Vor Kurzem hatten wir den CineStill 800 Tungsten in unserem News-Bereich, nun gibt es schon einen Test zu dem neuen Film.
Kodak bietet eine Reihe von Farbfilmen für die Kinofilmproduktion an, die auch qualitativ einiges zu bieten haben. Die meisten gibt es auch als Kleinbildfilm und könnten auch in normalen Kameras verwendet werden.
Nun trägt man sich natürlich, wie so dies nicht einfach gemacht wird. Erst einmal bekommt man die Filme nicht als fertige Patrone und als Meterware kommt man als Privatperson auch nicht einfach und bequem an die Kinofilme.
Ein weitere, noch wichtigerer, Grund ist, dass die Filme eine spezielle Beschichtung haben (Remjet-Beschichtung). Diese geht bei der normalen Entwicklung von Farbnegativfilmen in C-41 nicht weg. Deshalb müssen die Filme im ECN-2 Prozess entwickelt. Man kann zwar die Cinefilme von Kodak selbst im C-41 Prozess entwickeln und dann die Beschichtung entfernen, aber das macht kein Spaß und lohnt sich nicht wirklich.
Hier kommen wir nun zu Cinestill. Diese haben ein Verfahren entwickelt um die, für uns Fotografen, störende Schicht zu entfernen und so eine normale Entwicklung in C-41 zu ermöglichen. Angefangen haben sie mit dem Kodak Vision 3 5219 (Kodak VISION3 500T) , weitere Filme sollen folgen, vielleicht sogar ein Schwarzweißfilm. Es gibt den CineStill 800Tungsten nur als Kleinbildfilm. Fotoimpex, die den Film in Deutschland und Europa anbieten, hat uns freundlicher Weise einige Rollen zum Testen bereitgestellt.
Ausgelegt ist der Film für Aufnahmen bei Kunstlicht. Das heißt, dass er bei Kunstlicht natürlichere und ausbalanciertere Bilder liefert. Viele werden sicher schon festgestellt haben das man mit einem normalen Farbfilm, der für Aufnahmen bei Tageslicht ausgelegt ist, bei künstlichem Licht warme orange bis ins Rötliche Bilder bekommt. Bei der Digitalkamera gibt es um dies zu verhindern den Weißabgleich. In der anlogen Fotografie kann man einen passenden Filter vor die Linse schrauben, um dies zu kordieren.
Eine andere Möglichkeit ist es einen Tungstenfilm/Kunstlichtfilm zu verwenden. Hier wären wir also nun beim CineStill 800Tungsten.
Cinestill rät dazu den Film eben bei Kunstlicht, Fluoreszenzlicht, eine Mischung aus diesen beiden oder Kerzenlicht. Aufnahmen bei Kunstlicht plus etwas Tageslicht sind auch möglich.
Fotografiert man bei Tageslicht sollte man um mehr akkurate Ergebnisse zu erhalten 85 oder 81 Filter verwenden. Macht man aber Aufnahmen nur bei Tageslicht sollte man eher einen Tageslichtfilm verwenden.
Bevor man drauf los fotografiert, sollte man sich auf jeden Fall etwas mit dem Film und seinen Eigenschaften auseinandersetzen. Zum Glück gibt es eine recht umfangreich FAQ.
CineStill 800Tungsten hat einen großen Belichtungsspielraum. Man kann ihn zwischen ISO 100 bis sogar ISO 3200. Oberhalb von ISO 1600 sollte man ihn laut Hersteller aber pushen.
Ich habe mich entschiedenen erst mal eine Belichtungsreihe von ISO 100 bis ISO 3200 zu machen. Gute Ergebnisse soll man laut Hersteller in einem Bereich zwischen ISO 400 und ISO 800 erreichen. Das kann ich bestätigen in diesem Bereich erzielt man die besten Ergebnisse bei Kunstlicht, ISO 100 und 200 ist meiner Meinung nach zu viel und bei ISO 3200 wird es schon recht dunkel. Zur Not geht wie ich finde ISO 1600 auch noch ganz gut.
Fotografiert man nun unter Kunstlicht, bekommt man klare natürliche Farben. Dies ist besonders bei Porträts ist dies von Vorteil, hier sind natürliche Hauttöne sehr gefragt.
Unter normalem Tageslicht konnte ich eine kühle Farbstimmung mit einem etwas verwaschenen Moody-Look feststellen. Der mir persönlich ganz gut gefällt, vielleicht aber nicht für jedermann etwas ist, außerdem gibt es Motive, zu denen er mehr passt als zu anderen. Belichtet habe ich ihn auf ISO 200 und keinen Filter vor die Linse geschnallt.
Eine Randsignierung in Form von Nummer unter den Negativen hat der Film nicht.
Noch etwas zur Aufbewahrung der unbelichteten Filme. Cinestill schreibt das, das man sie im Kühlschrank lagern sollte, wenn man sie in den nächsten 6 Monaten verwenden möchte. Ansonsten sollten sie in den Gefrierschrank, dort halten sie sich länger. Die belichteten Filme sollten an einem kalten dunklen Platz gelagert werden und früher als später entwickelt werden.
Fazit
Der CineStill 800Tungsten ist sicher nichts für jedermann. Onkel Otto oder Tante Trude würde ich diesen Film nicht empfehlen. Auch eignet er sich nicht für jedes Einsatzgebiet und ist auch kein Allroundfilm für den Alltag.
Für wen und was ist dann der Film von Cinestill? Ich würde in Empfehlen, wenn man viel unter Kunstlicht fotografiert, wer hätte es gedacht. Dies können Konzerte, Hochzeiten oder Ähnliches sein, besonders wenn man Menschen fotografieren möchte unter Kunstlicht.





