Vor einiger Zeit hatten wir einen Test zur Wurkkos HD02 veröffentlicht. Nun gibt es eine Pro-Version, die mit einige neuen Funktionen kommt. Lohnt sich der Kauf der Wurkkos HD02 PRO und lohnt ein Upgrade?

Technische Daten
Die Konstruktion der Wurkkos HD02 PRO basiert auf einem soliden Gehäuse aus eloxiertem Flugzeugaluminium. Das Gerät erfüllt die Schutzart IPX6 gegen starkes Strahlwasser und widersteht Stürzen aus einer Höhe von bis zu einem Meter.
Mit einer Länge von rund 126 Millimetern, einer Breite von 41 Millimetern und einer Tiefe von 26 Millimetern wiegt die Lampe ohne eingelegte Akkuzelle knapp 195 Gramm. Die Form unterscheidet sich spürbar von klassischen Rundrohrlampen, da das flache Profil eine Vielzahl an Bedienelementen und mechanischen Komponenten aufnehmen muss.
Im Zentrum der Hauptbeleuchtung arbeitet ein fokussierter LED-Strahler, der eine maximale Helligkeit von 3200 Lumen erreicht. Wurkkos beziffert die maximale Leuchtweite mit 330 Metern bei einer Lichtstärke von etwa 21700 Candela. Zur Helligkeitsregulierung stehen gestufte Modi sowie ein stufenloses Dimmen ab einer unteren Grenze von 10 Lumen zur Verfügung.
Ein interner Temperaturschutz regelt die Leistung im hohen Leistungsbereich automatisch herunter, um eine Überhitzung der internen Elektronik und der Emitter zu vermeiden.
Eine wesentliche Besonderheit stellen die beiden ausklappbaren Seitenleuchten dar. Diese Flächenstrahler erzeugen zusammen einen Lichtstrom von bis zu 600 Lumen, was 300 Lumen pro Seite entspricht. Die Farbtemperatur der Seitenpanels lässt sich stufenlos in einem Spektrum von warmen 3000 Kelvin bis zu kühlen 6000 Kelvin einstellen. Mechanisch sind die Flügel so aufgebaut, dass sie sich vertikal um bis zu 135 Grad neigen und horizontal um bis zu 180 Grad drehen lassen.

Zusätzlich integriert das Gehäuse eine rote LED mit einer Wellenlänge von 660 Nanometern. Diese lässt sich stufenlos von einem halben Lumen bis zu einem Maximum von 110 Lumen regulieren. Zudem steht eine UV-Diode mit einer Wellenlänge von 365 Nanometern zur Verfügung, die in zwei Leistungsstufen mit 130 Milliwatt und 520 Milliwatt betrieben werden kann. Der fünfte Modus besteht aus einem grünen Zielstrahl mit 520 Nanometern Wellenlänge.
Die Energieversorgung erfolgt über einen wechselbaren Lithium-Ionen-Akku des Typs 21700 mit einer Nennkapazität von 5.000 Milliamperestunden. Der Akku wird über eine rückseitige Schraubkappe entnommen oder direkt über einen geschützten USB-C-Anschluss geladen.
Im niedrigsten Helligkeitsmodus erreicht das Gesamtsystem eine Betriebsdauer von bis zu 140 Stunden. Zur Befestigung bietet die HD02 PRO eine magnetische Endkappe, einen abnehmbaren Halteclip, eine Öse für eine Handschlaufe sowie ein genormtes Gewinde für Stative mit einem Durchmesser von einem Viertelzoll.

In der Praxis
Im täglichen Umgang zeigt die Wurkkos HD02 PRO einen klaren Nutzen bei vielschichtigen Tätigkeiten. Das Bedienkonzept kombiniert einen Drehschalter mit einem mittig platzierten Taster. Über den Drehring wird der gewünschte Betriebsmodus vorgewählt, während der Drucktaster das Ein- und Ausschalten sowie das Dimmen übernimmt. Diese Trennung verhindert Fehlbedienungen im Arbeitsalltag, erfordert jedoch eine kurze Eingewöhnung bei der Einhandbedienung.

Eine integrierte LED im Taster informiert über den Ladezustand des Akkus anhand verschiedener Farben. Hier hätte ich mir doch ein kleines Display, wie bei der Wurkkos TD11, zum Ladezustand und der Restlaufzeit gewünscht. Bei einem Pro-Modell wäre dies schon wünschenswert.
Der Frontscheinwerfer eignet sich gut für die Ausleuchtung im Außenbereich. Der Lichtkegel besitzt einen deutlichen Schwerpunkt in der Mitte mit ausreichendem Streulicht im Randbereich. Bei maximaler Leistung wird ein breiter Pfad oder ein großes Areal zuverlässig erhellt. Aber auch ein stockdunkler Innenraum wird bei voller Stärke komplett erhellt.

Die Besonderheit der Taschenlampe sind natürlich die Seitenflügel. Die beiden Seitenflügel öffnen sich unabhängig voneinander und schalten sich dank verbauter Hall-Sensoren auf Wunsch automatisch beim Aufklappen ein. Durch die zweiachsige Beweglichkeit lässt sich das Licht präzise auf den Arbeitsbereich ausrichten. Befestigt man die Lampe über die magnetische Basis oder das Stativgewinde. Sie steht aber auch von alleine.
Die einstellbare Farbtemperatur erweist sich dabei als nützlich, da warmes Licht bei längeren Arbeiten die Augen schont, während kaltes Licht feinere Kontraste hervorhebt.
Das Rotlicht lässt sich ohne Umweg über grelle Weißlichtstufen aktivieren, wodurch die Dunkeladaption der Augen erhalten bleibt. Bei niedriger Stufe eignet es sich für das Kartenlesen, bei höherer Leistung leuchtet es Wege abseits von störendem Scheinwerferlicht aus.
Die UV-Quelle mit 365 Nanometern regt fluoreszierende Substanzen gut an. Sie macht Sicherheitsmerkmale auf Dokumenten, Verunreinigungen oder Undichtigkeiten an Klimaanlagen schnell sichtbar.


Der grüne Laserstrahl dient primär als Zeigestock auf Distanz, um bei Besprechungen oder Führungen auf bestimmte Details hinzuweisen. Hierbei ist stets auf die Sicherheitsabstände zu achten, um Blendungen zu vermeiden.
Kritisch anzumerken ist das mechanische Spiel der beweglichen Seitenflügel. Durch die doppelte Gelenkführung besitzen die Scharniere eine gewisse Nachgiebigkeit, was bei groben Schlägen oder Stürzen eine Schwachstelle darstellen kann. Auch das Gewinde der Akkukappe erfordert etwas Geduld beim Zusammenschrauben, da der Dichtungsring recht stramm sitzt.
Vergleich Wurkkos HD02 PRO vs. HD02

Ein weiterer Unterschied betrifft die Lichtmodi. Die HD02 PRO besitzt nun ein eigenständiges Rotlicht, das dem Basismodell fehlte. Dafür wurde die integrierte Powerbank-Funktion zur Umkehrladung externer Geräte weggelassen. Die Schaltlogik und die Haptik des Drehrings wurden bei der PRO-Variante spürbar verfeinert, sodass die einzelnen Rastpunkte klarer definiert sind.

In puncto Leuchtleistung bewegen sich beide Varianten auf einem ähnlichen Niveau. Beide nutzen standardmäßig 21700-Zellen und liefern eine vergleichbare Reichweite beim Frontlicht.

Fazit
Die Wurkkos HD02 PRO beweist, dass ein multifunktionales Konzept in der Praxis funktionieren kann. Sie bündelt Aufgaben, für die man sonst mehrere spezialisierte Lampen mitführen müsste in kompakter Form. Das Flutlicht, die Seitenflügel und UV-Licht stellen die stärksten Argumente für dieses Modell dar. Hinzu kommt ein solides Gehäuse, die Möglichkeit den Akku zu Wechseln, entweder für lange Trips oder falls er mal schwächer wird, und die vielseitigen Befestigungsmöglichkeiten.
Negativ, für einige, ist vielleicht das Gewicht. Wobei man hier natürlich den Funktionsumfang und die Leistung in Relation setzen muss. Die Wurkkos HD03 ist etwa kleiner, aber bringt natürlich deutlich weniger mit.
Lohnt sich das Upgrade von der HD02 zur HD02 Pro? Wenn man öfters das Rotlicht oder mehr Flexibilität bei den Seitenflügeln braucht, ist die Antwort ja. Ansonsten kann man eigentlich auch bei der HD02 bleiben.

Kaufen
Das Modell ist direkt über den Hersteller erhältlich. Die Taschenlampe kann man aber auch bei Amazon bestellen.


































