Die Pentax Spotmatic (original als Asahi Pentax Spotmatic vermarktet) ist eine im Jahr 1964 von der japanischen Asahi Optical Co. (später Pentax Corporation) eingeführte einäugige Spiegelreflexkamera (SLR) für das 35-mm-Kleinbildformat. Sie gilt historisch als eine der bedeutendsten Kameras der 1960er-Jahre, da sie maßgeblich zur weltweiten Popularisierung der Belichtungsmessung durch das Objektiv (TTL-Messung) beitrug.
Das Modell SP war das erste einer Reihe von Spotmatic-Modellen, die bis 1976 produziert wurden und als erste SLR-Baureihe die Produktionsmarke von über einer Million verkauften Exemplaren überschritten.
Entwicklungsgeschichte und Namensgebung
Die technische Konzeption der Kamera wurde der Öffentlichkeit bereits im Jahr 1960 auf der Photokina-Messe in Köln als Prototyp präsentiert. Es folgten vier Jahre intensiver Entwicklungsarbeit und Erprobung, bevor das Modell Ende 1964 in den Handel gelangte.
Der Name „Spotmatic“ leitet sich von dem ursprünglichen Entwurf des Prototyps ab, der für eine punktförmige Spotmessung (Selektivmessung) ausgelegt war. Für das Serienmodell entschied sich Asahi Optical jedoch für eine mittenbetonte Integralmessung, da diese im fotografischen Alltag für Amateure und Profis universeller einsetzbar und fehlertoleranter war. Der einprägsame Name wurde für die Verkaufsversion dennoch beibehalten.
Objektivanschluss und Takumar-Optiken
Die Pentax Spotmatic verwendet den klassischen M42-Schraubgewindeanschluss, der ursprünglich von Zeiss Ikon und Praktica entwickelt worden war. Da Asahi Optical diesen Anschluss über Jahre hinweg sehr erfolgreich einsetzte, wird das M42-Gewinde in der Fotografie oft auch als Pentax-Gewinde bezeichnet.
Als Standardoptiken wurden hochwertige Objektive unter dem Markennamen Takumar angeboten, typischerweise das Super-Takumar 50 mm f/1,4 oder das Super-Takumar 55 mm f/1,8. Diese Objektive verfügten über eine vollautomatische Springblende. Der Fotograf fokussiert bei offener Blende und somit maximaler Sucherhelligkeit; erst im Moment der Auslösung schließt sich die Blende mechanisch auf den vorgewählten Wert.
Verschluss und TTL-Belichtungsmessung
Der vollständig mechanisch gesteuerte Tuch-Schlitzverschluss läuft horizontal ab und bietet Belichtungszeiten von 1 Sekunde bis zu einer 1/1000 Sekunde sowie eine Einstellung für beliebig lange Zeitaufnahmen (B). Ein mechanischer Selbstauslöser ist im Gehäuse integriert.
Die Belichtungsmessung erfolgt über zwei hochempfindliche Cadmiumsulfid-Zellen (CdS-Zellen), die sich im Inneren des Gehäuses neben dem Pentaprisma befinden und das Licht direkt auf der Einstellscheibe messen. Da die Kamera über keine elektronische Übertragung des Blendenwertes vom Objektiv zum Gehäuse verfügt, arbeitet das System mit der sogenannten Arbeitsblendenmessung (Stop-Down-Metering).
Um eine Messung durchzuführen, betätigt der Fotograf einen mechanischen Schiebeschalter an der linken Seite des Objektivanschlusses nach oben. Dadurch wird die Blende des Objektivs mechanisch auf den am Blendenring eingestellten Wert geschlossen und gleichzeitig der Stromkreis des Belichtungsmessers aktiviert. Im Sucher wird daraufhin am rechten Rand eine Nadel sichtbar.
Durch Drehen am Blendenring oder am Belichtungszeitrad muss die Nadel in die Deckung mit einer zentralen Indexmarke gebracht werden, um eine korrekte Belichtung zu erzielen. Nach der Messung wird der Schalter wieder nach unten geschoben, wodurch sich die Blende für ein helles Sucherbild wieder vollständig öffnet.
Suchersystem und Stromversorgung
Der optische Pentaprismasucher der Kamera bietet eine 0,88-fache Vergrößerung. Die Scharfstellung wird durch eine Mikrowaben-Einstellscheibe mit einem zentralen Mikroprismenring als Fokussierhilfe unterstützt.
Für den Betrieb des Belichtungsmessers benötigt die Kamera eine Knopfzelle des Typs PX400 mit einer ursprünglichen Nennspannung von 1,35 Volt auf Quecksilberbasis. Da diese Batterien aus Umweltschutzgründen nicht mehr hergestellt werden, profitieren Nutzer der Spotmatic von einer Besonderheit der internen Elektrik: Die Kamera besitzt eine Brückenschaltung, die Spannungsunterschiede automatisch ausgleicht. Dadurch können ohne Einbußen bei der Messgenauigkeit moderne Silberoxid-Knopfzellen mit einer Spannung von 1,55 Volt verwendet werden. Da die Kamera ansonsten vollmechanisch arbeitet, bleibt sie auch bei völlig entladener Batterie in allen Verschlusszeiten einsatzbereit.

Gehäuse und Abmessungen
Das Gehäuse der Spotmatic SP ist in Ganzmetallbauweise gefertigt und war wahlweise in einer klassisch verchromten (silbernen) oder in einer schwarz lackierten Variante erhältlich. Auf der Vorderseite befinden sich separate FP- und X-Synchronbuchsen für Blitzgeräte, die Blitzsynchronisationszeit liegt bei einer 1/60 Sekunde. Ein fester Zubehörschuh war bei der ursprünglichen SP-Version nicht verbaut; Blitzgeräte mussten über eine optionale, auf das Sucherokular aufsteckbare Kälteschuh-Halterung montiert werden.
Das Gehäuse hat die Abmessungen 143 mm in der Breite, 92 mm in der Höhe und 88 mm in der Tiefe (mit Standardobjektiv) bei einem Leergewicht von 621 Gramm ohne Objektiv. Aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit und des schlichten, funktionalen Designs ist die Pentax Spotmatic SP bis heute ein beliebtes Werkzeug in der analogen Fotografie.
Filme für die Pentax Spotmatic SP
Liest man die Bedienungsanleitung der Pentax Spotmatic SP stellt man fest, dass die Kamera zum Bilder machen Kleinbildfilmen braucht. Diese Art von Filmen wird noch produziert und kann von den meisten Fotolaboren ohne Probleme verarbeitet werden.
Eine Empfehlung für Farbaufnahmen ist etwa der Kodak Ultramax 400 (Amazon*). Möchte man monochrom bleiben, ist der Kodak T-Max 100 (Amazon*) nicht schlecht. Testberichte zeigen, dass beide Filme für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet sind. Neben diesem Hersteller produzieren viele andere Unternehmen Filme für dieses Format.





