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AgfaPhoto Fotokamera im Test

Die Welt der analogen Fotografie bietet neben komplexen Kameras auch einfache Modelle, die sich aufs Wesentliche konzentrieren: den Moment festzuhalten. Hierzu gehört die AgfaPhoto 35mm Reusable Photo Camera. Sie wird als eine Kamera mit niedriger Einstiegshürde und Alternative zu Einwegkameras positioniert. Ob sie dies einhalten kann und sich der Kauf lohnt – in diesem Testbericht zur Kleinbildkamera von AgfaPhoto.

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Infos zur AgfaPhoto 35mm Reusable Photo Camera

Die AgfaPhoto 35mm Reusable Photo Camera wurde im Jahr 2020 vorgestellt und wird unter dem Markennamen AgfaPhoto vertrieben, der von der Lupus Imaging & Media GmbH & Co. KG genutzt wird. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass es sich um ein Kameramodell handelt, das in ähnlicher oder identischer Bauweise auch unter anderen Markennamen, wie beispielsweise Ilford Sprite 35-II oder FilmNeverDie Niji, erhältlich ist.

Das Gehäuse der Kamera ist vollständig aus Kunststoff gefertigt, was zu einem sehr geringen Gewicht von etwa 121 Gramm ohne eingelegte Batterie und Film, aber mit Handschlaufe führt. Ihre Abmessungen sind circa 115 x 64 x 44 Millimeter.

Die Kamera wird in verschiedenen Farbvarianten angeboten, darunter klassisches Schwarz, ein Braunton, der an Leder erinnert, sowie ein auffälliges Rot. Später kamen weitere Farben wie Mintgrün und Beige hinzu.

Zum Lieferumfang der Kamera gehören in der Regel eine einfache Handschlaufe und ein Stoffbeutel zur Aufbewahrung. Ein Film oder die für den Blitzbetrieb benötigte Batterie sind im Lieferumfang nicht enthalten und müssen separat erworben werden.

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Alle Beispielbilder wurden mit einem Kodak Color Plus 200 aufgenommen
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Funktionen

Ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist eine Bedienungsanleitung in mehreren Sprachen. Die Anleitung umfasst dabei 9 Punkte, was schon auf den minimalen Funktionsumfang hindeutet.

Bezogen auf den Funktionsumfang liegt der Vergleich zu einer Einwegkamera auf der Hand. Motiv aussuchen und auf den roten Auslöser drücken, mehr muss man nicht machen.

Das Objektiv der Kamera ist ein Weitwinkelobjektiv mit einer festen Brennweite von 31 mm. Diese Brennweite eignet sich gut für alltägliche Schnappschüsse, Landschaftsaufnahmen und Gruppenfotos.

Die Blendenöffnung der Kamera kann nicht verändert werden und liegt bei f/9. In Kombination mit der ebenfalls fest eingestellten Verschlusszeit von 1/120 Sekunde ergibt sich eine fixe Belichtungseinstellung. Aufgrund dieser festen Werte gibt es keine Möglichkeit, die Belichtung manuell zu steuern. Die Kamera verfügt über keinen integrierten Belichtungsmesser.

Die Fokussierung ist ebenfalls festgelegt, es handelt sich um ein sogenanntes “Fixed-Focus”- oder “Focus-Free”-Objektiv. Dies bedeutet, dass die Kamera so konstruiert ist, dass sie einen breiten Schärfebereich abdeckt. In der Praxis wird empfohlen, einen Mindestabstand von etwa einem Meter zum Motiv einzuhalten, um eine akzeptable Schärfe zu gewährleisten.

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Vorsicht ist geboten, wenn das Motiv zu nah dran ist

Die einzige wirkliche Einstellungsmöglichkeit ist der eingebaute Blitz. Dieser wird manuell über einen Schieberegler an der Vorderseite der Kamera aktiviert. Eine kleine rote Lampe an der Oberseite der Kamera leuchtet auf, sobald der Blitz aufgeladen und einsatzbereit ist.

Die Energie für den Blitz liefert eine einzelne AAA-Batterie (Amazon*), die in ein Fach an der Unterseite der Kamera eingelegt wird. Ohne eingelegte Batterie ist die Kamera weiterhin funktionsfähig, jedoch ohne die Möglichkeit, den Blitz zu verwenden.

Der Blitz ist auch notwendig für diese Art von Kamera. Mit der kleinen Blendenöffnung und der fixen Belichtungszeit braucht man viel Licht für ein korrekt belichtetes Bild. Gerade in Innenräumen oder an bewölkten Tagen kann es, je nach eingelegtem Film, schon etwas zu dunkel sein. Hier sollte man dann den Blitz nutzen oder gegebenenfalls auf ein Foto verzichten.

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Blitzaufnahme bei Tageslicht

Für Anfänger ist hier immer ein genereller Tipp: eine Belichtungsmesser-App fürs Smartphone zu installieren. Diese kann man dann auf die Werte (f/9, 1/120 Sekunde, ISO X) einstellen und dann einfach mal schauen, welche Werte sie ausspuckt. Teilweise ist man sehr überrascht, wie wenig Licht vorhanden ist im Vergleich zu dem, was man mit dem Auge wahrnimmt und noch als sehr hell empfindet.

Der Sucher ist nicht mit dem Objektiv verbunden, wie etwa bei einer Spiegelreflexkamera. Er gibt also nur einen ungefähren Anhaltspunkt und nicht das vollständige spätere Bild wieder.

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Das Motiv
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Blick durch den Sucher
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Das Endergebnis

Der angedeutete Objektiv-/Fokusring hat keinen direkten Nutzen. Er bewahrt aber davor, dass man nicht unabsichtlich einen Finger vor der Linse hat.

Der Filmtransport erfolgt vollständig manuell. Nach jeder Aufnahme muss der Film mit dem Daumenrad an der rechten oberen Ecke der Kamera weitergespult werden, bis es einrastet. Ein kleines Zählwerk auf der Oberseite der Kamera zeigt an, wie viele Bilder bereits belichtet wurden.

Ist der Film voll, muss er manuell zurückgespult werden. Dazu wird ein kleiner Knopf an der Unterseite der Kamera gedrückt und anschließend die Rückspulkurbel an der Oberseite so lange gedreht, bis der Film vollständig in die Patrone zurücktransportiert ist.

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Fazit

Ist die analoge Fotokamera von AgfaPhoto eine Kaufempfehlung? Kommt drauf an.

Ich mag an der AgfaPhoto Kamera die geringe Einstiegshürde. Ein Anfänger oder eine Anfängerin kann sich die Kamera einfach bei Amazon mit den passenden Filmen holen und direkt loslegen. Keine Unsicherheit, ob eine alte gebrauchte Kamera noch funktioniert oder Batterien, die nicht mehr zu bekommen sind. Einfach Fotos machen.

Einfach Fotos machen, das ist das Hauptthema der Kamera. Es ist der Reiz, den auch Einwegkameras mitbringen. Die AgfaPhoto Fotokamera hat den Vorteil, dass man sie mehrmals verwenden kann und frei bei der Wahl des Filmmaterials ist.

So kann die Kamera eine gute Wahl für eine Hochzeit, eine Feier oder ein anderes Event sein. Auf den Tisch stellen und die Gäste die Zusammenkunft in analogen Bildern festhalten lassen.

Findet die AgfaPhoto 35mm Reusable Photo Camera einen festen Platz in meiner Kameraausrüstung? Wahrscheinlich nicht. Dafür bietet sie mir einerseits nicht genug kreative Möglichkeiten, was sie zugegebenermaßen auch nicht möchte, andererseits habe ich schon viele Schnappschusskameras, von denen sie sich nicht wirklich hervorheben kann.

Natürlich ist es unterstützenswert, dass weiterhin analoge Kameras hergestellt werden. Aber dieses Modell bringt mir persönlich wirklich Neues. In der hart umkämpften Kategorie von kompakten Plastikleinbildkameras finde ich dann die RETO Ultra Wide und Slim, die noch kompakter ist und mit einem Weitwinkelobjektiv kommt, oder die Kodak M35 oder M38, die es in knalligeren Farben gibt. Dazu kommen dann noch die unzähligen “alten” Kameras, die man für wenige Euro findet.

Mit einem etwas höheren Budget würde ich mir dann auch noch die La Sardina oder LomoApparat anschauen. Gerade die LomoApparat bietet hier einige “Innovationen”, wie Farbfilter für den Blitz, einen Bulb-Modus für lange Belichtungen und Aufsätze für die Linsen.

Filmempfehlungen für die AgfaPhoto 35mm Reusable Photo Camera

Natürlich kann man in der Kamera theoretisch jeden Kleinbildfilm nutzen. Für Einsteiger in die analoge Fotografie bzw. Neubesitzer der AgfaPhoto Fotokamera würde ich als ersten Film einen Farbfilm empfehlen.

Bei der Filmempfindlichkeit, also wie viel Licht für ein korrektes Bild benötigt wird, würde ich zu einem ISO 400 Film raten. Analoge Farbnegativfilme haben einen sehr großen Belichtungsspielraum und können daher auch mal über- oder unterbelichtet werden und liefern trotzdem ein brauchbares Bild. Dies wird mit einer Kamera mit fixen Belichtungseinstellungen zwangsläufig passieren.

Ein solider Farbfilm, den man auch einfach bekommen kann, ist der Kodak Ultramax 400 (Amazon*). Dieser Film liefert schöne Farbfotos und kann etwa im Drogeriemarkt ohne Probleme zur Entwicklung abgegeben werden.

Für diesen Test wurde der Kodak Color Plus 200 verwendet. Zu beachten ist, dass der Film zum Zeitpunkt des Tests schon länger abgelaufen war, was sich natürlich etwas auf die Qualität auswirkt. Gerade bei einem ISO 200 Film sollte man etwas Vorsicht sein, da schnell mal zu wenig Licht vorhanden sein kann.

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Foto kurz vor Sonnenuntergang

Wer lieber Schwarzweißfotos machen möchte, kann zum Ilford XP2 Super (Amazon*) greifen. Dieser Schwarzweißfilm hat ebenfalls einen Empfindlichkeitswert von ISO 400 und hat den Vorteil, gegenüber anderen Schwarzweißfilmen, dass er im gleichen Entwicklungsprozess (C-41) wie ein Farbnegativfilm entwickelt wird. Da dieser Entwicklungsprozess von den meisten Fotolaboren angeboten wird und oft günstiger ist, ist die Entwicklung somit deutlich einfacher.

6 Kommentare zu “AgfaPhoto Fotokamera im Test

  • Max
    10. August 2025

    Danke für den ehrlichen Test! Ich stimme dem Fazit voll zu: Für den reinen Schnappschuss ist sie okay, aber wirklich neue kreative Möglichkeiten bietet sie nicht. Da gibt es tatsächlich bessere Alternativen, die entweder kompakter sind oder mehr Features mitbringen, selbst im niedrigen Preissegment. Der Vergleich zur LomoApparat ist da sehr passend.

  • Anna
    10. August 2025

    Super Artikel! Genau das, was ich gesucht habe. Ich überlege schon länger, wieder mit analoger Fotografie anzufangen, aber die vielen Optionen haben mich abgeschreckt. Diese Kamera klingt wirklich nach einem perfekten Einstieg ohne viel Schnickschnack. Einfach draufhalten und Spaß haben, das ist doch das Wichtigste!

  • Thomas_K
    10. August 2025

    Interessanter Testbericht! Ich frage mich, ob die feste Blende und Verschlusszeit bei ISO 400 wirklich ausreichen, um auch bei nicht optimalen Lichtverhältnissen (z.B. drinnen ohne Blitz) noch brauchbare Ergebnisse zu erzielen? Oder ist der Blitz da fast immer Pflicht? Danke für jede Einschätzung!

  • OldschoolPixel
    10. August 2025

    Es ist einfach toll, dass analoge Fotografie wieder so einen Aufwind erlebt! Egal ob mit einer einfachen AgfaPhoto oder einer komplexeren Spiegelreflex, das Gefühl, auf die Entwicklung der Bilder warten zu müssen, ist unbezahlbar. Dieser Artikel macht wieder Lust, eine Rolle Film einzulegen und einfach mal loszulegen. Tolle Sache!

  • FotoLeo
    10. August 2025

    Schön zu sehen, dass AgfaPhoto auch in diesem Segment wieder Kameras anbietet. Die feste Brennweite und Belichtungseinstellungen machen die Bedienung sicherlich sehr einfach, erfordern aber auch ein gewisses Gespür für das Licht.

  • Kati
    10. August 2025

    Ich kann mir die Kamera super für Partys oder Hochzeiten vorstellen, so als ‘Wegwerf-Ersatz’ für die Gäste. Habe das mal mit einer echten Einwegkamera gemacht und das Ergebnis war der Hammer, aber dauerhaft ist das natürlich keine Lösung. Hier hat man den Vorteil der Wiederverwendbarkeit. Eine gute Idee, diesen Aspekt hervorzuheben!

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