötigt, lässt sich dieser Einsatz vollständig entnehmen. Durch das Entfernen der internen Unterteilung verschmelzen das obere und das untere Fach zu einem einzigen, großen Hauptraum. Auf diese Weise verwandelt sich der Fotorucksack im Handumdrehen in eine geräumige Tasche für den täglichen Einkauf oder den spontanen Wochenendausflug.
Durchdachte Details
Um das Hauptfach vor Langfingern zu schützen, hat der Hersteller an der Oberseite eine zusätzliche Sicherheitsschnalle angebracht. Diese wird über den geschlossenen Reißverschluss gelegt und eingehakt, sodass ein unbemerktes Öffnen des Rucksacks im dichten Gedränge deutlich erschwert wird.

Für kleinere Alltagsgegenstände, die man ohne langes Suchen griffbereit haben möchte, steht das separate, obere Reißverschlussfach zur Verfügung. Dieses Abteil ist überraschend geräumig und bietet genügend Platz für Dinge wie eine Geldbörse, Schlüssel, eine dünne Jacke oder Verpflegung. Auch eine Tech-Pouch mit Kabel, Akkus und Co. könnte hier Platz finden.
Zudem befinden sich an beiden schmalen Seiten noch zwei elastische Fächer für Kleinkram wie etwa eine Taschenlampe oder Powerbank. An einer der Längsseiten ist ein Fach über fast die komplette Länge eingearbeitet, das mit einem Reißverschluss verschlossen wird.
In den flexiblen Außentaschen an den Seiten des Rucksacks finden Wasserflaschen oder ein kompaktes Reisestativ Platz. Integrierte Befestigungsriemen an den Seiten sorgen dafür, dass das Stativ fest verzurrt werden kann und beim Gehen nicht hin und her schwingt.
Besonders durchdacht präsentiert sich das Innenleben der seitlichen Schnellzugriffsklappe. Hier befindet sich eine dedizierte Tasche für Kameraakkus, die mit einer äußerst praktischen Zusatzfunktion aufwartet. Kleine Schieberegler in den Signalfarben Rot und Grün erlauben es, den Ladezustand der Akkus manuell zu markieren.
Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ebenfalls eine Klappe, die sich öffnen lässt. Hier ist allerdings kein Zugang zur Kamera, sondern eine weitere flexible Stretch-Tasche untergebracht. Hier kann man etwa Taschentücher, Ersatzfilme oder ähnliche Kleinigkeiten verstauen. Etwas Vorsicht ist geboten, wenn man eine Wasserflasche verstaut, da dadurch ein gewisser Druck auf das Fach ausgeübt wird.
Ein weiteres, gut verstecktes Detail befindet sich im Inneren in der Nähe des Pflegeetiketts: Dort hat der Hersteller eine kleine, unauffällige Tasche für einen AirTag integriert, was im Verlustfall eine diskrete Ortung ermöglicht.
Der Rucksack bietet ein separates Laptopfach an der Rückseite. Dieses ist gut gepolstert, verfügt über eine rutschfeste Lasche mit einem Magnetverschluss und nimmt Geräte bis zu einer Größe von 15 Zoll sicher auf. Auf der Außenseite dieses Laptopfachs befindet sich eine zusätzliche, flache Netztasche mit Reißverschluss. Hier lassen sich Ladekabel, Kopfhörer oder kleine Adapter ordentlich verstauen, ohne dass sie lose im Rucksack herumfliegen.
Tragesystem
Ein weiteres prägendes Element des OneGo Roamer ist das flexible Tragesystem. Ich denke, die wenigsten werden den Rucksack als reine Tote-Tasche nutzen. Dann bräuchte man den Rucksackteil ja nicht – zumal es dafür geeignetere Optionen gibt, etwa indem man die Tasche auch über der Schulter tragen kann.
Sinnvolle Einsatzszenarien hierfür sind beispielsweise Situationen, in denen man den Rucksack nicht aufsetzen kann – etwa in einem vollen Zug oder einer Warteschlange – oder wenn man ihn nur kurz von A nach B tragen möchte.
Die meisten Rucksäcke besitzen eine einfache Trageschlaufe. Wo liegt hier also der Unterschied? Er zeigt sich in zwei Details: Erstens sind die Trageschlaufen hier etwas breiter, weicher und abgerundeter gestaltet. So schneiden die Schlaufen auch bei längerem Halten nicht ein.
Der zweite Vorteil dieser Tote-Option ist die Gewichtsverlagerung. Die meisten Rucksäcke haben ihre Trageschlaufe nur am Rückteil, sodass der Schwerpunkt des Rucksacks nach vorne kippt. Beim Modell von PGYTECH verteilt sich das Gewicht deutlich besser, was das Halten angenehmer macht.
Zusammengehalten werden die zwei Gurte durch einen Magneten. Der Magnet ist nicht sonderlich stark. Darüber habe ich mich erst etwas gewundert, aber es ergibt durchaus Sinn: Wenn der Rucksack unbenutzt ist, hält der Magnet das Ganze zusammen, wodurch der Rucksack ordentlicher aussieht und sich schnell greifen lässt. Wenn ich ihn dann trage, ist es nicht mehr wichtig, dass die Schlaufen verbunden sind, da ich dies ja mit der Hand tue.

Die Vorderseite des Rucksacks fällt durch das markante Design mit zwei Kordeln auf, die nicht nur dekorativ sind, sondern auch die Möglichkeit bieten, etwa einen Karabiner daran zu befestigen.
An den Seiten befindet sich zudem das sogenannte TagPort-System. An diesen Befestigungspunkten lassen sich dekorative Accessoires oder kleine Anhänger anbringen, die sogar mit den bekannten Jibbitz von Crocs-Schuhen kompatibel sind. Wer seinem Rucksack also eine kleine persönliche Note verleihen möchte, kann hier spielerisch kreativ werden.
Auf der Vorderseite befindet sich zudem ein einfaches Fach, das relativ groß, aber nicht sonderlich tief ist. Hier kann man schnell seinen Reisepass, ein Notizbuch, Kabel oder auch eine dünne Powerbank verstauen.

Unterstützt wird das gesamte Trageerlebnis durch das Airfoam-Aufhängungssystem am Rückenteil. Die atmungsaktive 3D-Mesh-Struktur schmiegt sich angenehm an den Rücken an und soll für eine bessere Luftzirkulation sorgen. Auch wenn man an sehr heißen Tagen das Schwitzen nicht gänzlich verhindern kann, trägt sich der Rucksack durch die gute Lastverteilung sehr angenehm.
Ergänzt wird das System durch einen verstellbaren Brustgurt, der sich unkompliziert in die Schlaufen der Schultergurte einhaken lässt und über eine kleine Lasche zum schnellen Lösen verfügt.
Beetle-Clip

Ein besonders interessantes Zubehörteil, das die Nutzung des Rucksacks im fotografischen Alltag erheblich aufwertet, ist der Beetle Clip V2 von PGYTECH. Es handelt sich um einen Clip, den man an seinem Rucksack oder Gürtel befestigen kann, um daran die Kamera aufzuhängen.
Hierfür ist der OneGo Roamer Tote Rucksack optimiert. Normalerweise muss man einen solchen Clip direkt am Gurt des Rucksacks festklemmen. Der PGYTECH-Rucksack kommt jedoch mit einer speziellen Schlaufe am Schultergurt, die dafür sorgt, dass die Rückseite des Clips nicht direkt auf dem Körper aufliegt. Dadurch gibt es selbst bei dünner Kleidung oder intensiver Bewegung keine unangenehmen Druckstellen oder Reibung auf der Brust. Zudem schont es den Tragegurt.

In der praktischen Anwendung erweist sich der Beetle Clip V2 schnell als eine hervorragende Alternative zum klassischen Kameragurt. Wer oft mit einer Kamera um den Nacken und einem Rucksack auf dem Rücken unterwegs ist, kennt das Problem, dass sich die Gurte beim Absetzen des Rucksacks unweigerlich miteinander verheddern – und allgemein ist das Tragegefühl dabei eher mäßig.
Mit dem Clip ist dieses Problem elegant gelöst. Die Kamera wird einfach mit einer passenden Schnellwechselplatte von oben in den Clip geschoben und rastet dort mit einem hörbaren Klicken sicher ein. Das Gewicht der Kamera wird dadurch direkt auf den breiten Schultergurt des Rucksacks übertragen, was den Nacken spürbar entlastet.
Möchte man ein Foto machen, genügt ein Druck auf den Entriegelungsknopf, und die Kamera ist sofort einsatzbereit. Man hat die Hände frei, wenn man sich in unwegsamem Gelände bewegt oder Wanderstöcke nutzen möchte, hat das Arbeitswerkzeug aber dennoch in Sekundenschnelle griffbereit.
Diese Kombination aus Sicherheit und schnellem Zugriff macht das System zu einer sehr eleganten und praxisnahen Lösung für alle, die viel zu Fuß unterwegs sind und den ständigen Wechsel zwischen Fotografieren und Gehen fließend gestalten möchten.


Fazit
Welches Fazit lässt sich zum OneGo Roamer Tote Rucksack von PGYTECH ziehen? Es bleibt der Eindruck eines sehr durchdachten und mit viel Liebe zum Detail gestalteten Rucksacks zurück.
PGYTECH hat es geschafft, eine erstaunliche Fülle an Funktionen in einem Gehäuse unterzubringen, ohne dass der Rucksack überladen oder unübersichtlich wirkt. Jedes Fach und jede Schlaufe scheinen einen klaren Zweck zu erfüllen, was die tägliche Handhabung zu einer angenehmen Erfahrung macht.
Der OneGo Roamer Tote Backpack in der Variante mit 18 Litern erweist sich als gelungene Empfehlung für den fotografischen Alltag sowie für den Einsatz als normaler Freizeitbegleiter. Die Größe ist so dimensioniert, dass sie für die meisten Tagestouren völlig ausreicht, ohne dass man unnötigen Ballast mit sich herumträgt.
Die Flexibilität, den Rucksack durch das Herausnehmen oder Verstellen der Trennwände auf unterschiedliche Szenarien abzustimmen, ist ein großer Pluspunkt. Ob man nun mit zwei Kameras und Objektiven loszieht oder die Tasche für den täglichen Weg zur Arbeit nutzt – die Aufteilung zwischen dem oberen Fach und dem unteren Kamerateil bleibt stets funktional.
Das Design ist wie immer eine Frage des persönlichen Geschmacks, doch die Kombination aus der schlichten, matten Oberfläche und den markanten Seildetails auf der Vorderseite verleiht dem Rucksack eine eigenständige Identität. Während die ebenfalls erhältlichen helleren Farbvarianten optisch sehr ansprechend wirken, ist das matte Schwarz im Alltag deutlich unempfindlicher gegenüber Schmutz und Staub, was es zur pflegeleichteren Wahl für den Außeneinsatz macht.
Interessant wäre beispielsweise ein Rolltop für das obere Fach, um das Volumen bei Bedarf flexibel erweitern zu können. Zudem wäre es praktisch, wenn sich das gepolsterte Kamera-Insert komplett am Stück herausnehmen und separat verstauen ließe – gerade dann, wenn man den Einsatzzweck des Rucksacks häufiger wechselt.
Wer auf der Suche nach einem unaufdringlichen, gut organisierten und flexiblen Begleiter ist, wird mit diesem Modell einen zuverlässigen Partner finden.
Bezugsquelle
Falls dieser Testbericht Ihr Interesse an dem vielseitigen Tragesystem geweckt hat, können Sie den Rucksack direkt beim Hersteller erwerben. Dort finden Sie auch weitere Details zu den verschiedenen Farboptionen und Größen. Der PGYTECH OneGo Roamer Tote Backpack ist auf der offiziellen Website des Herstellers erhältlich. Mit dem Code "FILMPGY1" gibt es dort noch 10 Prozent Rabatt. Natürlich gibt es ihn auch bei Amazon.




















































