Die Fujica AZ-1 ist eine im Jahr 1978 von dem japanischen Hersteller Fuji Photo Film Co. (heute Fujifilm) eingeführte einäugige Spiegelreflexkamera (SLR) für das 35-mm-Kleinbildformat. Sie hat in der Geschichte des Herstellers eine besondere Bedeutung, da sie das letzte von Fuji produzierte Kameramodell mit dem klassischen M42-Schraubgewinde darstellt, bevor das Unternehmen auf das hauseigene X-Bajonett umstieg.
Entwicklungsgeschichte und Marktpositionierung
Die Fujica AZ-1 kam zu einer Zeit auf den Markt, als sich das M42-Gewinde, das über Jahrzehnte als universeller Standard galt, dem Ende seiner Relevanz zuneigte. Viele Hersteller wechselten zu dieser Zeit auf modernere Bajonettanschlüsse, um eine schnellere Objektivmontage und eine einfachere Übertragung von Belichtungsdaten zu ermöglichen.
Fuji entwickelte die AZ-1 als eine technologisch fortschrittliche Kamera innerhalb dieses auslaufenden Systems, indem sie moderne elektronische Komponenten integrierte. Eine Besonderheit beim Verkauf war, dass die Kamera häufig im Paket mit einem kompakten Standard-Zoomobjektiv angeboten wurde, was zu dieser Zeit bei Spiegelreflexkameras noch unüblich war.
Belichtungssteuerung und Verschluss
Die Kamera zeichnet sich durch ein hybrides Verschlusssystem aus, das sowohl elektronisch als auch mechanisch gesteuert werden kann. Im automatischen Betrieb arbeitet die Kamera mit einer Zeitautomatik (Blendenvorwahl). Der elektronisch gesteuerte Tuch-Schlitzverschluss bildet in diesem Modus die Belichtungszeiten stufenlos im Bereich von 1/2 Sekunde bis zu 1/1000 Sekunde.
Sollte die Stromversorgung ausfallen, verfügt die Kamera über einen mechanischen Notbetrieb. Dem Fotografen stehen in diesem Fall die festen mechanischen Verschlusszeiten von 1/60 Sekunde (gleichzeitig die Blitzsynchronisationszeit), 1/250 Sekunde, 1/1000 Sekunde sowie die manuelle Langzeitbelichtung (B) zur Verfügung. Diese Auswahl ermöglicht eine verlässliche manuelle Belichtung nach der klassischen Schätzregel auch ohne Batteriestrom.
Belichtungsmessung und Suchersystem
Die Belichtungsmessung erfolgt durch das Objektiv (TTL) mittels hochempfindlicher Silizium-Fotodioden. Das System misst die Helligkeit mittenbetont integral bei offener Blende. Eine Besonderheit der Belichtungssteuerung ist der Messwertspeicher (AE-Lock). Durch das halbe Herabdrücken des Auslösers speichert die Kamera den gemessenen Lichtwert so lange, wie der Finger auf dem Auslöser verbleibt. Dies erleichtert Aufnahmen bei starkem Gegenlicht oder hohem Kontrast. Zusätzlich steht ein Belichtungskorrekturrad zur Verfügung, mit dem Korrekturen von plus oder minus zwei Blendenstufen vorgenommen werden können.
Der optische Pentaprisma-Sucher bietet eine 0,96-fache Vergrößerung und deckt das Sichtfeld zu etwa 90 Prozent vertikal und 92 Prozent horizontal ab (gemessen mit einem 55-mm-Standardobjektiv). Die Scharfstellung wird durch eine dreiteilige Einstellscheibe unterstützt, die einen Schnittbildindikator, einen Mikroprismenring sowie ein mattiertes Umfeld besitzt. Die ermittelte Belichtungszeit wird im Sucher über eine vertikale Skala angezeigt, die durch sieben rote Leuchtdioden (LEDs) illuminiert wird.
Objektivanschluss und das Standard-Zoomobjektiv
Als Objektivanschluss dient das weit verbreitete M42-Schraubgewinde. Um die Offenblendenmessung der Kamera nutzen zu können, müssen originale Fujinon-Objektive verwendet werden, die über eine kleine mechanische Übertragungsnase am Blendenring verfügen. M42-Objektive anderer Hersteller können ebenfalls montiert werden, erfordern jedoch die Arbeitsblendenmessung durch manuelles Abblenden.
Als Standard-Kit-Objektiv wurde neben den klassischen Festbrennweiten (wie dem Fujinon 50 mm f/1,4 oder 55 mm f/1,8) oft das neu entwickelte Zoomobjektiv Fujinon-Z 43-75 mm f/3,5–4,5 ausgeliefert. Dieses kompakte und leichte Zoomobjektiv deckte den am häufigsten genutzten Brennweitenbereich ab und war mechanisch sehr kurz gebaut, sodass es kaum größer als eine Standard-Festbrennweite war.
Zubehör und Energieversorgung
Die Fujica AZ-1 ist für den Anschluss eines motorischen Filmtransports vorbereitet. Der separat erhältliche Fujica Auto Winder erlaubt nach dem Ansetzen automatische Reihenaufnahmen mit einer Frequenz von bis zu zwei Bildern pro Sekunde.
Für Blitzaufnahmen besitzt die Kamera einen Zubehörschuh mit Mittenkontakt sowie eine klassische PC-Synchronbuchse. Bei der Verwendung des speziellen Systemblitzgeräts Fujica Auto Strobo 300X stellt die Kamera beim Aufschieben des eingeschalteten Blitzgeräts die Verschlusszeit automatisch auf die Synchronzeit von 1/60 Sekunde um.
Die Stromversorgung für den Belichtungsmesser und die elektronische Verschlusssteuerung erfolgt über drei Knopfzellen des Typs LR44 beziehungsweise SR44 (Amazon*), die sich in einem Fach auf der Rückseite neben dem Sucherokular befinden.
Größe und Gewicht
Das robuste Metallgehäuse der Kamera war standardmäßig in einer silber-schwarzen Ausführung und in einer selteneren, komplett schwarz lackierten Variante erhältlich. Die Abmessungen des Gehäuses betragen 133 mm in der Breite, 87 mm in der Höhe und 50 mm in der Tiefe bei einem Gewicht von 580 Gramm ohne Objektiv und Batterien.
Kurze Filmempfehlung
Eine Möglichkeit für Farbbilder ist der Kodak Ultramax 400 (Amazon*) und der Ilford XP2 Super (Amazon*) für Schwarzweißfotos.




