Die Petri 2.8 ist eine im Jahr 1957 von dem japanischen Hersteller Kuribayashi Camera Industry eingeführte Messsucherkamera für den klassischen 35-mm-Kleinbildfilm. Auf ihrer Gehäusefront trägt sie bereits die Bezeichnung „Petri 2.8 Color Corrected Super“, wird jedoch in der historischen Fachliteratur und zur eindeutigen Unterscheidung von den Nachfolgemodellen meist schlicht als Petri 2.8 bezeichnet. Sie bildete den Auftakt zu einer Reihe sehr erfolgreicher Sucherkameras, mit denen das Unternehmen Marktanteile im hart umkämpften Segment der Kleinbildkameras erobern konnte.
Entwicklungsgeschichte
In den späten 1950er-Anfängen befand sich die japanische Kameraindustrie in einer Phase des rasanten Wachstums. Kuribayashi, einer der ältesten Hersteller des Landes, suchte nach einem Weg, den etablierten Marken durch preisgünstige, aber mechanisch hochentwickelte Kameras Konkurrenz zu machen. Das Ergebnis dieser Bemühungen war die Petri 2.8.
Das Modell richtete sich an anspruchsvolle Amateure, die eine solide mechanische Kamera ohne integrierte Belichtungsmessung suchten und den Fokus auf eine präzise manuelle Bedienung legten. Die Produktion dieses ursprünglichen Modells war relativ kurz und wurde bereits 1958 wieder eingestellt, um Platz für die nachfolgende, technisch überarbeitete Modellgeneration zu machen.
Belichtung und Optik
Die Kamera ist mit einem fest verbauten Normalobjektiv des Typs Petri Orikkor 45 mm f/2,8 (auch als 4,5 cm f/2,8 bezeichnet) ausgestattet. Es handelt sich um eine klassische vierlinsige Konstruktion nach dem Tessar-Prinzip. Die Linsenelemente erhielten eine spezielle Beschichtung, die chromatische Abweichungen minimieren sollte, um eine korrekte Farbwiedergabe auf den damals immer populärer werdenden Farbfilmen zu gewährleisten. Die manuelle Scharfstellung wird über einen seitlich am Objektiv angebrachten Fokussierhebel vorgenommen, was eine schnelle Fokussierung mit nur einem Finger ermöglicht.
Als Verschluss dient ein im Objektiv integrierter Zentralverschluss des Typs Carper MX (oft auch als Copal MX bezeichnet). Der vollmechanische Verschluss deckt Belichtungszeiten von 1 Sekunde bis zu einer 1/300 Sekunde ab und verfügt über eine Einstellung für beliebig lange Zeitaufnahmen (B). Der Verschluss besitzt keinen integrierten Selbstauslöser. Für Blitzaufnahmen ist ein M/X-Umschalter für Blitzbirnen und elektronische Blitzgeräte direkt am Objektiv vorhanden, wobei die Synchronisation bei allen Verschlusszeiten funktioniert.
Gehäuse und Suchersystem
Das stabile Gehäuse besteht aus einer robusten Metallkonstruktion mit einer klassischen schwarzen Belederung. Auf der Gehäuseoberseite befinden sich der manuelle Schnellschalthebel für den Filmtransport, ein mechanisches Bildzählwerk, das nach dem Einlegen eines neuen Films manuell zurückgesetzt werden muss, sowie eine kleine Drehscheibe auf dem Rückspulknopf, die als Merkhilfe für die verwendete Filmempfindlichkeit dient. Der optische Sucher der ursprünglichen Petri 2.8 bietet ein klares Sucherbild mit einem gekoppelten Mischbild-Entfernungsmesser zur präzisen Scharfstellung.
Filme für die Petri 2.8
Welche Filme werden für die Petri 2.8 benötigt? Die Kamera ist für Kleinbildfilme ausgelegt. 35mm-Filme werden noch von diversen Herstellern angeboten. Für Schwarzweißaufnahmen im Kleinbildformat ist der Kodak T-Max 400 (Amazon*) eine gute Wahl. Für Farbbilder kann man zum Kodak Ultramax 400 (Amazon*) greifen. Natürlich kann man auch zu Filmen von anderen Herstellern greifen.





