Die Contax 139 Quartz ist eine analoge Kleinbild-Spiegelreflexkamera für den Filmstandard 35 mm. Das Modell erschien im Jahr 1979 auf dem Markt und entstand im Zuge der Zusammenarbeit von Yashica und Carl Zeiss. Die Gestaltung des Kameragehäuses wurde durch Porsche Design ausgeführt.
Das Gehäuse verfügt über das Contax-Yashica-Bajonett, welches den Einsatz von Carl Zeiss T*-Objektiven und Yashica-Objektiven ermöglicht. Als Standardobjektive wurden zur Markteinführung unter anderem das Planar T* 50 mm mit Lichtstärke f/1,4 und das Planar T* 50 mm mit Lichtstärke f/1,7 angeboten.
Die Belichtungszeit wird über einen vertikal ablaufenden Metall-Lamellen-Schlitzverschluss gesteuert. Ein integrierter Quarzkristall dient als Taktgeber für die Auslösesequenzen und die Zeitsteuerung. Im Modus der Zeitautomatik regelt die Elektronik die Verschlusszeit stufenlos im Bereich von 1/1000 Sekunde bis zu 11 Sekunden.
Im manuellen Betrieb lassen sich feste Verschlusszeiten von 1/1000 Sekunde bis zu 1 Sekunde sowie die Einstellung B für Langzeitbelichtungen wählen. Der Auslöser arbeitet elektromagnetisch. An der Gehäuseseite ist eine Anschlussbuchse für elektrische Kabelauslöser sowie Infrarot- und Funkempfänger vorhanden.
Die Belichtungsmessung erfolgt durch das Objektiv bei voller Blendenöffnung über eine Silizium-Fotodiode mit mittenbetonter Charakteristik. Der Messbereich reicht bei ISO 100 und Verwendung eines Objektivs mit Lichtstärke f/1,4 von Lichtwert 0 bis Lichtwert 18. Der einstellbare Empfindlichkeitsbereich umfasst Werte von ISO 12 bis ISO 3200.
Für manuelle Anpassungen besitzt die Kamera ein Korrekturrad von plus 2 bis minus 2 Lichtwerten. Auf der Vorderseite befindet sich ein Hebel für die Messwertspeicherung, der sich für kontinuierliche Messwertübernahmen arretieren lässt. Eine Drucktaste an der Gehäusefront schaltet die Belichtungsanzeige für 10 Sekunden ein.
Über eine integrierte Entriegelungstaste am Korrekturrad sind Mehrfachbelichtungen auf demselben Bildfeld möglich.
Der Sucher ist als festes Dachkantprisma mit Silberbeschichtung ausgeführt. Er bildet 95 Prozent des tatsächlichen Bildfeldes ab und weist bei einem 50 mm Standardobjektiv eine Vergrößerung von 0,86-fach auf. Die Mattscheibe enthält zur Fokussierung einen horizontal geteilten Schnittbildindikator, einen Mikroprismenring und ein umgebendes Mattscheibenfeld. Am oberen Sucherrand wird die eingestellte Blendenstufe über ein optisches Fenster angezeigt. Entlang des rechten Sucherrandes informiert eine Leuchtdioden-Leiste über die Belichtungszeit.
Im manuellen Modus zeigt eine blinkende Diode die gewählte Zeit und eine konstant leuchtende Diode die empfohlene Zeit an. Eine grüne Diode dient als Bereitschafts- und Kontrollanzeige für spezielle Systemblitzgeräte. Bei schwächer werdender Batteriespannung halbiert sich die Blinkfrequenz der Leuchtdioden von 4 Hertz auf 2 Hertz.
Das Blitzsystem ermöglicht eine direkte TTL-Lichtmessung auf der Filmebene über einen separaten Fotosensor im Kameraboden. Bei Verwendung von kompatiblen Blitzgeräten der Contax-TLA-Serie wird die Leistungsabgabe automatisch über die Innenmessung gesteuert.
Sobald das Blitzgerät bereit ist, schaltet die Kamera im Automatikmodus selbsttätig auf die Synchronzeit von 1/100 Sekunde um. Der nutzbare Empfindlichkeitsbereich für TTL-Blitzaufnahmen reicht von ISO 25 bis ISO 800. Für Standardblitzgeräte stehen ein Mittenkontakt auf dem Zubehörschuh und eine PC-Blitzbuchse zur Verfügung. Manuelle Blitzgeräte können bei Verschlusszeiten von 1/60 Sekunde oder längeren Zeiten synchronisiert werden.
Der Filmtransport erfolgt über einen mechanischen Schnellschalthebel mit 135 Grad Aufzugswinkel und 30 Grad Bereitschaftsstellung. Das Bildzählwerk schaltet additiv und setzt sich beim Öffnen der Rückwand auf den Startpunkt zurück.
Der elektronische Selbstauslöser arbeitet quarzgesteuert mit 10 Sekunden Vorlaufzeit, wobei eine rote Leuchte an der Gehäusefront 2 Sekunden vor dem Auslösen schneller blinkt. Am Bajonettsockel befindet sich eine Taste zur visuellen Schärfentiefenkontrolle. Die Rückwand ist abnehmbar und kann gegen die Datenrückwand D-6 getauscht werden. An der Gehäuseunterseite lässt sich der Winder 139 montieren, der Serien mit bis zu 2 Bildern pro Sekunde transportiert.
Die Stromversorgung erfolgt durch 2 Silberoxid-Batterien mit jeweils 1,5 Volt wie SR44 oder entsprechende Alkalizellen des Typs LR44 (Amazon*). Ohne elektrische Spannung löst der Verschluss nicht aus.
Das Kameragehäuse misst 135 mm in der Breite, 85,5 mm in der Höhe und 50 mm in der Tiefe bei einem Gewicht von 500 Gramm ohne Objektiv. Auf der Gehäuserückseite befindet sich ein Memohalter für Filmpackungslaschen mit integrierter Tabelle zum Vergleich von ASA- und DIN-Werten.






