Die Yashica Minimatic-S ist eine im Februar 1963 vorgestellte Messsucherkamera des japanischen Herstellers Yashica für das 35-mm-Kleinbildformat. Sie gehört zu einer Reihe vollautomatischer Sucherkameras, die Yashica in den 1960er-Jahren auf den Markt brachte, um Amateuren den Einstieg in die Fotografie durch eine unkomplizierte Belichtungssteuerung zu erleichtern. Die Kamera zeichnet sich durch ein lichtstarkes Objektiv und ein belichtungsmessergesteuertes Automatiksystem aus, das vollständig ohne externe Batteriestromversorgung auskommt.
Entwicklungsgeschichte und Namensgebung
In den frühen 1960er-Jahren war der Markt für kompakte Messsucherkameras durch einen harten Wettbewerb japanischer Hersteller geprägt. Yashica hatte sich bereits mit Modellen wie der Minister- und der Lynx-Serie etabliert. Der Name „Minimatic“ entstand als Wortschöpfung aus den Begriffen „Minister“ und „Automatic“. Konzeptionell war die Minimatic-S als eine vollautomatische Variante der Minister-Modellreihe gedacht.
Im Gegensatz zu den Lynx-Modellen, die dem Fotografen eine weitgehend manuelle Kontrolle über Blende und Verschlusszeit boten, richtete sich die Minimatic-S an Anwender, die Wert auf eine schnelle, automatisierte Schnappschussfotografie legten. Neben der Minimatic-S existierten in dieser Serie noch die Variante Minimatic-C mit einem lichtschwächeren f/2,8-Objektiv sowie die spätere Minimatic-EL.
Objektiv und Belichtungssteuerung
Das optische System der Kamera basiert auf einem fest verbauten Yashinon-Objektiv mit einer Brennweite von 45 mm (häufig auf dem Tubus als 4,5 cm angegeben) und einer maximalen Lichtstärke von f/1,8. Die Blende lässt sich im manuellen Modus bis auf f/16 schließen. Die Fokussierung erfolgt manuell über einen gekoppelten Mischbild-Entfernungsmesser. Der Fokusbereich erstreckt sich von einer Naheinstellgrenze von circa 0,8 Metern (2,6 Fuß) bis unendlich.
Die Belichtungssteuerung arbeitet als echte Programmautomatik (Program AE). Als Sensor dient eine kreisringförmige Selen-Fotozelle, die direkt um die Frontlinse des Objektivs angeordnet ist. Diese Konstruktion hat den Vorteil, dass aufgeschraubte Filter automatisch in die Belichtungsmessung einbezogen werden. Da Selenzellen bei Lichteinfall eine geringe elektrische Spannung selbst erzeugen, benötigt die Kamera keinerlei Batterien für den Betrieb des Belichtungsmessers und der Automatik.
Das System steuert über den mechanischen Copal-Unique-Zentralverschluss sowohl die Blende als auch die Verschlusszeit vollautomatisch. Die Filmempfindlichkeit lässt sich am Objektivtubus in einem Bereich von ASA 10 bis ASA 400 einstellen.
Der optische Sucher der Kamera verfügt über einen hellen Leuchtrahmen mit integrierten Markierungen für den Parallaxenausgleich im Nahbereich. Auf der rechten Seite des Sucherbildes befindet sich eine Nadelanzeige für die Belichtung. Bewegt sich die Nadel in den roten Warnbereich, signalisiert dies dem Fotografen eine drohende Unter- oder Überbelichtung. Die Kamera verfügt über keine automatische Auslösesperre im roten Bereich, sodass der Anwender in diesem Fall manuell eingreifen oder ein Blitzlicht hinzuschalten muss.
Blitzbetrieb und manuelle Einstellungen
Obwohl die Kamera vorrangig für den automatischen Betrieb ausgelegt ist, besitzt sie einen manuellen Modus, der primär für Blitzaufnahmen konzipiert wurde. Auf dem Objektivring befindet sich eine Blendenskala für den Blitzbetrieb. Sobald ein manueller Blendenwert eingestellt wird, wechselt die Kamera in den Blitzmodus, in dem der Zentralverschluss mit einer festen Synchronzeit arbeitet.
Für den Anschluss von Blitzgeräten verfügt das Gehäuse über eine X-Synchronbuchse (PC-Buchse) an der Vorderseite sowie einen einfachen Zubehörschuh (Cold Shoe) auf der Gehäuseoberseite. Für zeitverzögerte Aufnahmen ist ein mechanischer Selbstauslöser mit einer Vorlaufzeit von circa zehn Sekunden im Gehäuse integriert.
Filme für die Yashica Minimatic S
Die Yashica Minimatic S ist für das Kleinbildformat ausgelegt. Trotz der Konkurrenz durch digitale Fotografie behält das Kleinbildformat seinen Platz in der Fotowelt, was erklärt, warum es noch einige Hersteller gibt, die für dieses Format produzieren.
Empfehlenswert für Farbbilder mit dieser Kamera ist Kodak Gold 200 (Amazon*), während für S/W-Aufnahmen Ilford XP2 Super (Amazon*) empfohlen wird. Testberichte zeigen, dass beide Filme für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet sind.




