Die Canon 7 kam im September 1961 auf den Markt und wurde zusammen mit der bekannten Canonet auf der photokina vorgestellt. Als Nachfolgerin der Canon-VI-Serie war sie das erste Modell des japanischen Herstellers, das eine arabische Ziffer im Namen trug.
Zu Beginn der Sechzigerjahre gewannen Spiegelreflexkameras zwar spürbar an Popularität, dennoch setzte Canon weiterhin auf das bewährte Konzept der schnellen und leisen Messsucherkamera für die Reportagefotografie. Bis zum Produktionsende im Jahr 1964, als sie schließlich von der Canon 7s abgelöst wurde, erfreute sie sich großer Beliebtheit.
Ein zentrales Merkmal der Kamera ist ihr vielseitiger Objektivanschluss. Neben dem klassischen M39-Schraubgewinde besitzt die Canon 7 ein zusätzliches Außenbajonett mit drei Klauen. Diese Konstruktion wurde eigens entwickelt, um besonders große Optiken wie das lichtstarke Canon 50mm f/0.95 sowie die Mirror Box 2 sicher an das Gehäuse anzusetzen.
Da die Kamera rein mechanisch arbeitet, erfolgt die Scharfstellung manuell über den integrierten Mischbild-Entfernungsmesser mit einer effektiven Messbasis von 47,2 Millimetern.
Der Sucher bietet eine 0,8-fache Vergrößerung und verfügt über einstellbare Leuchtrahmen für Brennweiten von 35 mm, 50 mm, 85 mm oder 100 mm sowie 135 mm. Die gewählten Rahmen korrigieren beim Fokussieren automatisch den Parallaxenfehler, was die exakte Bildkomposition im Nahbereich spürbar erleichtert.
Auf der Vorderseite des Gehäuses fällt sofort der große Selen-Belichtungsmesser ins Auge. Diese Messzelle wandelt einfallendes Licht direkt in Strom um, weshalb die gesamte Kamera ohne eine einzige Batterie auskommt.
Der Belichtungsmesser deckt Filmempfindlichkeiten von ISO 10 bis ISO 400 ab und lässt sich zwischen zwei Empfindlichkeitsbereichen für helles und gedämpftes Licht umschalten. Anhand der Messnadel auf der Gehäuseoberseite lassen sich Zeit und Blende vollständig manuell anpassen.
Der horizontale Schlitzverschluss mit robusten Metallvorhängen erlaubt Belichtungszeiten von einer vollen Sekunde bis zu einer 1/1000 Sekunde. Für Langzeitbelichtungen stehen die Einstellungen Bulb und Time zur Verfügung. Blitzgeräte finden Anschluss über die seitliche PC-Buchse bei einer Synchronzeit von 1/60 Sekunde. Weil das interne Messwerk viel Platz beansprucht, verzichtete Canon bei diesem Gehäuse auf den klassischen Zubehörschuh.
Mit Abmessungen von 140 mal 81 mal 31 Millimetern und einem Gewicht von 865 Gramm in Kombination mit dem 50mm f/0.95 liegt die Messsucherkamera griffig und stabil in den Händen.
Der Transporthebel befördert den Film mit einem kurzen Hub von 140 Grad zum nächsten Bildfeld, während das mechanische Zählwerk beim Öffnen der Rückwand selbsttätig auf Null zurückspringt. Ein praktischer Sperrring am Auslöser schützt vor versehentlichen Aufnahmen in der Tasche.
Für wackelfreie Bilder vom Stativ können Fotografen sowohl das integrierte Stativgewinde als auch den mechanischen Selbstauslöser oder einen herkömmlichen Drahtauslöser nutzen.
Filme für die Canon 7
Gefüttert wird die Canon 7 mit herkömmlichem 35mm-Kleinbildfilm, auf dem sie Negative im Standardformat von 24 mal 36 Millimetern belichtet. Das Angebot an Filmmaterial ist auch heute noch vielseitig.
Für farbige Motive bietet sich beispielsweise der Fujifilm Superia 400 (Amazon*) an. Wer hingegen den klassischen Schwarzweiß-Look bevorzugt, greift gerne zum Ilford Delta 400 (Amazon*).
Beide Filme bieten einen weiten Spielraum für wechselnde Lichtsituationen und liefern in der Regel 36 Aufnahmen pro Patrone. Nach dem Belichten wird der Film über eine ausklappbare Kurbel zurück in die Patrone gespult. Farbnegativfilme lassen sich in fast jedem Fotolabor über den standardisierten C-41-Entwicklungsprozess unkompliziert entwickeln.
Heute ist die Canon 7 ausschließlich auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Vor einem Kauf empfiehlt sich ein genauer Blick auf die Reaktionsfreudigkeit der Selenzelle sowie auf den Zustand der zarten Metall-Verschlusslamellen.
Weist das Gehäuse keine groben Beschädigungen auf, liefert dieser Klassiker auch viele Jahrzehnte nach seiner Einführung verlässliche analoge Bildergebnisse.




