Moderne Objektive werden oft so berechnet, dass sie jede Szene möglichst fehlerfrei und klinisch rein abbilden. Wer dagegen Freude an sichtbaren Eigenheiten im Bild hat, greift gerne zu alten Schätzen oder wechselt ständig die Optik in der Tasche.
Der Hersteller Brightin Star schlägt mit dem neuen 50mm F2 Tri-Sight einen anderen Weg ein und packt verschiedene visuelle Eigenschaften direkt in ein einziges Gehäuse für spiegellose Vollformatkameras.
Das Herzstück der manuellen Festbrennweite ist ihre wandelbare Optik, die aus sieben Linsen in sechs Gruppen besteht. Durch das Verschieben einzelner Linsengruppen im Inneren lassen sich gezielt Abbildungsfehler wie sphärische Aberrationen und Astigmatismus steuern.
Über einen Schalter am Tubus wählt man zwischen drei verschiedenen Modi. Die Einstellung namens Smooth erzeugt eine sanfte Weichzeichnung mit zartem Schimmer, die sich gut für klassische Porträts eignet. Wer eine ausgewogene und zeitgemäße Schärfe bevorzugt, schaltet auf den Modus Prime. Die dritte Option hört auf den Namen Foams und zaubert das beliebte Seifenblasen-Bokeh mit betonten Rändern in den unscharfen Hintergrund.
Da sich durch das Verschieben der Elemente auch der Fokuspunkt leicht verschiebt, hat der Hersteller sinnvollerweise drei getrennte Entfernungsskalen auf dem Tubus eingraviert.
Wem die drei Grundstile noch nicht genügen, der findet auf der Rückseite des Objektivs eine weitere Spielwiese. Ein spezieller Schacht nimmt kleine Einsätze auf, die die Form der Blendenöffnung verändern. Mit Schablonen in Form von Sternen, Kleeblättern, Schmetterlingen oder abgerundeten Dreiecken verwandeln sich punktförmige Lichtquellen im Hintergrund in die entsprechenden Formen. Das erinnert an kreative Bastelprojekte aus Papier, funktioniert hier aber passgenau direkt am Bajonett.
Auch bei der mechanischen Ausstattung zeigt sich das Normalobjektiv gut durchdacht für Foto und Videoaufnahmen. Die Blende mit elf Lamellen lässt sich stufenlos von Offenblende f/2 bis f/22 regulieren, sodass Belichtungsanpassungen beim Filmen ohne Blendenklicks und Helligkeitssprünge gelingen.
Für eine angenehme Handhabung beim Scharfstellen sorgt ein kleiner Fokushebel, der bei Bedarf einfach abgeschraubt werden kann. Zudem hat das Gehäuse eine integrierte Gegenlichtblende an Bord, die sich bei Gegenlicht herausziehen und für den Transport platzsparend einschieben lässt.
Der Filterdurchmesser an der Front fällt mit 37,5 Millimetern schlank aus, während die Naheinstellgrenze bei 0,7 Metern liegt.
Das Brightin Star 50mm F2 Tri-Sight erscheint für die Bajonette Sony E, Nikon Z, Canon RF sowie L-Mount. Weitere Informationen zum Objektiv und zur Verfügbarkeit gibt es direkt auf der Website von Brightin Star.
















