Das Brightin Star MF 7.5mm f/2.8 IV ist ein manuelles Fisheye-Objektiv für spiegellose APS-C-Kameras wie die Modelle von Fujifilm. Mit seiner extrem kurzen Brennweite bietet es Fotografen eine kompakte Option, um ungewöhnliche Perspektiven und starke Bildverzerrungen gezielt als gestalterisches Element einzusetzen.

Technische Daten und optische Konstruktion
Das Brightin Star MF 7.5mm f/2.8 IV wurde speziell für Kamerasysteme mit Sensoren im APS-C-Format entwickelt. An einer Fujifilm-Kamera entspricht die effektive Brennweite unter Berücksichtigung des üblichen Umrechnungsfaktors etwa 11 Millimetern im Kleinbildformat.
Das Objektiv deckt einen diagonalen Bildwinkel von beinahe 180 Grad ab, was extrem weiträumige Motiverfassungen ermöglicht. Die maximale Lichtstärke liegt bei Blende f/2.8, was auch bei schwächerem Umgebungslicht eine solide Belichtung erlaubt. Abblenden lässt sich das Objektiv stufenlos bis zu einer kleinsten Blendenöffnung von f/16.
Die optische Konstruktion besteht aus mehreren Glaselementen, die in einem soliden Tubus untergebracht sind. Da es sich um eine rein manuelle Linse handelt, gibt es keine elektronischen Kontakte zur Kamera. Das bedeutet, dass keine Informationen über die Blende oder die Brennweite in den Exif-Daten der Bilddateien gespeichert werden. Auch eine automatische Fokussteuerung entfällt vollständig. Die Scharfstellung erfolgt manuell über den Fokusring.
Die Naheinstellgrenze ist mit wenigen Zentimetern ab der Frontlinse sehr kurz bemessen. Eine fest verbaute Gegenlichtblende schützt die stark gewölbte Frontlinse vor mechanischen Einwirkungen und störendem Streulicht.
Ein herkömmliches Filtergewinde ist wegen der gewölbten Bauform der Linse nicht vorhanden. Dafür kann an der Rückseite ein Filter mit 27mm angebracht werden
Zum Lieferumfang gehört eine Schutzkappe, die passgenau über die Gegenlichtblende geschoben wird. Das Gewicht der Optik fällt mit knapp 200 Gramm sehr gering aus, und die Abmessungen sind ausgesprochen kompakt gehalten.

In der Praxis mit dem Brightin Star 7.5mm f/2.8 IV

Erster Eindruck und Verarbeitung
Der erste Haptiktest nach dem Auspacken des Brightin Star 7.5mm f/2.8 IV fällt durchweg positiv aus. Das Objektiv ist sehr solide verarbeitet und besteht vollständig aus Metall, was ein angenehmes Gefühl von Wertigkeit vermittelt.
An einer Fujifilm-Kamera montiert, macht die kleine Optik optisch eine gute Figur. Das schwarze Metallgehäuse fügt sich nahtlos an das klassische Design der Kamera an. Das Objektiv sieht sehr schick und stylisch an der Fujifilm Kamera aus und bildet eine ausgewogene Einheit mit dem Kameragehäuse.
Im praktischen Handhabungstest zeigt sich jedoch ein Punkt. Der Blendenring des Herstellers läuft stufenlos und besitzt keine spürbaren Raststufen. In der alltäglichen Nutzung zeigt sich, dass dieser Brightin Star Blendenring etwas zu empfindlich geraten ist. Weil der Ring sehr leichtgängig rotiert, kann es beim Anpassen der Schärfe oder beim Greifen der Kamera leicht passieren, dass man die eingestellte Blende unabsichtlich verstellt.
Hier wäre ein Einrasten bei den einzelnen Blendenwerten besser gewesen, um ein unbemerktes Verstellen während der Arbeit zu verhindern. Abgesehen von dieser Eigenschaft hinterlässt der mechanische Aufbau der Linse einen robusten Eindruck.

Die Besonderheiten der extremen Brennweite
Die Arbeit mit einer Brennweite von 7.5mm stellt eine interessante Herausforderung dar. Diese Brennweite schränkt einen in gewisser Weise ein, da der weite Blickwinkel nicht zu jedem Motiv passt. Gleichzeitig gibt sie einem jedoch viele interessante kreative Möglichkeiten an die Hand, wenn man sich intensiv mit der Optik beschäftigt und ungewöhnliche Blickwinkel sucht. Vertikale und horizontale Linien krümmen sich stark, sobald sie nicht exakt durch die Bildmitte verlaufen, was Räumen und Landschaften eine dynamische Wirkung verleiht.

Was jemand, der das Objektiv zum ersten Mal nutzt, sicher überraschend finden wird, ist der deutliche Unterschied zwischen der Wahrnehmung im Sucher und der tatsächlichen Umgebung. Wenn man durch den elektronischen Sucher blickt, sieht das gewählte Motiv sehr klein und weit entfernt aus.
Nimmt man die Kamera dann jedoch vom Auge weg, stellt man erstaunt fest, dass man direkt vor dem Motiv steht. Dieser optische Effekt verlangt eine Umstellung der eigenen Gewohnheiten. Man muss deutlich näher an Objekte herantreten, als man es von Standardbrennweiten gewohnt ist, um das Bildfeld sinnvoll mit Inhalt zu füllen.

Tipps für die optimale Nutzung im Alltag
Um beim Fotografieren mit dem manuellen Fisheye schnelle und scharfe Ergebnisse zu erzielen, erweisen sich einige Einstellungen an der Fujifilm-Kamera als sehr hilfreich.
Als erster Schritt sollte man das Focus Peaking im Kameramenü einschalten. Diese Funktion hebt scharfe Konturen im Sucher farblich hervor und vereinfacht das manuelle Fokussieren spürbar. Obwohl die Scharfstellung bei 7.5mm Brennweite wegen der großen Schärfentiefe recht unkompliziert ist, bietet diese Scharfstellhilfe bei Aufnahmen im Nahbereich eine verlässliche Orientierung.

Zusätzlich ist es sinnvoll, den Zoom des elektronischen Suchers zu nutzen. Durch einen einfachen Druck auf das Einstellrad der Kamera lässt sich der gewählte Bildausschnitt vergrößern, um den Fokuspunkt exakt zu kontrollieren.
Neben den Kameraeinstellungen erfordert der extrem breite Bildwinkel von fast 180 Grad auch bei der Haltung der Kamera etwas Disziplin. Es gilt eine ständige Vorsicht mit den Fingern am Objektivtubus, da diese bei unachtsamer Haltung schnell am Bildrand zu sehen sind. Ebenso ist Vorsicht mit den Füßen geboten, denn bei einer leichten Neigung der Kamera nach unten geraten die eigenen Schuhspitzen leicht ins Bildfeld.

Auch beim Zubehör empfiehlt sich ein praktischer Kniff. Nutze eine Handschlaufe und keinen Umhängegurt, um ganz nah an Motive heranzugehen und auch ungewöhnliche Positionen zu erreichen. Ein Umhängegurt kann bei tiefen Kamerapositionen nahe am Boden störend im Weg hängen.
Eine flexible Handschlaufe gewährt hingegen volle Bewegungsfreiheit, sodass die Kamera mühelos knapp über dem Boden geführt oder weit über den Kopf gehalten werden kann, um neue Perspektiven zu entdecken.

Bildqualität im praktischen Einsatz
Die Bildschärfe des Brightin Star 7.5mm f/2.8 IV zeigt bei offener Blende f/2.8 in der Bildmitte eine solide Leistung. Für alltägliche Motive und kreative Experimente ist die Schärfe im Zentrum bereits vollkommen ausreichend. Blendet man die Optik auf Werte wie F5.6 oder F8 ab, nimmt die Schärfe in der Mitte noch einmal spürbar zu und zeigt eine klare Detailzeichnung.

Zu den äußersten Bildrändern und Ecken hin fällt die Schärfe bauartbedingt etwas ab. Bei einem Fisheye dieser Preis- und Größenklasse ist dieser Randschärfeabfall ein normales optisches Phänomen. Vignettierung ist bei Blende f/2.8 an den Bildecken erkennbar, verringert sich durch leichtes Abblenden jedoch deutlich.
Farbsäume an kontrastreichen Kanten treten bei starkem Gegenlicht gelegentlich auf, bewegen sich jedoch in einem moderaten Rahmen. Die Abbildungsleistung ist für den angedachten Einsatzzweck bodenständig und ehrlich.

Korrektur der Verzerrung mit Lightroom
Für Fotografen, welche die typische Fisheye-Biegung reduzieren möchten, stellt der Hersteller auf seiner Website ein Korrekturprofil zur Verfügung. Dieses Profil kann in Bearbeitungsprogramme wie Adobe Lightroom geladen werden, um die tonnenförmige Verzeichnung auf digitalem Weg geradlinig umzurechnen.
In der Praxis zeigt sich jedoch ein gemischtes Bild dieser digitalen Anpassung. Mir persönlich gefällt der korrigierte Look nicht wirklich. Durch das digitale Entzerren der Aufnahmen werden die Bildecken extrem gestreckt, was zu einem deutlichen Schärfeverlust an den Bildrändern führt.
Zudem geht der eigentliche Charakter verloren, der ein Fisheye-Objektiv ausmacht. Die gebogene Optik ist als gestalterisches Werkzeug gedacht. Wer ein geradliniges Weitwinkelfoto wünscht, erzielt mit einer echten Weitwinkellinse meist ausgewogenere Ergebnisse als durch das nachträgliche Ausrichten in der Software.




Fazit
Das Brightin Star MF 7.5mm f/2.8 IV erweist sich im Alltagstest als ein handliches Spezialobjektiv für kreative Fotoprojekte. Was ich an dem Objektiv mag, ist das es relativ kompakt ist. Gerade im Vergleich zu anderen Objektiven in dem Brennweitenbereich, besonders natürlich im Vollformat, ist es angenehm klein, wenn man dies sicher auch zum Teil mit Einbußen bei der Bildqualität bezahlt.
Für mich ist hier die Kompaktheit aber deutlich wichtiger, weil es eben, für mich persönlich, ein weniger genutzte Brennweite ist. Je größer das Objektiv ist, so niedriger die Chance, dass ich es mitnehmen und nicht zu Hause lasse.
Die solide Bauweise aus Metall, die handliche Form und das ansprechende Äußere passen gut zum System von Fujifilm. Der Blendenring ohne Rastung erfordert etwas Aufmerksamkeit bei der Handhabung, beeinträchtigt die Funktion im Kern jedoch nicht.
Die Bildqualität ist im Zentrum gut und für die gegebene Baugröße absolut praxistauglich. Wer ein leichtes und bezahlbares Fisheye für gelegentliche Experimente sucht, findet in dieser Festbrennweite eine interessante Option.
Kaufen
Das Objektiv Brightin Star MF 7.5mm f/2.8 IV ist über verschiedene Wege im Handel erhältlich. Eine einfache Bestellmöglichkeit bietet sich bei bekannten Online-Plattformen wie Amazon. Alternativ kann das Objektiv direkt im offiziellen Store vom Hersteller bezogen werden unter der Adresse Brightin Star Official Store. Beim Kauf sollte auf die Auswahl des passenden Bajonetts für das eigene Kamerasystem geachtet werden, um die Kompatibilität mit dem Fujifilm X-Anschluss sicherzustellen.
Weitere Beispielbilder
Alle Bilder in diesem Artikel wurden mit dem Brightin Star MF 7.5mm f/2.8 IV und der Fujifilm X-T20 oder Fujifilm X-E5 gemacht. Alle Bilder wurden mit Adobe Lightroom bearbeitet.

















































































































































