Die Konica Recorder ist eine Kleinbildkamera, die Anfang der 1980er Jahre vom japanischen Unternehmen Konishiroku Photo Industry Co., Ltd., später bekannt als Konica, auf den Markt gebracht wurde. Sie ist außerhalb Japans auch unter der Bezeichnung Konica AA-35 bekannt.
Diese Kamera zeichnet sich durch ihr kompaktes und ungewöhnliches Design aus, das im geschlossenen Zustand an einen Kassettenrekorder erinnert. Das Gehäuse lässt sich aufschieben, um das Objektiv und die Bedienelemente freizulegen.
Die Konica Recorder gehört zur Kategorie der Halbformatkameras. Das bedeutet, dass sie auf einem Standard-35-mm-Film (Typ 135) Bilder aufnimmt, die nur etwa halb so groß sind wie ein herkömmliches Kleinbildformat (24 mm × 36 mm). Das Bildformat beträgt hier 18 mm × 24 mm.
Der entscheidende Vorteil des Halbformat-Designs ist die Verdoppelung der Anzahl der Aufnahmen pro Filmrolle; ein Film für 36 Aufnahmen liefert mit der Konica Recorder etwa 72 Bilder.
Ein besonderes Merkmal der Recorder ist ihr vertikal ausgerichteter Filmtransport, der im Gegensatz zu den meisten anderen Halbformatkameras zu Bildern im Querformat (Landscape) führt, was vielen Fotografen vertrauter ist als das Hochformat (Portrait).
Die Kamera war zu ihrer Zeit technologisch fortschrittlich für eine Halbformatkamera und integrierte moderne Funktionen wie Autofokus, automatische Belichtungssteuerung und motorisierten Filmtransport. Damit positionierte sie sich als eine vollautomatische “Point-and-Shoot”-Kamera, die das Fotografieren vereinfachte.
Trotz ihrer innovativen Merkmale und ihres einzigartigen Formfaktors stellte die Konica Recorder eine der letzten bedeutenden Halbformatkameras eines großen Herstellers dar, bevor das Interesse an diesem Format nachließ, wenngleich es in jüngerer Zeit eine gewisse Wiederbelebung erfahren hat, wie etwa mit der Diana Mini.
Objektiv
Das Herzstück der Konica Recorder ist ihr fest verbautes Konica Hexanon 24 mm f/4 Objektiv. Dieses Objektiv besteht aus 4 Elementen in 4 Gruppen und liefert eine Bildwirkung, die auf das Halbformat bezogen einem 35-mm-Objektiv im Kleinbildformat (Vollformat) ähnelt. Die Brennweite von 24 mm gilt als moderates Weitwinkel.
Die Kamera verfügt über ein aktives Infrarot-Autofokussystem. Dieses System misst die Entfernung zum Motiv mithilfe von Infrarotstrahlen und passt die Fokuseinstellung automatisch an. Der Fokusbereich reicht von etwa 0,9 Metern bis unendlich.
Es ist zu beachten, dass der Autofokus in bestimmten Situationen Schwierigkeiten haben kann, präzise zu fokussieren. Es gibt keine manuellen Fokusoptionen oder eine Fokus-Anzeige im Sucher; der Fotograf verlässt sich vollständig auf das automatische System. Ein Zonenfokus-System ist bei dieser Kamera nicht vorhanden.
Das Objektiv besitzt keine Möglichkeit zur Anbringung von Filtern, da kein Filtergewinde vorhanden ist. Die feste Lichtstärke von f/4 ist für Tageslichtaufnahmen gut geeignet, kann aber bei schlechten Lichtverhältnissen oder dem Wunsch nach geringer Schärfentiefe limitierend sein.
Belichtungseinstellungen
Die Konica Recorder arbeitet mit einer vollautomatischen Programmautomatik. Die Belichtung wird durch einen integrierten CdS-Belichtungsmesser (Cadmium-Sulfid) ermittelt, der das einfallende Licht misst.
Basierend auf dieser Messung wählt die Kamera automatisch die passende Kombination aus Blende und Belichtungszeit innerhalb ihres verfügbaren Bereichs.
Es gibt keine manuellen Einstellmöglichkeiten für Belichtungszeit oder Blende. Die Kamera agiert als reine Point-and-Shoot-Kamera, bei der der Benutzer lediglich den Auslöser betätigt.
Die verfügbaren Belichtungszeiten liegen stufenlos zwischen 1/60 Sekunde und 1/250 Sekunde. Dieser begrenzte Bereich schränkt die Einsatzmöglichkeiten bei sehr hellen Bedingungen (Gefahr der Überbelichtung bei schnellen Filmen) oder bei sehr schlechten Lichtverhältnissen (Gefahr der Unterbelichtung und von Verwacklungsunschärfe) ein.
Der Belichtungsmesser ist gekoppelt, was bedeutet, dass die gemessenen Lichtwerte direkt zur Steuerung der Belichtungsparameter verwendet werden. Im Sucher befindet sich eine Warnleuchte (oft orange oder rot), die aufleuchtet, wenn die Kamera mangelndes Licht registriert (typischerweise unterhalb von EV 10 bei ISO 100). Diese Leuchte dient lediglich als Hinweis; die Kamera löst auch bei unzureichendem Licht aus, was zu unterbelichteten Bildern führen kann, wenn der Blitz nicht verwendet wird.
Blitzsystem
Die Konica Recorder verfügt über einen integrierten Elektronenblitz. Dieser Blitz ist fest verbaut und wird manuell vom Benutzer aktiviert, falls zusätzliche Beleuchtung benötigt wird, insbesondere bei schwachen Lichtverhältnissen oder Gegenlichtsituationen zur Aufhellung von Schatten.
Nach der Aktivierung benötigt der Blitz einige Sekunden, um sich aufzuladen. Eine separate Blitzbereitschaftsanzeige (oft eine Lampe an der Oberseite der Kamera) leuchtet auf, sobald der Blitz einsatzbereit ist. Die Ladezeit beträgt typischerweise etwa 8 Sekunden.
Ein bemerkenswertes Detail des Blitzsystems ist seine physische Ausrichtung. Aufgrund des Designs der Kamera und des vertikalen Filmtransports ist der Blitz so positioniert, dass er das Bildfeld eher im Hochformat ausleuchtet. Da die Kamera jedoch Bilder im Querformat aufnimmt, kann dies zu einer ungleichmäßigen Ausleuchtung des Bildes führen, insbesondere bei Nahaufnahmen, wo der Effekt am deutlichsten sichtbar ist.
Es gibt keine externen Blitzanschlüsse wie einen Blitzschuh oder eine PC-Buchse.
Zusätzliche Funktionen
Die Konica Recorder ist als vollautomatische Point-and-Shoot-Kamera konzipiert und bietet daher nur eine begrenzte Anzahl zusätzlicher Funktionen über die grundlegende Aufnahme hinaus.
Die Kamera verfügt über einen motorisierten Filmtransport. Nach jeder Aufnahme wird der Film automatisch zum nächsten Bild weitertransportiert. Am Ende der Filmrolle stoppt der Transport, und eine rote LED mit der Markierung “R” (Rewind) leuchtet auf, um anzuzeigen, dass der Film zurückgespult werden muss.
Das Zurückspulen des Films erfolgt ebenfalls motorisch, muss aber manuell durch Betätigen eines Schalters an der Unterseite der Kamera gestartet werden. Die Kamera spult nicht automatisch am Ende des Films zurück.
Ein Selbstauslöser ist bei der Konica Recorder nicht vorhanden. Ebenso fehlt ein Stativgewinde an der Unterseite der Kamera. Dies unterstreicht ihren Charakter als mobile Schnappschusskamera, die für den spontanen Einsatz aus der Hand gedacht ist.
Spätere Versionen der Konica Recorder, oft mit dem Zusatz “DD” (Date Back) im Modellnamen, verfügen über eine Datumsrückwand. Diese ermöglicht es, das Aufnahmedatum direkt in das Bild einzublenden.
Diese Modelle erfordern zusätzlich zu den AA-Batterien für die Kameraelektronik eine separate Knopfzelle für die Datumsfunktion.
Das einzigartige Schiebemechanismus-Design dient nicht nur der Kompaktheit, sondern fungiert auch als Hauptschalter. Durch das Aufschieben des Gehäuses wird die Kamera aktiviert und ist aufnahmebereit; durch das Zuklappen wird sie ausgeschaltet und das Objektiv geschützt.
Abmessungen und Gewicht
Die Konica Recorder zeichnet sich durch ihre bemerkenswerte Kompaktheit aus, insbesondere im geschlossenen Zustand. Ihre Abmessungen betragen etwa 112 mm in der Breite, 77 mm in der Höhe und 30,5 mm in der Tiefe.
Die Kamera wurde in den Farben Schwarz, Rot und Champagne / Gold angeboten.
Das Gewicht der Kamera beträgt etwa 250 Gramm ohne Batterien. Mit eingelegten Batterien (zwei 1,5V AA-Batterien (Amazon*)) erhöht sich das Gewicht.
Bei Modellen mit Datumsrückwand kommt das Gewicht der zusätzlichen Knopfzelle hinzu, was das Gesamtgewicht leicht erhöht, beispielsweise auf rund 304 Gramm bei der Konica Recorder DD mit Batterien.
Diese geringen Abmessungen und das relativ geringe Gewicht machen die Konica Recorder zu einer sehr portablen Kamera, die leicht in einer Tasche mitgeführt werden kann.
Filmempfehlungen
Die Konica Recorder ist für die Verwendung von Standard-35-mm-Filmen (Typ 135) konzipiert. Als Halbformatkamera nutzt sie nur die halbe Fläche eines Kleinbildnegativs pro Aufnahme, wodurch die Anzahl der Bilder pro Filmrolle verdoppelt wird. Eine 36er Filmrolle liefert somit etwa 72 Bilder, eine 24er Rolle etwa 48 Bilder.
Die Kamera bietet die Möglichkeit, die Filmempfindlichkeit (ISO/ASA) manuell einzustellen, allerdings nur auf die Werte 100, 200 und 400.
Spätere Modelle verfügen zusätzlich über eine DX-Erkennung, die bei kompatiblen Filmpatronen mit DX-Code die ISO-Empfindlichkeit automatisch auf 100, 200 oder 400 einstellt und dabei die manuelle Einstellung überschreibt. Man erkennt diese Modell an dem “DX”-Aufdruck auf der Vorderseite.
Filme mit anderen Empfindlichkeiten als 100, 200 oder 400 können zwar verwendet werden, die automatische Belichtungssteuerung funktioniert dann jedoch nur näherungsweise, basierend auf der eingestellten oder erkannten ISO-Stufe, was zu Fehlbelichtungen führen kann.
Für Filme ohne DX-Code muss die Empfindlichkeit manuell eingestellt werden, wobei die Auswahl auf die drei verfügbaren Werte beschränkt ist.
Angesichts der festen Blende von f/4 und der begrenzten längsten Belichtungszeit von 1/60 Sekunde ist die Konica Recorder primär eine Kamera für gute Lichtverhältnisse.
Für den universellen Einsatz und um auch bei leicht schlechteren Lichtverhältnissen noch aus der Hand fotografieren zu können, wird häufig die Verwendung von Filmen mit einer Empfindlichkeit von ISO 400 empfohlen. Diese Filme bieten mehr Belichtungsspielraum im Vergleich zu ISO 100 Filmen.
Tolle Filme für die Konica Recorder, die es heute noch gibt, sind der Kodak Ultramax 400 (Amazon*) für Farbfotos und der Ilford Delta 400 (Amazon*) für monochrome S/W-Fotos.
Kurzanleitung zur Bedienung
Die Bedienung der Konica Recorder ist auf Einfachheit ausgelegt und folgt dem Point-and-Shoot-Prinzip:
- Kamera öffnen: Schieben Sie das vordere Gehäuse der Kamera zur Seite, um das Objektiv und die Bedienelemente freizulegen. Dies schaltet die Kamera ein.
- Film einlegen: Öffnen Sie die Rückwand der Kamera. Legen Sie eine 35-mm-Filmpatrone in das Filmfach ein und führen Sie den Filmvorspann in die Aufwickelspule ein. Schließen Sie die Rückwand. Die Kamera transportiert den Film automatisch zum ersten Bild.
- Filmempfindlichkeit einstellen: Stellen Sie, falls Ihre Kamera keine DX-Erkennung hat oder Sie einen Film ohne DX-Code verwenden, die ISO-Empfindlichkeit des Films mit dem Wählrad an der Rückseite auf 100, 200 oder 400 ein. Bei Filmen mit DX-Code in den unterstützten Empfindlichkeiten (100, 200, 400) wird dieser Wert automatisch erkannt.
- Motiv anvisieren und fokussieren: Blicken Sie durch den Sucher und rahmen Sie Ihr Motiv ein. Drücken Sie den Auslöser halb herunter. Die Kamera führt nun den Autofokus durch und ermittelt die Belichtung. Eine grüne LED im Sucher leuchtet in der Regel auf, wenn der Fokus gefunden wurde und die Kamera bereit ist. Eine orange oder rote LED warnt bei unzureichendem Licht.
- Foto aufnehmen: Drücken Sie den Auslöser vollständig herunter, um das Foto aufzunehmen. Die Kamera transportiert den Film nach der Aufnahme automatisch weiter.
- Blitz verwenden (optional): Bei Bedarf können Sie den integrierten Blitz aktivieren. Warten Sie, bis die Blitzbereitschaftsanzeige leuchtet, bevor Sie auslösen.
- Film zurückspulen: Wenn die Aufnahmen auf dem Film verbraucht sind, leuchtet eine rote LED mit “R” auf. Betätigen Sie den Filmrückspulschalter an der Unterseite der Kamera, um den Film in die Patrone zurückzuspulen. Warten Sie, bis der Rückspulvorgang beendet ist (das Geräusch des Motors verstummt).
- Film entnehmen: Öffnen Sie die Rückwand und entnehmen Sie die Filmpatrone zur Entwicklung.
- Kamera schließen: Schieben Sie das Gehäuse wieder zusammen, um die Kamera auszuschalten und zu schützen.
Technische Daten
| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| Kameratyp | Halbformatkamera |
| Filmformat | 35mm / Kleinbild |
| Filmtransport | Automatisch |
| Film-Transportmechanismus | Motor |
| Bildformat | 24 mm x 18 mm |
| Objektivbezeichnung | Hexanon 24mm F/4 |
| Brennweite | 24 mm |
| Größte Blendenöffnung | f/4 |
| Kleinste Blendenöffnung | f/16 |
| Naheinstellgrenze | 90 cm / 2.952 ft |
| Fokus | Automatisch |
| Objektivaufbau | 4 Elemente in 4 Gruppen |
| Sucher | Galilei-Sucher |
| Verschlusszeiten | 1/250 Sekunde bis 1/60 Sekunde |
| Belichtungsmesser | CdS-Belichtungsmesser |
| Unterstützte Filmempfindlichkeiten | ISO 100 bis 400 |
| Belichtungsmodi | Programmautomatik |
| Manuelle Belichtungseinstellungen | Nein |
| DX-Erkennung (Automatische Filmempfindlichkeit) | Nein |
| Datumseinbelichtung | Modellvariante |
| Doppel- und/oder Mehrfachbelichtungsfunktion | Nein |
| Blitz | Integrierter Blitz |
| Reichweite des Blitzes | 0,9 bis 4,5 Meter / 2.95 bis 14.76 Fuß |
| Aufladezeit des Blitzes | circa 8 Sekunden |
| Stativgewinde | Nein |
| Kabelauslösergewinde | Nein |
| Selbstauslöser | Nein |
| Anschluss für Kameragurt | Ja |
| Stromversorgung | 2x AA-Batterien |
| Batteriekapazität | circa 5000 Bilder |
| Größe | 11,2 x 7,7 x 3 cm |
| Maße in Zoll | 4.41 x 3.03 x 1.18 zoll |
| Gewicht | 250 Gramm |
| Produktionsland | Japan |
| Geschätzter Wert / Gebrauchtpreis | 174,64 Euro Schätzung basierend auf Gebrauchtpreisen von 38 Angeboten (ggf. mit unterschiedlichem Lieferumfang und/oder Zustand). Stand 15.6.2026 |
| Durchschnittlicher Gebrauchtpreis im Jahr 2025 | 231,62 Euro |