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Lerne mehr über die analoge Fotografie

Es gibt Tage, an denen man als Fotograf einfach nur das perfekte Bild sucht, technisch einwandfrei und sauber komponiert. Und dann gibt es Tage, an denen man das Unvorhersehbare möchte, an denen der Zufall Regie führt und die Realität durch einen bunten Filter betrachtet werden soll. Genau für diese Momente sind die Filme von gabble.film gemacht.

Ich habe mir vier verschiedene Sorten dieser exotischen Marke geschnappt und sie auf zwei Reisen in völlig unterschiedlichen Umgebungen getestet, um herauszufinden, ob sie mehr sind als nur ein kurzes visuelles Gimmick.

Was sind Effektfilme?

Bevor wir uns den spezifischen Ergebnissen widmen, lohnt sich ein kleiner Exkurs in die Nische der sogenannten Effektfilme. In der analogen Fotografie bezeichnen wir damit in der Regel 35mm-Filme, die bereits vor der Belichtung durch den Fotografen manipuliert wurden. Dieser Prozess findet meistens im Labor oder in der Manufaktur statt.

Die Technik dahinter ist so simpel wie genial. Der Film wird ein erstes Mal belichtet, allerdings nicht mit einem Motiv aus der realen Welt, sondern mit Grafiken, Farben, Lichtern oder Symbolen. Wenn ich den Film dann in meine Kamera einlege und ein Foto mache, belichte ich quasi die zweite Schicht darüber. Das Ergebnis ist eine Doppelbelichtung, bei der sich mein Motiv mit den vordefinierten Effekten des Herstellers vermischt.

Diese Art der Fotografie bricht bewusst mit den Regeln der klassischen Bildgestaltung. Man gibt einen Teil der Kontrolle ab. Man weiß nie ganz genau, an welcher Stelle im Bild der Effekt auftauchen wird oder wie stark er im Vergleich zum eigenen Motiv sichtbar ist. Das macht den Reiz aus. Es ist ein Spiel mit Farben und Formen, das besonders in der Lomografie-Szene viele Anhänger hat.

Während manche Fotografen ihre Filme selbst in Säure baden oder mit Lichtlecks versehen, bieten Marken wie gabble.film diese kreative Unberechenbarkeit „out of the box“ an. Es ist ein bisschen wie ein analoger Instagram-Filter, der aber chemisch und physisch auf dem Negativ verankert ist und nicht erst digital hinzugefügt wird. Das verleiht den Bildern eine Authentizität, die digitale Filter oft vermissen lassen.

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Die Marke gabble.film ist hierzulande noch ein echter Geheimtipp und in den Regalen der hiesigen Fotohändler kaum zu finden. Das liegt daran, dass es sich um eine kleine Manufaktur aus Thailand handelt. Die Filme werden dort mit viel Liebe zum Detail und offensichtlich in Handarbeit hergestellt. Man spürt sofort, dass hier Enthusiasten am Werk sind, die Spaß an der Sache haben.

Die Basis für diese kreativen Experimente bilden solide Farbfilme von Kodak und Fujifilm. Das ist ein wichtiger Punkt, denn es garantiert, dass die chemische Entwicklung im Standard C-41 Prozess überall problemlos möglich ist und die Grundfarben eine gewisse Qualität mitbringen. Man kauft also keine abgelaufene Wundertüte mit fragwürdiger Emulsion, sondern frisches Material, das professionell modifiziert wurde.

Das Branding und die Verpackung sind mir sofort positiv aufgefallen. Schon beim Auspacken merkt man, dass gabble.film viel Wert auf ein individuelles und farbenfrohes Design legt. Die Dosen sind bunt beklebt und machen sofort Lust darauf, sie in die Kamera zu laden und loszuziehen.

Es ist diese Art von Produkt, die sich auch hervorragend als Geschenk für befreundete Fotografen eignet, weil es eben nicht der Standardfilm ist, den man sich mal eben im Drogeriemarkt kauft.

Leider sind die Filme außerhalb von Asien nur sehr schwer zu bekommen. Wer nicht zufällig einen Trip nach Bangkok plant, wo man sie direkt vor Ort kaufen kann, ist auf den Online-Handel oder Kontakte angewiesen.

Für Interessierte lohnt sich definitiv ein Blick auf deren Instagram-Account, um auf dem Laufenden zu bleiben und vielleicht eine Bestellmöglichkeit zu ergattern. Die Exklusivität macht sie natürlich umso reizvoller für alle, die gerne Dinge ausprobieren, die nicht jeder hat.

gabble.film Doogie Boogie

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Mein erster Testkandidat war der gabble.film Doogie Boogie. Ich entschied mich, diesen Film in meine Revue 35FC einzulegen und ihn auf einer Reise nach Barcelona zu belichten.

Die Revue 35FC ist eine kleine, kompakte Sucherkamera, die ich wegen ihrer Unauffälligkeit sehr schätze. Der Doogie Boogie kommt mit einer Empfindlichkeit von ISO 200 daher. Das ist für sonnige Gefilde wie Spanien eigentlich ideal, kann aber in engen Gassen schon grenzwertig sein, wenn die Schatten lang werden.

Der Name lässt es schon vermuten. Bei diesem Film dreht sich alles um Hunde. Die vorbelichteten Effekte bestehen aus verschiedenen Hunde-Motiven und Symbolen, die sich spielerisch über die eigenen Aufnahmen legen. In den sonnendurchfluteten Straßen von Barcelona funktionierte das erstaunlich gut. Die hellen Fassaden der Gebäude und der blaue Himmel boten eine wunderbare Leinwand für die Grafiken. Ich habe versucht, Straßenszenen und Architektur so zu fotografieren, dass genug negativer Raum im Bild bleibt, damit die Effekte wirken können.

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Ein technisches Detail am Rande machte diesen Testlauf besonders interessant. Meine Revue 35FC hatte während der Reise leichte Probleme mit dem Filmtransport. Der Hebel griff nicht immer sauber, was dazu führte, dass ich den Film manchmal nicht vollständig weiterdrehte.

Normalerweise ärgert man sich über so etwas, aber bei einem Effektfilm wie dem Doogie Boogie passte es perfekt ins Konzept. So entstanden zusätzlich zu den werksseitigen Effekten auch noch einige zufällige Doppelbelichtungen meinerseits. Das Ergebnis war ein herrlich chaotisches Durcheinander aus spanischer Architektur, vorbeilaufenden Passanten und den lustigen Hunde-Grafiken des Films. Es war pure Experimentierfreude.

Die Bilder sind sicher keine Meisterwerke der klassischen Komposition, aber sie transportieren das Gefühl von Spaß und Unbeschwertheit, das ich an diesem sonnigen Tag hatte. Die Farben des Basismaterials kamen unter der spanischen Sonne warm und kräftig zur Geltung, was gut mit dem verspielten Charakter des Films harmonierte.

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gabble.film 199x

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Ebenfalls in Barcelona und ebenfalls mit der Revue 35FC habe ich den gabble.film 199x getestet. Dieser Film unterscheidet sich deutlich von den anderen, da er oft mit einer höheren Empfindlichkeit von ISO 400 angegeben wird, was ihn etwas flexibler für wechselnde Lichtverhältnisse macht. Der Name „199x“ ist eine klare Anspielung auf die Ästhetik der 90er Jahre. Wir alle erinnern uns an die analogen Bilder dieser Zeit, oft geprägt von einem Datumstempel in der Ecke oder einer etwas raueren, körnigeren Anmutung. Das Ziel dieses Films ist es, genau diesen nostalgischen Vibe zu reproduzieren.

Die Effekte dieses Film sind hier grafischer und haben das Thema Geburtstag. Eine noch bessere Form würde er natürlich auf einer Geburstagsparty machen.

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gabble.film Pixie Dust

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Für den nächsten Teil meines Tests wechselte ich sowohl den Ort als auch die Kamera. Es ging nach Tokio, und als Begleiter wählte ich die Minolta Weathermatic 35 DL. Diese Kamera ist ein robuster, wasserdichter Ziegelstein aus den 80ern, der eigentlich für den Strand gemacht ist, sich aber auch hervorragend als wetterfeste Point-and-Shoot für die Stadt eignet. Geladen habe ich sie mit dem gabble.film Pixie Dust, der wieder eine Empfindlichkeit von ISO 200 aufweist.

Die Einbelichtungen sind klar und knallig. Kleine grafische Elemente, die an unterschiedlichen Positionen auf der Filmrolle platziert sind.

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gabble.film PKTL

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Der letzte Film im Bunde war der gabble.film PKTL, den ich ebenfalls in Tokio mit der Minolta Weathermatic 35 DL verschossen habe. PKTL steht, wie ich recherchiert habe, wohl in Verbindung mit dem Pak Khlong Talat, dem berühmten Blumenmarkt in Bangkok. Dementsprechend erwartet man hier florale Muster und eine Explosion an Farben. Auch dieser Film hat eine Nennempfindlichkeit von ISO 200.

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Fazit

Nachdem ich nun vier verschiedene Filme von gabble.film in zwei der aufregendsten Städte der Welt getestet habe, kann ich mir eine Meinung bilden. Die Filme basieren auf solidem Farbmaterial von Kodak und Fujifilm, was eine technische Grundqualität sicherstellt, auf die man sich verlassen kann. Das ist wichtig, denn bei aller Experimentierfreude möchte man doch, dass die Entwicklung im Labor reibungslos verläuft.

Es sind definitiv nicht Filme, die man jeden Tag einsetzt. Wer eine ernsthafte Dokumentation plant oder Wert auf absolute Kontrolle über das Bild legt, sollte die Finger davon lassen. Diese Filme sind dazu da, um Abwechslung und Überraschung in den fotografischen Alltag zu bringen. Sie brechen die Routine auf. Man muss bereit sein, den Zufall als kreativen Partner zu akzeptieren. Super ist es, wenn man etwas Überraschung in seinen Bildern mag. Jedes Bild ist ein kleines Unikat, und der Moment, wenn man die Scans vom Labor bekommt, ist wie Weihnachten. Man weiß nie genau, was man bekommt.

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Ein technischer Aspekt, den man nicht vernachlässigen darf, ist die Empfindlichkeit. ISO 200 kann in manchen Fällen schon etwas zu wenig empfindlich sein, gerade wenn man eine Kamera mit kleiner Blende nutzt. Gerade im Schatten sind sowohl die Minolta Weathermatic als auch die Revue 35FC etwas zu lichthungrig gewesen. Wer diese Filme nutzt, sollte also auf gutes Licht achten oder eine lichtstärkere Kamera verwenden, um das volle Potenzial auszuschöpfen.

Auch als Geschenk sind die gabble.film Rollen eine tolle Idee. Das Branding und die Verpackung sind top und machen Freude, sodass man sie gleich ausprobieren möchte. Sie sind farbenfroh und individuell gestaltet, weit weg vom sterilen Look großer Hersteller.

Leider sind sie außerhalb von Asien schwer zu bekommen, was den Beschaffungsaufwand erhöht. Sollte man aber mal in Bangkok sein, kann man sie dort direkt kaufen. Für alle anderen bleibt der Weg über Instagram oder spezialisierte Importhändler.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gabble.film eine wunderbare Bereicherung für die analoge Community ist. Sie erinnern uns daran, dass Fotografie nicht immer ernst und perfekt sein muss. Manchmal geht es einfach nur um den Spaß am Auslösen und die Freude an bunten Farben. Wer sich darauf einlässt, wird mit einzigartigen Bildern belohnt, die so kein digitaler Filter jemals reproduzieren könnte.

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3 Kommentare zu “gabble.film

  • Bernd
    7. Januar 2026

    Endlich mal wieder ein Blog, der sich Zeit für so ausführliche und bebilderte Berichte nimmt. Ich schaue hier immer gerne vorbei, um neue Inspirationen für mein Hobby zu finden. Die Mischung aus Technik-Tipps und Reiseberichten gefällt mir sehr gut. Macht weiter so!

  • Maximilian
    8. Januar 2026

    Echt inspirierender Beitrag! Den Pixie Dust Film finde ich besonders spannend für Street Photography. Ich kann jedem, der mal eine kreative Blockade hat, nur empfehlen, solche Effektfilme auszuprobieren. Das lockert den Blick ungemein auf und macht einfach gute Laune beim Fotografieren!

  • Tanja
    8. Januar 2026

    Interessante Vorstellung der Marke. Noch nie davon gehört.

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