Als Fotograf ist für eine interessante Fotodestination kein Weg zu weit. Die endlosen Stunden in Flugzeugen, Zügen oder Bussen, die uns von den Motiven unserer Begierde trennen, können jedoch zu einer echten Zerreissprobe werden. Der Weg dahin kann aber noch länger sein, wenn es ungemütlich ist. Mangelnder Schlaf und ein verspannter Nacken sind schlechte Begleiter, wenn man am Zielort frisch und konzentriert arbeiten möchte.
Seit Längerem suche ich nach einer Lösung, die mehr verspricht als die herkömmlichen, oft enttäuschenden Nackenhörnchen. Kann das Manta Travel Pillow hier Abhilfe schaffen und die Anreise so erholsam gestalten, dass die kreative Energie nicht schon vor der ersten Aufnahme verpufft?
Hintergrund zur Marke Manta
Die Marke Manta hat sich in den letzten Jahren vor allem mit ihren modularen Schlafmasken einen Namen gemacht, die einen hohen Grad an Personalisierung und Komfort versprechen. Die Philosophie des Unternehmens, den Schlaf zu verbessern, um das Leben zu verbessern, scheint sich konsequent durch die Produktpalette zu ziehen.
Anstatt eine breite Palette von Reiseaccessoires anzubieten, konzentriert sich Manta auf durchdachte Lösungen für spezifische Schlafprobleme. Das Travel Pillow ist eine logische Erweiterung dieses Konzepts. Es zielt darauf ab, die oft kompromissbehaftete Schlafqualität auf Reisen zu steigern. Anstelle eines weiteren generischen Produkts versucht Manta, durch ein innovatives Design und funktionale Details einen echten Mehrwert zu bieten.
Material, Größe, Verarbeitung
Beim ersten Auspacken fällt sofort die durchdachte Kompaktheit auf. Das Kissen wird in einem kleinen Beutel mit Kordelzug geliefert, der sich problemlos in jedem Fotorucksack oder Handgepäck verstauen lässt. Das ist ein entscheidender Vorteil, denn nichts ist unpraktischer als ein sperriges Kissen, das außen am Rucksack baumelt und dort mit deutlich mehr Schmutz in Kontakt kommt oder beim Abstellen vergessen wird. Im entleerten Zustand misst das Kissen nur etwa 20 x 9 cm.
Die Haptik des Bezugs ist angenehm. Er besteht aus einem weichen Mikrofaservlies, das sich sanft auf der Haut anfühlt, ohne zu kratzen oder statische Aufladung zu provozieren. Der grau-blaue Farbton wirkt dezent und hochwertig. Ein wesentliches Merkmal ist, dass sich der gesamte Bezug über einen Reißverschluss leicht abnehmen und in der Maschine waschen lässt. Für ein Produkt, das auf langen Reisen unweigerlich mit Haut, Schweiß und der Umgebung in Kontakt kommt, ist dies ein unverzichtbares Merkmal.
Die Verarbeitung macht einen soliden Eindruck. Die Nähte sind sauber ausgeführt und der Reißverschluss ist leichtgängig. Das Herzstück des Kissens ist die aufblasbare Innenblase. Diese lässt sich über ein großes Ventil in erstaunlich kurzer Zeit füllen.
Die vom Hersteller angegebenen zwei bis drei Atemzüge sind realistisch und ermöglichen eine schnelle Einsatzbereitschaft. Genauso zügig lässt sich die Luft durch einen leichten Druck auf eine innere Klappe im Ventil wieder ablassen, was das Einpacken am Ende der Reise unkompliziert gestaltet.
Funktionen des Kissens
Die wahre Stärke des Manta Travel Pillow liegt in seiner Funktionalität und seinem ergonomischen Design, das sich deutlich von einem normalen Reisekissen in Hörnchenform abhebt. Während traditionelle Kissen den Kopf oft nur nach hinten stützen und manchmal sogar nach vorne drücken, bietet Manta verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, die unterschiedlichen Schlafpositionen im Sitzen gerecht werden.
Das Kissen besteht im Grunde aus zwei miteinander verbundenen Kammern, die sich um den Hals legen lassen. Mittels einer Kordel mit einem zentralen Verschlussmechanismus lässt sich das Kissen vorne fixieren. Dieser Verschluss ist mit einem einfachen Knopfdruck schnell zu öffnen, was praktisch ist, wenn man eilig das Kissen entfernen möchte.
Manta selbst schlägt vier Hauptpositionen vor: “The Lock”, “The Cradle”, “The Hug” und “The Nod”. Persönlich habe ich vor allem zwei davon als besonders angenehm empfunden. Bei “The Lock” wird das Kissen klassisch im Nacken getragen und vorne verschlossen, wobei es den Kopf sicher umschließt und ein seitliches Abknicken verhindert. “The Cradle” funktioniert ähnlich, stützt den Kopf aber sanft von den Schultern her. Diese beiden Modi bieten eine spürbar bessere Unterstützung als herkömmliche Hörnchen und entlasten die Nackenmuskulatur effektiv.
Ein weiterer Vorteil der aufblasbaren Konstruktion ist die Möglichkeit, die Härte des Kissens individuell zu bestimmen. Je nachdem, ob man eine festere oder weichere Stütze bevorzugt, lässt sich dies durch die Luftmenge regulieren. Das Kissen ist zudem vielseitig genug, um es auch in horizontaler Lage als Kopfunterlage zu nutzen, falls sich die seltene Gelegenheit dazu ergibt.
Ein kleiner Kritikpunkt ist die Verwendung von Kopfhörern. Insbesondere größere Over-Ear-Modelle können in Kombination mit dem Kissen etwas umständlich sein, da die Polster des Kissens auf die Ohrmuscheln drücken können. In-Ear-Kopfhörer sind hier die bessere Wahl. Praktisch ist hingegen eine kleine, integrierte Seitentasche, in der man beispielsweise Ohrstöpsel verstauen kann.
Fazit – Eine Kaufempfehlung?
Kann das Manta Travel Pillow also die Anreise für einen Fotografen spürbar verbessern? Nach mehreren Reisen lautet meine Antwort: Ja. Es ist kein Wundermittel, das einen engen Flugzeugsitz in ein Luxusbett verwandelt, aber es ist ein durchdachtes Werkzeug, das den unvermeidlichen Unannehmlichkeiten langer Reisen viel von ihrem Schrecken nimmt.
Der größte Gewinn liegt in der Kombination aus kompakter Packbarkeit und überlegener ergonomischer Unterstützung. Die Möglichkeit, das Kissen im Rucksack zu transportieren, anstatt es außen zu befestigen, ist ein praktischer Vorteil, den man schnell zu schätzen lernt.
Die verschiedenen Tragevarianten bieten eine Flexibilität, die Standard-Nackenhörnchen vermissen lassen, und die anpassbare Härte sorgt für individuellen Komfort. Gerade wenn man es mit einem normalen Reisekissen in Hörnchenform vergleicht, merkt man, wie viel angenehmer und unterstützender das Manta Pillow ist.
In Kombination mit einer guten Schlafmaske – idealerweise einer Manta Sleep Mask – schafft man sich eine kleine Oase der Ruhe an ansonsten ungemütlichen und engen Orten. Es ist ein Produkt, das man, wenn man es einmal hat, nicht mehr missen möchte. Die Investition zahlt sich in Form von weniger Verspannungen und mehr Erholung am Zielort aus – und das ist für jeden Fotografen, der seine Energie für das perfekte Bild aufsparen will, von unschätzbarem Wert.
Manta Travel Pillow kaufen
Das Reisekissen kann man über den Shop von Manta kaufen.
















Interessanter Artikel! Mich würde noch interessieren, wie sich das Kissen bei sehr langen Flügen über mehrere Zeitzonen hinweg bewährt hat. Gibt es da Unterschiede in der Anpassung, wenn man versucht, komplett durchzuschlafen? Und wie ist die Geräuschentwicklung beim Aufblasen in einem ruhigen Abteil – ist das diskret genug, um andere nicht zu stören?
Das klingt ja super! Als Vielreisende kenne ich das Problem nur zu gut mit den normalen Nackenhörnchen, die meistens nur stören statt zu helfen. Besonders die waschbare Hülle und die kompakte Größe sind für mich ein riesiger Pluspunkt. Das Manta Travel Pillow wandert definitiv auf meine Wunschliste für die nächste lange Reise. Danke für den ausführlichen Testbericht!
Generell ist es ja wirklich so, dass man bei der Ausrüstung für Reisen oft am falschen Ende spart. Gerade wenn man viel unterwegs ist und am Zielort fit sein muss, macht eine Investition in Komfort einen riesigen Unterschied. Nicht nur für Fotografen! Das Prinzip, auf Qualität statt Quantität zu setzen, finde ich sehr gut. Gut geschrieben und regt zum Nachdenken an, was man selbst noch optimieren könnte auf seinen Reisen.