Die Petri 2.8 Color Super ist eine im Jahr 1958 vorgestellte Messsucherkamera, die als direkte Nachfolgerin der ursprünglichen Petri 2.8 auf den Markt kam. In Sammlerkreisen und der Fachliteratur (wie dem bekannten Standardwerk von McKeown) hat sich die Bezeichnung „Color Super“ etabliert, obwohl auf der Gehäusefront weiterhin der Name „Petri 2.8 Color Corrected Super“ eingraviert ist. Das Modell brachte bedeutende optische und mechanische Verbesserungen mit sich und blieb bis zum Jahr 1961 in Produktion.

Das „Green-O-Matic“-Suchersystem
Die wichtigste Neuerung der Petri 2.8 Color Super betrifft das optische Suchersystem. Die Kamera wurde mit einem modernen Leuchtrahmensucher ausgestattet, der über einen automatischen Parallaxenausgleich verfügt. Beim Scharfstellen im Nahbereich verschiebt sich die eingespiegelte Rahmenlinie diagonal, um den veränderten Blickwinkel zwischen Sucher und Objektiv auszugleichen.
Die Beleuchtung dieses Rahmens erfolgt über ein markantes, grün getöntes Glasfenster an der Vorderseite der Gehäusekappe, welches gleichzeitig auch das Fenster des Entfernungsmessers abdeckt. Durch diese Konstruktion erhält das Sucherbild sowie der Messfleck in der Mitte eine charakteristische grüne Tönung. Dieser starke Farbkontrast erleichtert das Scharfstellen unter schwierigen Lichtbedingungen erheblich und brachte der Kamera den populären Spitznamen „Green-O-Matic“ ein.
Technische Upgrades und Verschlussvarianten
Während die optische Rechnung des bewährten Petri Orikkor 45 mm f/2,8 beibehalten wurde, erfuhr das Verschlusssystem im Laufe der vierjährigen Produktionszeit eine wichtige Weiterentwicklung. Die frühen Modelle der Color-Super-Serie aus dem Jahr 1958 waren weiterhin mit dem bewährten Carper-MX-Verschluss ausgestattet, der Belichtungszeiten von 1 Sekunde bis zu einer 1/300 Sekunde bot.
Um die Jahresmitte 1960 wertete der Hersteller die Kamera jedoch mit einem leistungsfähigeren Zentralverschluss auf, dem Carper MXV. Dieser verbesserte Verschluss erhöhte die kürzeste Belichtungszeit auf eine 1/500 Sekunde und fügte der Kamera zudem ein mechanisches Vorlaufwerk (Selbstauslöser) hinzu, das durch das Kürzel „V“ gekennzeichnet ist.
Die Gedenkplakette und historische Einordnung
Eine optische Besonderheit betrifft Kameras, die zwischen Ende 1959 und Anfang 1960 produziert wurden. Um das Erreichen einer Produktionsmarke von über 1,2 Millionen Kameras seit dem Neustart der Kameraproduktion nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1948 zu feiern, montierte das Unternehmen auf der Gehäuseoberseite eine geprägte Metallplakette mit der Aufschrift „COMMEMORATION Productions EXCEEDED 1200000“. Exemplare mit dieser Plakette sind heute gesuchte Sammlerstücke.
Die Petri 2.8 Color Super wurde innerhalb der Modellfamilie von den lichtstärkeren Schwestermodellen mit Blendenöffnungen von f/1,8 und f/1,9 flankiert. Im Jahr 1960 folgte die Petri E.Bn, bei der das Gehäuse der Color Super um einen ungekoppelten Selen-Belichtungsmesser erweitert wurde. Kurz darauf leitete der Hersteller mit der Petri-7-Serie eine neue Ära von Messsucherkameras ein, bei denen die Belichtungsmessung direkt um das Objektiv herum angeordnet war.
Filme für die Petri 2.8 Color Corrected Super
Ohne Fotofilme läuft bei der Petri 2.8 Color Corrected Super nichts. Genauer braucht die Kamera Kleinbildfilme. Es gibt auch heute noch eine große Menge an Filmmaterial für Farb- und Schwarzweißbilder in diesem Format.
Mögliche Filme für die Petri 2.8 Color Corrected Super, die man heute noch kaufen kann, sind der Kodak Portra 160 (Amazon*) und der Ilford Delta 400 (Amazon*). Es gibt zahlreiche weitere Hersteller, die ebenfalls Filme für dieses Format produzieren.





