Aluminiumkoffer gelten bei Fotografen und Vielreisenden als verlässliche Festungen für empfindliche Ausrüstung. Der MVST TREVA Carry-On in der dunklen Farbvariante Gunmetal möchte genau diesen Schutz bieten, ohne das Budget eines Luxusurlaubs zu verschlingen.

Größe und Material
Beim ersten Auspacken fällt sofort der dunkle Anthrazitton des Gehäuses auf, der markant und zeitlos wirkt und Fingerabdrücke deutlich besser verzeiht als poliertes Silber. Die Schale besteht aus einer 5083-O-Aluminiumlegierung, die einen verwindungssteifen Eindruck hinterlässt. An den Ecken sorgen aufgenietete Kappen für zusätzlichen Schutz, falls das Gepäckstück im Gang des Flugzeugs unsanft anstoßen sollte.

Ein Reißverschluss fehlt komplett. Stattdessen setzt MVST auf einen umlaufenden Aluminiumrahmen mit Gummidichtung, der durch zwei integrierte Klappschlösser mit TSA-Zylinder verschlossen wird. Das Schließen erfordert etwas Nachdruck und ist natürlich nur bedingt dafür ausgelegt, dass man den Koffer übermäßig füllt.

Mit den Außenmaßen von 55 mal 37,5 mal 22 Zentimetern hält sich der Handgepäckkoffer exakt an die gängigen Vorgaben europäischer Fluggesellschaften. Allerdings fordert das robuste Metall seinen Tribut auf der Waage. Mit einem Leergewicht von knapp 4,25 Kilogramm gehört der TREVA nicht zu den Leichtgewichten. Wenn eine Airline strikt auf ein Limit von acht Kilogramm pocht, bleibt für Kleidung und Kameraausrüstung rechnerisch nicht mehr unendlich viel Spielraum übrig.
Die Verarbeitung der beweglichen Teile hinterlässt im ersten Eindruck ein rundes Bild. Der Teleskopgriff aus Aluminium lässt sich in mehreren Stufen sauber arretieren und zeigt nur ein geringes, technisch bedingtes Spiel.

An der Oberseite und an der Flanke sind gummierte Griffe montiert, die nach dem Loslassen langsam und geräuschlos in ihre Ausgangsposition zurückfedern. Dieses Detail verhindert das typische Klappern älterer Koffer und fühlt sich im Alltag angenehm wertig an.
Die vier Doppelrollen, vom Hersteller als RIVA Tri-Bearing bezeichnet, laufen dank dreifacher Lagerung extrem ruhig über harte Böden und lassen sich mühelos mit zwei Fingern manövrieren. Wie sich die Rollen und die Aluminiumoberfläche nach einigen Flugmeilen und Bordsteinkanten schlagen, wird der spätere Langzeittest noch genauer klären müssen.
Aufteilung
Öffnet man die beiden Schnappverschlüsse, offenbart der TREVA ein Nutzvolumen von 34 Litern. Der Innenraum ist mit einem dunkelgrauen, antimikrobiellen Stoff ausgekleidet, der sauber vernäht ist und keine losen Fäden aufweist. Im Gegensatz zu einfachen Koffern, die oft nur über elastische Kreuzspanngurte verfügen, setzt MVST in beiden Schalenhälften auf Trennplatten. Diese sogenannten Divider sind mit Reißverschlusstaschen aus Netzgewebe ausgestattet, in denen sich flache Gegenstände, Kabel, Filtertaschen oder Notizbücher übersichtlich verstauen lassen.

Die Trennwand auf der einen Seite wird an zwei Haken fixiert. Die andere Trennwand liegt nur auf. Sie bietet etwa Platz für einen Laptop oder Tablet und kann auf Wunsch auch entfernt werden. Darunter findet sich nochmal ein klassischer Spanngurt.
Ein kleiner Minuspunkt bei Vollaluminiumkoffern bleibt die fehlende Flexibilität: Eine Dehnfalte gibt es nicht. Wenn der Koffer voll ist, ist er voll. Da sich der Deckel nicht dehnen lässt, müssen die Kanten exakt bündig aufeinanderliegen, damit die Schlösser greifen. Das erzieht zur Disziplin beim Kofferpacken, schützt aber zuverlässig davor, dass empfindliche Messsucherkameras oder Objektive durch äußeren Druck beschädigt werden.

Zubehör

MVST legt dem TREVA Carry-On eine transparente Schutzhülle aus PVC bei, die passgenau über den Koffer gezogen wird. Aussparungen für die Griffe und den Teleskopauszug sind vorhanden. Wer den ersten Kratzer auf dem matten Gunmetal-Lack hinauszögern möchte, kann diese Hülle bei Bahnfahrten oder im Flughafenbus nutzen. Puristen werden natürlich argumentieren, dass ein Aluminiumkoffer erst durch Dellen und Schrammen Charakter gewinnt, aber die Wahl zu haben, ist definitiv ein Vorteil.
Zusätzlich liegt ein klassischer Aufbewahrungsbeutel aus weichem Stoff für die Lagerung im heimischen Schrank bei. Auch ein einfacher Gepäckanhänger gehört zur Ausstattung und rundet das Paket ab.

Fazit
Der MVST TREVA Carry-On Rollkoffer hinterlässt im ersten Eindruck ein sehr überzeugendes Bild. Das Aluminiumgehäuse wirkt stabil, die Schlösser schließen gut und die Rollen gehören zu den laufruhigsten Konstruktionen, die man in diesem Segment finden kann.
Die dunkle Farbgebung steht dem Trolley hervorragend und verleiht ihm eine professionelle Erscheinung. Wer viel fotografisches Equipment transportiert und Wert auf mechanischen Schutz legt, findet hier eine durchdachte Alternative zu den bekannten Traditionsmarken.
Einziger echter Kompromiss bleibt das Eigengewicht von über vier Kilogramm, das bei Flugreisen mit streng kontrolliertem Handgepäcklimit etwas vorausschauende Planung verlangt. Ob sich die Mechanik der Schlösser und das Finish der Schale auch nach monatelangem Dauereinsatz und harschen Reisebedingungen bewähren, wird der ausführliche Langzeittest zeigen.
Für den ersten Moment bietet der Koffer jedoch genau die solide Mischung aus Stabilität und Alltagstauglichkeit, die man sich für den nächsten Fototrip wünscht.
Kaufen
Wer sich für den robusten Handgepäckkoffer interessiert, findet ihn direkt auf der Herstellerseite von MVST. Dort gibt es auch Informationen zu den anderen Koffer der Marke und nochmal alle technischen Daten.


















































