Als Fotograf liebe ich das gedruckte Bild. Für die bestmögliche Qualität führt natürlich kein Weg an einem professionellen Fotolabor vorbei. Doch es gibt Momente, gerade auf Reisen, in denen ich ein Foto sofort in den Händen halten möchte. Sei es als Geschenk oder für mein Reisetagebuch.
Genau für diesen Zweck bin ich auf den mobilen Fotodrucker HPRT CP2100 gestoßen. Kann ein so kompaktes Gerät aber mehr sein als nur ein technisches Gimmick und wirklich einen Platz in der Fototasche eines Fotografen finden?
Größe, Lieferumfang und erster Eindruck
Schon beim Auspacken des HPRT CP2100 wird klar, dass hier Wert auf ein ansprechendes Äußeres gelegt wurde. Das Design ist schlicht, fast minimalistisch, und erinnert mit seiner abgerundeten Form und dem zentralen, an ein Objektiv angelehnten Element, an eine kleine Kompaktkamera.
Das Gehäuse aus Kunststoff fühlt sich wertig an und ist sauber verarbeitet, ohne knarzende Spaltmaße oder scharfe Kanten.
Mit seinen kompakten Abmessungen von nur etwa 146 x 83 x 34 Millimetern und einem Gewicht von rund 280 Gramm findet er tatsächlich leicht in einer Jacken- oder Fototasche Platz.
Die Bedienungselemente sind auf das Nötigste reduziert: ein einzelner Knopf zum Ein- und Ausschalten und ein USB-C-Anschluss für das Ladekabel. Die Einfachheit des Designs setzt sich auch bei der Handhabung fort; eine Klappe an der Seite gibt das Fach für die Druck-Kartusche frei.
Im Lieferumfang befinden sich neben dem Drucker selbst ein USB-C-Kabel und eine erste Kartusche, die für zehn Ausdrucke ausreicht. Ein Netzteil sucht man vergebens. In der Regel hat man aber schon mindestens eins im Haus.
Laden kann man den Drucker natürlich auch über eine Powerbank, falls mal der Strom ausgeht. Laden und Drucken ist leider nicht gleichzeitig möglich.
Thermosublimationsdruck
Im Inneren des CP2100 arbeitet ein Thermosublimationsdruckverfahren. Anders als bei den oft bei mobilen Druckern anzutreffenden Zink-Druckern, die ihre Farbinformationen in speziellen Kristallen im Papier gespeichert haben, nutzt der HPRT eine Farbbandkassette.
Während des Druckvorgangs wird das Fotopapier mehrmals am Thermodruckkopf vorbeigeführt. Bei jedem Durchgang wird eine der drei Grundfarben (Gelb, Magenta und Cyan) durch Hitze vom Farbband auf das Papier übertragen (sublimiert). Dieser Prozess ermöglicht eine feine Abstufung der Farben und eine hohe Detailwiedergabe mit einer Auflösung von 300 DPI.
In einem letzten, vierten Durchgang wird eine transparente Schutzschicht auf das Bild aufgebracht. Diese Versiegelung macht den Ausdruck unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken, Staub und sogar Wasserspritzern und soll die Farben vor dem Verblassen schützen.
Genau dieser mehrstufige Prozess, bei dem das Bild nach und nach entsteht und das Fotopapier mehrmals aus dem Gerät heraus- und wieder hineingefahren wird, hat eine fast magische, fast schon nostalgische Anmutung. Es erinnert ein wenig an das langsame Erscheinen des Bildes bei einer Polaroid-Aufnahme und schafft eine bewusstere Wahrnehmung des Vorgangs der Bildentstehung.
Funktionen und Konnektivität
Die Verbindung zum Drucker erfolgt ausschließlich über Bluetooth, was im Test schnell und unkompliziert funktionierte. Eine WLAN-Anbindung oder direkte Druckmöglichkeiten von einem Computer gibt es nicht.
Die gesamte Steuerung und Bildübertragung läuft über die zugehörige App “HeyPhoto”, die für Android und iOS verfügbar ist.
Eine interessante Zusatzfunktion ist die Möglichkeit, AR-Fotos zu drucken. Dabei wird ein Standbild aus einem Video gedruckt. Scannt man dieses Foto später mit der Kamera in der HeyPhoto-App, wird das zugehörige Video auf dem Display des Smartphones abgespielt, was dem statischen Bild eine dynamische Ebene hinzufügt.
Die App im täglichen Gebrauch
Die Ersteinrichtung des Druckers über die App ist erfreulich intuitiv. Nach dem Einschalten wird der CP2100 sofort in der App erkannt und kann mit wenigen Klicks hinzugefügt werden.
Die App selbst bietet grundlegende Bearbeitungsfunktionen wie Filter, das Hinzufügen von Rahmen oder das Erstellen von Collagen. Auch der Druck von Pass- oder ID-Fotos in verschiedenen Formaten ist möglich.
In der Android-Version fielen mir jedoch einige sprachliche Holprigkeiten in der deutschen Übersetzung auf. Die Formulierungen wirken teilweise unnatürlich und maschinell übersetzt. Ein Beispiel hierfür ist die Option “Mit Grenzen” für das Hinzufügen eines weißen Rahmens um das Bild, wo “Mit Rand” die treffendere Übersetzung gewesen wäre. Man versteht zwar in der Regel, was gemeint ist, doch es trübt den sonst soliden Eindruck der Software ein wenig.
Der Praxistest auf meiner Japanreise
Auf meiner Reise durch Japan erwies sich der kleine Drucker als ein charmanter Begleiter. Die Möglichkeit, besondere Momente nicht nur digital festzuhalten, sondern sie sofort in ein physisches Objekt zu verwandeln, eröffnete neue Interaktionsmöglichkeiten.
So kann man Freunden oder zufälligen Begegnungen direkt das wenige Momente zuvor aufgenommene Foto mitgeben. Ein kleines, persönliches Geschenk das stets eine besondere Freude und einen bleibenderen Eindruck als der schnelle Austausch von Social-Media-Profilen hinterlässt.
Auch für mein Reisetagebuch war der Drucker eine Bereicherung. Statt Platz für später einzuklebende Fotos freizulassen, konnte ich abends im Hotelzimmer die Bilder des Tages direkt ausdrucken und neben meinen Notizen platzieren.
Die Drucke im Format 2,1 x 3,4 Zoll (ca. 5,3 x 8,6 cm) haben eine angenehme Größe für solche Zwecke. Am unteren Ende jedes Bildes ist ein weißer Bereich, der etwas an Polaroid-Bilder erinnert. Diesen kann man entweder wegschneiden oder auch mit Aufklebern oder Text versehen.
Im praktischen Einsatz zeigten sich jedoch auch einige Einschränkungen. So ist es nicht möglich, während des Ladevorgangs zu drucken. Man muss also vorauschauend planen und den Akku rechtzeitig laden, dessen Kapazität für etwa 20 bis 30 Drucke ausreicht.
Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist das Fehlen einer Anzeige für die verbleibende Anzahl an Fotos in der Kassette. Man wird erst durch eine Fehlermeldung in der App darüber informiert, dass das Verbrauchsmaterial zur Neige geht.
Der Druckvorgang selbst ist durch die Mechanik des Papiereinzugs nicht ganz leise. Auch etwas schade ist auch der anfallende Müll. Nach jedem Kassettenwechsel bleibt die leere Plastikhalterung übrig, ähnlich wie bei den Kassetten von Sofortbildkameras.
Fazit zum HPRT CP2100
Kann der HPRT CP2100 mobile Fotodrucker überzeugen?
Die Druckqualität ist wirklich überraschend gut. Die Farben sind satt. Die Bilder sehr kontrastreich. Auch kleinere Details sind, bezogen auf die Größe der Drucke, noch gut sichtbar.
Kleinere Schwächen wie die verbesserungswürdige App-Übersetzung, die fehlende Füllstandsanzeige und die Betriebsgeräusche trüben das Gesamtbild nur geringfügig. Was noch ganz nett wäre, wenn die Bilder eine klebende Rückseite hätten.
Der HPRT CP2100 ist somit ein wunderbares Werkzeug für Fotografen, die nicht nur Bilder machen, sondern auch Geschichten teilen und Erinnerungen greifbar machen wollen.
HPRT CP2100 kaufen
Der HPRT CP2100 kann ganz einfach über Amazon bestellt werden. Dort gibt es auch die passenden Papiere. Mehr Infos zum Drucker findet sich auch auf der Website von HPRT.
























