Digitale Fotorahmen waren lange Zeit leuchtende Stromfresser, die mit sichtbaren Kabeln die Gemütlichkeit auf der Kommode empfindlich gestört haben. Der kompakte Reflection Frame 10 Zoll setzt stattdessen auf ein farbiges E-Ink-Panel, das Fotografien wie frisch gedrucktes Papier wirken lässt. Ob die handliche Variante in dunklem Walnussholz oder modernem Schwarz das Zeug zum neuen Mittelpunkt im Wohnzimmer hat, zeigt dieser erste Eindruck.

Vor einiger Zeit habe ich hier bereits den größeren Ableger mit 13,3 Zoll Diagonale unter die Lupe genommen und war von dem Ansatz recht angetan. Digitale Kunst oder eigene Aufnahmen an die Wand zu hängen, ohne dabei ständig eine leuchtende Mattscheibe im Augenwinkel zu bemerken, hat einfach Charme.
Der Hersteller hat sich auf Rahmen spezialisiert, die auf die Spectra-6-Technologie von E-Ink setzen und bewusst auf komplexe Betriebssysteme verzichten. Während die großen Versionen vor allem für Wände konzipiert wurden, schließt das handlichere Modell im 10-Zoll-Format nun die Lücke für kleinere Stellflächen. Das Unternehmen bietet die Rahmen in verschiedenen Gehäusevarianten an, unter anderem in warmem Walnussholz sowie in einer schlichten schwarzen Ausführung mit sanft abgerundeten Kanten.

Technische Daten
Herzstück des Bilderrahmens ist ein 10 Zoll großes Farbdisplay auf Basis von elektronischem Papier. Mit einer Auflösung von 1200 mal 1600 Bildpunkten erreicht das Display eine Pixeldichte von rund 200 Pixeln pro Zoll. Im Vergleich zum größeren 13,3-Zoll-Modell, das bei gleicher Auflösung auf etwa 150 Pixel pro Zoll kommt, fällt das Bild hier sichtbar schärfer aus. Feinheiten in Gesichtern oder feine Strukturen in Landschaftsaufnahmen wirken dadurch deutlich klarer und erinnern tatsächlich an einen klassischen matten Fotodruck.
Für die nötige Energie sorgt ein fest verbauter Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 5000 Milliamperestunden. Da die E-Ink-Technologie im Ruhezustand überhaupt keine Energie verbraucht, hält der Akku bei moderater Nutzung monatelang durch. Selbst bei mehreren Bildwechseln am Tag muss das Gerät rechnerisch nur selten an das Ladegerät.
Geladen wird zeitgemäß über einen USB-C-Anschluss auf der Geräterückseite, an der sich zudem Tasten für den Reset und das Löschen des Bildschirminhalts sowie kleine Status-LEDs befinden. Zur Wandmontage sind rückseitig Halterungen für die horizontale und vertikale Ausrichtung integriert.


Funktionen
Die Handhabung des Rahmens gehört zu seinen angenehmsten Eigenschaften. Wo man sich bei vielen Konkurrenzprodukten erst durch ein WLAN-Menü hangeln, Passwörter eingeben oder Benutzerkonten anlegen muss, arbeitet der Reflection Frame vollkommen unkompliziert. Man lädt die passende App auf das Smartphone, wählt das gewünschte Bild aus, passt den Bildausschnitt an und hält das Mobiltelefon einfach an die Kontaktfläche auf der Vorderseite des Bilderrahmens. Die Übertragung läuft vollständig über NFC, also Nahfeldkommunikation. Noch etwas mehr zur App gibt es in dem Bericht zur größeren Version.
Dieses simple Prinzip sorgt dafür, dass auch Personen ohne großes Technikwissen innerhalb weniger Sekunden ein neues Foto aufspielen können. Man muss keine Bluetooth-Kopplung initiieren und sich nicht darüber ärgern, wenn der heimische Router mal wieder streikt. Das Bild wird übertragen, das Display baut die Farbpartikel in mehreren horizontalen Wellen auf und bleibt danach statisch stehen. Der Aktualisierungsvorgang benötigt zwar einige Momente, ist aber faszinierend zu beobachten, da das Bild schrittweise wie ein Polaroid-Abzug entsteht.

Ein kleiner Wermutstropfen zeigt sich allerdings beim Standfuß auf der Rückseite. Dieser klappbare Aufsteller ist fest integriert und leider ausschließlich für das Querformat ausgelegt. Wer den Rahmen im Hochformat aufstellen möchte, beispielsweise für ein klassisches Porträtfoto der Enkel.
Hier wäre ein umsetzbarer Standfuß oder ein zusätzlicher zweiter Aufsteller eine sinnvolle Lösung gewesen, die der Hersteller hoffentlich bei künftigen Revisionen bedenkt. An der Wand lässt sich der Rahmen dank zweier Aufhängepunkte zwar in beiden Richtungen montieren, doch auf dem Tisch bleibt man auf Querformate beschränkt, sofern man sich nicht mit einer separaten Buchstütze behelfen möchte.

Ebenfalls gut zu wissen ist die Tatsache, dass es keine automatische Diashow gibt. Man kann keine Speicherkarte einschieben, von der fortlaufend Bilder abgespielt werden, und man kann auch keine Fotos aus der Ferne über das Internet an das Gerät senden. Die Übertragung funktioniert nur lokal direkt vor Ort am Rahmen. Wer also eine digitale Postkarte aus dem Urlaub auf den Nachttisch der Daheimgebliebenen zaubern möchte, benötigt eine andere Lösung.

Was die Bildqualität angeht, schlägt sich das Spectra-6-Panel ordentlich. Hauttöne wirken angenehm natürlich und Farbflächen weisen eine gute Sättigung auf. Allerdings profitiert die Darstellung merklich davon, wenn man das Ausgangsfoto vor der Übertragung in der App geringfügig aufhellt und den Kontrast leicht anhebt. Tiefe Schwarztöne neigen mitunter zu einem leichten Blauschimmer, was der Technik geschuldet ist, dem harmonischen Gesamteindruck im Wohnraum aber kaum schadet.
Fazit
Der Reflection Frame 10 Zoll ist eine durchdachte Ergänzung für alle, die ihre fotografischen Werke im Alltag präsentieren möchten, ohne sich an einem flimmernden Bildschirm zu stören. Die E-Ink-Technik zeigt hier ihre bekannten Vorzüge, denn man muss sich keine Gedanken über lästige Stromkabel oder ständiges Aufladen machen. Der Akku wird nur dann beansprucht, wenn man ein neues Motiv aufspielt, wodurch der Rahmen einfach dort stehen kann, wo er am besten zur Geltung kommt.
Von den Abmessungen her eignet sich das 10-Zoll-Format hervorragend für den Schreibtisch, ein kleines Regal oder das Sideboard im Flur. Auch im Verbund mit dem großen Rahmen gibt das kleinere Modell ein schönes Bild ab. Hängt man den kompakten Rahmen völlig allein an eine große weiße Wand, kann er schnell etwas verloren wirken. In solchen Fällen bietet sich eine Galerie aus mehreren Rahmen an, oder noch charmanter, eine Kombination mit echten Papierabzügen. Man könnte etwa die Familienwand mit gerahmten Papierfotos bestücken und in der Mitte den Reflection Frame platzieren. Auf diesem lässt sich dann regelmäßig das neueste Bild des Nachwuchses einspielen, während die älteren Erinnerungen als Papierbilder bestehen bleiben. Für technikferne Großeltern ist das eine hervorragende Sache, da man beim Besuch einfach kurz das Smartphone an den Rahmen hält und das Bild aktualisiert. Wenn der Hersteller nun noch den Standfuß für Hochformate fit macht, bleibt wenig Raum für Kritik.

Kaufen
Die Modelle des Reflection Frame sind direkt über den herstellereigenen Onlineshop erhältlich. Das Gerät wird in verschiedenen Ausführungen angeboten, sodass man die Optik passend zum eigenen Einrichtungsstil wählen kann.
Den Bilderrahmen in klassischer Holzoptik gibt es hier zu entdecken. Wer ein moderneres Design bevorzugt, findet die schwarze und schlichte Variante direkt unter hier im Angebot des Herstellers.
















