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Petri 35 AF-F

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  • Marke: Petri
  • Name: Petri 35 AF-F
  • Hersteller: Cosina
  • Ursprungsmodell: Cosina AF-35
  • Art: Sucherkamera
  • Filmtyp: 35mm / Kleinbild
  • Brennweite: 38 mm
  • Maximale Blende: f/2.7
  • Fokus: Automatisch
  • Belichtungszeiten: 1/360 s bis 1/60 s
  • Blitz / Blitzanschluss: eingebauter Blitz
  • Erscheinungsdatum: 1979
  • Alter: Bis zu 47 Jahre

Die Petri 35 AF-F etablierte sich als eine Sucherkamera für Kleinbildfilm, welche sowohl eine automatische Scharfstellung als auch einen integrierten Elektronenblitz zu ihren Merkmalen zählt. Ihre Markteinführung erfolgte gegen Ende der 1970er Jahre. Die Fertigung dieses Modells fand in einem japanischen Werk statt. Unter der Bezeichnung Cosina AF-35 existierte ein technisch identisches Schwestermodell.

Objektiv

Ein fest verbautes Cosinon 38mm f/2.7 Objektiv bildet das optische Herzstück der Petri 35 AF-F. Seine Konstruktion umfasst vier Linsenelemente in drei Gliedern, ergänzt durch eine Mehrschichtvergütung (Multi Coated), die Reflexminderung sowie eine optimierte Kontrast- und Farbdarstellung sicherstellt.

Eine Brennweite von 38mm eröffnet ein gemäßigtes Weitwinkelspektrum, das sich für unterschiedlichste Aufnahmesituationen, von Landschaften über Schnappschüsse bis zu Gruppenporträts, als vorteilhaft erweist.

Die Fokussierung geschieht vorrangig mittels eines selbsttätigen Scharfstellsystems (Honeywell-System). Hierbei richtet die Kamera den Fokus automatisch auf den zentral im Sucherbild positionierten Bereich aus.

Zur Aktivierung des Autofokus muss der Sucher zunächst über die “Pop-up”-Taste entfaltet werden. Der Anwender peilt das gewünschte Objekt an und betätigt den Auslöser leicht, woraufhin die Kamera die Schärfe justiert.

Zusätzlich stellt die Kamera eine manuelle Entfernungseinstellung über Zonen bereit. Diese erweist sich als hilfreich, falls das Hauptmotiv dezentral liegt oder bei kontrastarmen Motiven wie Schneefeldern, wo der Autofokus an seine Grenzen stoßen könnte.

Im manuellen Modus schätzt der Fotograf die Distanz zum Objekt und justiert den Fokusring anhand der Skalierung, beginnend bei der durch ein Pfeilsymbol gekennzeichneten Autofokus-Markierung.

Innerhalb des Suchers ist eine Markierung für den Parallaxenausgleich integriert. Bei Nahaufnahmen unter 1,5 Metern ist diese für eine exakte Bildkomposition zu berücksichtigen.

Der Arbeitsbereich des Autofokus ist bei Blitzverwendung auf Distanzen zwischen einem und fünf Metern begrenzt.

Das Objektiv besitzt ein Anschlussgewinde für Filter mit 46mm Durchmesser (Steigung P=0,75mm). Das Anbringen von Filtern ist unproblematisch; da der Filter auch die CdS-Messzelle bedeckt, erfolgt eine automatische Anpassung der Belichtung. Für eine passende Streulichtblende wird ein Durchmesser von 48mm benötigt.

Belichtungseinstellungen

Die Steuerung der Belichtung übernimmt ein programmiertes, automatisches Belichtungssystem (Programmed EE). Dieses System nutzt eine CdS (Cadmiumsulfid)-Fotozelle, um das vorhandene Umgebungslicht zu erfassen.

Die Kamera ermittelt selbstständig eine passende Kombination aus Blendenöffnung und Verschlusszeit für eine korrekte Belichtung. Der Verschluss agiert als programmierter Automatikverschluss und deckt einen Zeitbereich von 1/60 Sekunde bis zu 1/360 Sekunde ab.

Bei einer Filmempfindlichkeit von ASA 100 erstreckt sich der Funktionsbereich der Belichtungsautomatik (EE-Kopplungsbereich) von EV 9 (was f/2.7 bei 1/60s oder laut Spezifikation 1/64s entspricht) bis EV 17 (äquivalent zu f/19 bei 1/360s).

Die Einstellung der Filmempfindlichkeit erfolgt manuell über einen Ring am Objektiv, der einen Bereich von ASA 25 bis ASA 400 unterstützt. Hierbei ist es wichtig, ausschließlich die eingerasteten Stufen zu wählen.

Ein rotes Warnlicht im Sucher signalisiert eine drohende Unterbelichtung. Erscheint dieses Licht bei halb gedrücktem Auslöser, reicht das Umgebungslicht für eine korrekte Aufnahme ohne Blitzunterstützung nicht aus.

Eine Belichtungsspeicherfunktion ist in der Kamera implementiert: Ein halb durchgedrückter Auslöser fixiert den gemessenen Belichtungswert. Dies ist besonders bei Aufnahmesituationen mit Gegenlicht von Vorteil.

Der Fotograf kann die Belichtung auf eine Zone ohne starkes Gegenlicht messen (etwa durch Abwärtsneigen der Kamera oder Annäherung ans Motiv), den Auslöser halb gedrückt halten, den Bildausschnitt neu wählen und dann komplett auslösen, um die angepasste Belichtung zu nutzen.

Die CdS-Zelle ist an der Kameravorderseite nahe dem Objektiv positioniert und wird bei Filterverwendung ebenfalls abgedeckt, was eine automatische Belichtungskorrektur ermöglicht.

Blitzsystem

Die Petri 35 AF-F ist mit einem eingebauten elektronischen Blitz ausgestattet. Dieses System, als “Auto flashmatic system” bezeichnet, arbeitet bei Aktivierung automatisch, vermutlich im Einklang mit der Fokussierung, um eine adäquate Blitzbelichtung im Nahbereich zu erzielen.

Die Aktivierung des Blitzes erfordert zunächst das Ausklappen des Suchers (Pop-up) und anschließendes Verschieben des Blitzschalters an der Kameravorderseite in die “Ein”-Position (gekennzeichnet durch ein Pfeilsymbol). Der Blitzschalter ist nur bei ausgeklapptem Sucher bedienbar.

Eine grüne Bereitschaftslampe im unteren Sucherbereich signalisiert die Einsatzbereitschaft des aufgeladenen Blitzes. Mit neuen Batterien beträgt die Aufladezeit (Blitzfolge) ungefähr 8 Sekunden. Diese Dauer nimmt bei nachlassender Batterieleistung zu. Übersteigt die Ladezeit 30 Sekunden, ist ein Batteriewechsel anzuraten.

Der effektive Schärfebereich des Autofokus bei Blitznutzung liegt zwischen einem und fünf Metern. Aufnahmen innerhalb dieser Distanz sollten scharf und korrekt ausgeleuchtet sein. Es ist darauf zu achten, den Blitzreflektor nicht mit den Fingern abzudecken.

Nach der Aufnahme sollte der Blitz zur Schonung der Batterien wieder deaktiviert werden. Durch Einklappen des Pop-up-Suchers schaltet sich der Blitz ebenfalls automatisch ab. Bleibt der Blitzschalter versehentlich in der “Ein”-Position, führt dies zu einer schnellen Entladung der Batterien.

Zusätzliche Funktionen

Über die Kernfunktionen Autofokus, automatische Belichtung und integrierter Blitz hinaus, offeriert die Petri 35 AF-F weitere praktische Ausstattungsdetails. Hierzu zählt ein mechanisch arbeitender Selbstauslöser. Seine Aktivierung geschieht durch vollständiges Drehen des Selbstauslöserhebels an der Kameravorderseite nach links. Nach dem kompletten Durchdrücken des Auslösers vergehen etwa 8 Sekunden, bevor die Aufnahme erfolgt.

Es ist ratsam, die Kamera während der Selbstauslöseraktivierung und des Ablaufs auf einem Stativ zu fixieren und sich nicht direkt vor dem Objektiv aufzuhalten, da dies die Belichtungsmessung und Fokussierung beeinträchtigen könnte.

Zur stabilen Stativmontage verfügt die Kamera an ihrer Unterseite über ein Stativanschlussgewinde (Standard 1/4 Zoll). Seitlich am Gehäuse sind Befestigungsösen für einen Trageriemen vorgesehen.

Der ausklappbare Sucher erfüllt nicht nur die Funktion des Anvisierens, sondern dient auch als Schaltelement zur Aktivierung des Blitzsystems.

Darüber hinaus besitzt die Kamera einen Schnellschalthebel für den Filmtransport mit einer 20-Grad-Vorraste für rasche Einsatzbereitschaft sowie ein automatisch rückstellendes Bildzählwerk. Die Filmrückspulung wird manuell über eine ausklappbare Kurbel am Rückspulknopf vorgenommen.

Abmessungen und Gewicht

Die äußeren Maße der Petri 35 AF-F belaufen sich auf 135 mm in der Breite, 82 mm in der Höhe und 52 mm in der Tiefe. Ohne Batterien beträgt das Kameragewicht 386 Gramm. Diese Werte charakterisieren sie als eine vergleichsweise kompakte, jedoch spürbar solide Kamera ihrer Kategorie.

Stromversorgung

Für den Betrieb ihrer elektronischen Komponenten benötigt die Petri 35 AF-F zwei Mignonzellen (AA-Batterien) (Amazon*).

Diese Batterien liefern die Energie für den elektronischen Verschlussmechanismus, das Autofokus-Modul, den eingebauten Elektronenblitz sowie die Belichtungsmessung. Das Batteriefach ist an der Kameraunterseite zu finden und wird durch eine Klappe (Battery Compartment Door) gesichert. Das Einlegen der Batterien muss unter Beachtung der Polaritätskennzeichnungen (+ und -) im Fach erfolgen.

Eine Batterietesttaste auf der Kameraoberseite dient zur Überprüfung des Ladezustands. Bei Betätigung leuchtet eine rote Kontrollleuchte daneben auf, sofern die Batterien über ausreichend Kapazität verfügen. Dieser Test verifiziert zugleich die Funktionsfähigkeit von Belichtungsautomatik, Autofokus und Blitzsystem. Sollte die rote Lampe zwar leuchten, der Blitz sich jedoch nicht aufladen (grüne Bereitschaftsanzeige im Sucher bleibt dunkel), sind die Batterien möglicherweise zu schwach und ein Austausch ist erforderlich.

Es wird nahegelegt, die Batteriekontakte vor dem Einsetzen mit einem trockenen Tuch zu säubern und die Batterien bei längerer Nichtverwendung der Kamera zu entnehmen, um Schäden durch Auslaufen vorzubeugen. Das Mitführen von Ersatzbatterien ist empfehlenswert.

Filmempfehlungen

Die Petri 35 AF-F verarbeitet handelsüblichen Kleinbildfilm (35mm-Film) (Amazon*) in Patronen für 20 oder 36 Aufnahmen. Die Kamera ist für Filme mit einer Empfindlichkeit von ASA 25 bis ASA 400 (was ISO 25 bis 400 entspricht) ausgelegt.

Die Einstellung der Filmempfindlichkeit muss manuell am Empfindlichkeitswahlring am Objektiv vorgenommen werden, indem der Ring so gedreht wird, dass der korrekte ASA-Wert dem Index gegenübersteht. Eine DX-Code-Abtastung besitzt die Kamera nicht; die manuelle Konfiguration ist daher unerlässlich, um eine korrekte Belichtung zu gewährleisten.

Kurzanleitung zur Bedienung

  1. Energieversorgung herstellen: Das Batteriefach an der Unterseite öffnen und zwei AA-Batterien polungsrichtig einsetzen. Anschließend das Fach schließen und die Batterien mittels Testtaste prüfen.
  2. Filmmaterial einlegen: Die Kamerarückwand öffnen. Den Rückspulknopf anheben und die 35mm-Filmpatrone positionieren. Den Rückspulknopf wieder absenken. Die Filmzunge zur Aufwickelspule führen und das Ende in einen der Schlitze einführen. Den Filmtransporthebel einmal betätigen, um den korrekten Eingriff der Perforation in die Transportzahnräder zu sichern. Die Rückwand schließen.
  3. Film zum Start vorspulen: Den Rückspulknopf behutsam in Pfeilrichtung drehen, bis ein leichter Zug spürbar wird. Filmtransporthebel und Auslöser abwechselnd betätigen, bis das Bildzählwerk die Position “1” anzeigt.
  4. Filmempfindlichkeit justieren: Den Filmempfindlichkeitsring am Objektiv drehen, bis der ASA-Wert des eingelegten Films mit dem Indexpunkt übereinstimmt.
  5. Aufnahme vorbereiten: Den Objektivschutzdeckel abnehmen. Den Sucher durch Betätigen der Pop-up-Taste ausklappen. Das Motiv durch den Sucher anvisieren, wobei das Hauptobjekt für den Autofokus mittig platziert sein sollte.
  6. Fokussieren und Belichtungsmessung: Den Auslöser zur Hälfte niederdrücken. Die Kamera justiert die Schärfe und misst die Belichtung. Sofern die rote Warnlampe im Sucher nicht aufleuchtet, ist die Belichtung adäquat. Den Auslöser zum Aufnehmen des Fotos vollständig durchdrücken und bis zum Abschluss des Verschlussvorgangs gedrückt halten.
  7. Blitzlicht nutzen: Sollte die rote Warnlampe aufleuchten oder die Lichtbedingungen unzureichend sein, wird der Blitzschalter in die “Ein”-Position gebracht. Abwarten, bis die grüne Blitzbereitschaftsanzeige im Sucher erscheint. Anschließend wie unter Punkt 6 beschrieben fotografieren. Nach erfolgter Nutzung den Blitz wieder deaktivieren oder den Sucher einklappen.
  8. Film weitertransportieren: Nach jeder Belichtung den Filmtransporthebel bis zum Anschlag bewegen, um den Film für das nächste Bild vorzuspulen und den Verschluss zu spannen.
  9. Film zurückspulen: Ist der Film voll belichtet (Anzeige 20 oder 36 am Zählwerk), den Filmrückspulknopf an der Kameraunterseite eindrücken. Die Kurbel am Rückspulknopf ausklappen und in Pfeilrichtung drehen, bis der Film komplett in die Patrone zurückgespult ist (erkennbar am nachlassenden Widerstand). Die Kamerarückwand öffnen und die Filmpatrone entnehmen.

Technische Daten

Technische Spezifikationen der Kamera
EigenschaftSpezifikation
KameratypSucherkamera
Filmformat35mm / Kleinbild
FilmtransportManuell
Film-TransportmechanismusSchnellspannhebel
Bildformat24 mm x 36 mm
ObjektivbezeichnungCosinon f=38mm F=2.7
Brennweite38 mm
Größte Blendenöffnungf/2.7
Kleinste Blendenöffnungf/19
Naheinstellgrenze100 cm / 3.28 ft
FokusAutomatisch
Filtergewinde46 mm
Objektivaufbau4 Elemente in 3 Gruppen
Verschlusszeiten1/360 Sekunde bis 1/60 Sekunde
BelichtungsmesserJa
Unterstützte FilmempfindlichkeitenISO 25 bis 400
BelichtungsmodiProgrammautomatik
Manuelle BelichtungseinstellungenNein
DX-Erkennung (Automatische Filmempfindlichkeit)Nein
DatumseinbelichtungNein
Doppel- und/oder MehrfachbelichtungsfunktionNein
BlitzIntegrierter Blitz
Reichweite des Blitzes1 bis 5 Meter / 3.28 bis 16.4 Fuß
StativgewindeJa
KabelauslösergewindeJa
SelbstauslöserJa, Selbstauslöser-Funktion mit 8 Sekunden Vorlaufzeit
Anschluss für KameragurtJa
Stromversorgung2x AA-Batterien
Größe13,5 x 8,2 x 5,2 cm
Maße in Zoll5.31 x 3.23 x 2.05 zoll
Gewicht386 Gramm
ProduzentCosina
ProduktionslandJapan

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