Kompakte Blitzgeräte mit freiliegender Blitzröhre haben die mobile Ausleuchtung in den letzten Jahren deutlich flexibler gemacht. Mit dem YN200 II bringt Yongnuo eine überarbeitete Version seines handlichen Blitzes auf den Markt, die nun erfreulicherweise auf überall erhältliche Akkus der NP-F-Serie setzt.
Wir haben das System zusammen mit dem passenden Funkauslöser YN560-TX Pro an einer Sony Kamera genau unter die Lupe genommen.

Technische Daten - Yongnuo YN200 II

Der Yongnuo YN200 II liefert eine Blitzenergie von 200 Wattsekunden und erreicht mit dem mitgelieferten Reflektor eine Leitzahl von 60 bei ISO 100. Die freiliegende Blitzröhre sorgt für eine gleichmäßige Lichtverteilung, was insbesondere beim Einsatz in Softboxen oder Durchlichtschirmen von Vorteil ist. Bei der Leistungsregelung steht ein weiter Bereich von voller Energie bis hinab zu einem 1/64 in präzisen Drittelstufen zur Verfügung.
Neben dem manuellen Modus beherrscht das Gerät auch die automatische TTL-Belichtungsmessung sowie einen Stroboskopmodus für Mehrfachbelichtungen. Für schnelle Verschlusszeiten an der Kamera wird die Kurzzeitsynchronisation bis zu einer 1/8000 Sekunde vollständig unterstützt.
Eine wesentliche Neuerung der zweiten Generation betrifft die Energieversorgung. Statt eines proprietären Akkus nutzt das Blitzgerät nun Lithium-Ionen-Akkus des Typs NP-F, wie sie in vielen Videoleuchten oder Monitoren zum Einsatz kommen.
Die Ladezeit zwischen zwei Blitzauslösungen liegt je nach Leistungseinstellung zwischen etwa 0,01 und zwei Sekunden. Das integrierte Funkmodul empfängt Signale auf dem 2,4-Gigahertz-Band und lässt sich in sechzehn Kanäle sowie mehrere Gruppen einbinden. Auf der Rückseite befindet sich ein beleuchtetes LC-Display, das zusammen mit den Tasten die direkte Steuerung am Gerät ermöglicht.

Technische Daten - Yongnuo YN560-TX Pro

Als Schaltzentrale auf dem Sony Kameragehäuse dient der Funkauslöser YN560-TX Pro für Sony. Der Sender funkt ebenfalls auf der Frequenz von 2,4 Gigahertz und bietet eine stabile Funkreichweite von bis zu einhundert Metern im freien Raum. Er unterstützt die TTL-Blitzautomatik von Sony, manuelle Leistungseinstellungen sowie Gruppensteuerungen, bei denen bis zu fünf Gruppen unabhängig voneinander konfiguriert werden können.
Die Synchronisation erfolgt wahlweise auf den ersten oder zweiten Verschlussvorhang sowie im HSS-Modus für extrem kurze Belichtungszeiten.
Über ein klares, beleuchtetes Punktmatrix-Display behält man sämtliche Gruppenwerte und Kanäle jederzeit im Blick.
Für die Stromversorgung setzt Yongnuo hier auf zwei herkömmliche Mignonzellen des Typs AA (Amazon*), was den Wechsel bei Bedarf unkompliziert gestaltet. Ein praktischer Schnellverschluss fixiert den Sender sicher auf dem Sony Multi-Interface-Zubehörschuh, während ein integriertes Hilfslicht die Scharfstellung bei schwachem Umgebungslicht unterstützt.
Der Blitz in der Praxis
Im praktischen Studioeinsatz zeigt sich schnell, wie angenehm das Arbeiten mit einem solchen Kompaktblitz sein kann. Das Zusammenspiel zwischen der Sony Kamera, dem Funkauslöser und dem YN200 II funktioniert nach dem ersten Einstellen von Kanal und Funkgruppe reibungslos. Die Menüführung am Sender ist logisch aufgebaut, sodass Anpassungen der Blitzleistung rasch vorgenommen werden können, ohne dass man die Position an der Kamera verlassen muss.
Gerade bei der Produktfotografie leistet der mitgelieferte Reflektor gute Dienste. Im Zusammenspiel mit der Blitzröhre sorgt er für ein gerichtetes und zugleich gleichmäßig verteiltes Licht auf dem Motiv. Wenn feine Konturen hervorgehoben oder gezielte Glanzpunkte auf Oberflächen gesetzt werden sollen, erzeugt der Reflektor saubere Kanten und eine klare Lichtcharakteristik.


Die Entscheidung für NP-F-Akkus erweist sich im täglichen Ablauf als echter Gewinn. Wer bereits mit Videoleuchten arbeitet, hat die passenden Energiespeicher meist ohnehin in mehrfacher Ausführung in der Fototasche liegen. Man spart sich das Mitführen separater Spezialladegeräte, und ein Akkuwechsel geht schnell von der Hand. Die Ausdauer reicht bei mittleren Leistungen für viele hundert Auslösungen, sodass auch längere Aufnahmeserien ohne Unterbrechung durchgezogen werden können.

Gleichzeitig gibt es Aspekte, bei denen man Kompromisse eingeht. Das Gehäuse besteht größtenteils aus Kunststoff, der zwar solide verarbeitet ist, aber nicht an die Haptik massiver Studiogeräte herankommt. Der Vorteil ist natürlich das niedrigere Gewicht. Dadurch kann man etwa den Blitz auch mit einem Handgriff nutzen.
Der kompakte Zubehöranschluss an der Front hält kleine Reflektoren zuverlässig fest. Wer möchte kann hier noch zusätzliche Lichtformer anbringen. Etwa kann durch einen klassischen Durchlichtschirm ein weicheres Licht erzeugt werden.
Zudem verlangt die Nachladezeit bei maximaler Leistung etwas Geduld. Für schnelle Bildfolgen mit voller Blitzenergie ist das Gerät nicht primär ausgelegt, bei dosierter Leistungsabgabe arbeitet die Bereitschaftsanzeige jedoch flott und zuverlässig.
Auch die TTL-Belichtung an der Sony Kamera arbeitet in den meisten Situationen treffsicher. Bei wechselnden Lichtverhältnissen spart die Automatik Zeit, wenngleich man für absolut reproduzierbare Ergebnisse bei der Produktfotografie wie gewohnt in den manuellen Modus wechseln wird. Die Farbtemperatur bleibt über eine Fotoserie hinweg angenehm stabil, was den Aufwand bei der späteren Bildbearbeitung in Grenzen hält.
Ein nützliches Werkzeug für die Bildgestaltung ist die Unterstützung der Kurzzeitsynchronisation. Wer gerne mit weit geöffneter Blende arbeitet, um das Motiv durch gezielte Unschärfe vom Hintergrund freizustellen, stößt bei der standardmäßigen Synchronzeit der Kamera schnell an Grenzen.

Mit aktiviertem HSS gelingen an der Sony Verschlusszeiten von bis zu einer 1/8000 Sekunde problemlos, was die Helligkeit im Motiv auch bei geöffneter Blendenöffnung zuverlässig im Zaum hält. Dass der Blitz im HSS-Betrieb spürbar mehr Energie verbraucht und an Reichweite einbüßt, liegt in der Natur dieser Technik, doch für den gezielten Spielraum bei der Schärfentiefe nimmt man diesen physikalischen Kompromiss gerne in Kauf.


Fazit
Der Yongnuo YN200 II positioniert sich als vielseitiges Werkzeug für Fotografen, die ein tragbares Blitzlicht mit ordentlicher Leistung und modernem Akkusystem suchen. Der Wechsel zu NP-F-Akkus beseitigt einen der größten Kritikpunkte vieler kompakter Blitzsysteme und macht den Alltag deutlich flexibler.
Zusammen mit dem YN560-TX Pro an Sony Kameras erhält man eine zuverlässige Lichtquelle, die sich im Studio ebenso bewährt wie bei Outdoor. Wer mit dem einfachen Kunststoffgehäuse und den Grenzen bei schnellen Bildfolgen unter Volllast leben kann, findet hier einen fairen Gegenwert für seine Ausrüstung.
Yongnuo Produkte kaufen
Kaufen kann man den Blitz und den Fernauslöser direkt über den Online-Store von Yongnuo. Amazon hat aber auch den Blitz und den Funkauslöser im Angebot.













































































