Die Konica POP ist eine ikonische Kompaktkamera für das 35-mm-Kleinbildformat, die in den 1980er Jahren auf den Markt kam. Sie wurde speziell für Hobbyfotografen und Einsteiger konzipiert, die eine unkomplizierte und stilvolle Kamera für alltägliche Schnappschüsse suchten.
Die Popularität der Kamera war so enorm, dass bis 1985 über 1,5 Millionen Exemplare verkauft wurden und sie in mehreren leichten Modelliterationen über einen Zeitraum von zehn Jahren im Handel blieb.
Eine Variante, die Konica EFJ, ist technisch nahezu identisch, bietet jedoch zusätzlich eine praktische Datumsfunktion zur Einbelichtung auf den Film, was sie für die Dokumentation von Ereignissen und Reisen besonders attraktiv machte.
Objektiv
Die Kamera ist mit einem fest verbauten 36-mm-Weitwinkelobjektiv vom Typ Hexanon mit einer Lichtstärke von f/4 ausgestattet. Der Name “Hexanon” kennzeichnete bei frühen Modellen, die zwischen 1982 und 1985 produziert wurden, die hochwertigere Linsenvergütung von Konica.
Spätere Modelle verzichteten auf diese Bezeichnung. Die optische Konstruktion des Objektivs besteht aus vier Linsen, die in vier Gruppen angeordnet sind. Diese Konfiguration ermöglichte für eine Kamera dieser Klasse eine überraschend gute Bildqualität mit ansprechendem Kontrast und lebendigen Farben.
Da es sich um ein Fixfokus-Objektiv handelt, entfällt die Notwendigkeit einer manuellen Scharfstellung, was die Bedienung erheblich vereinfacht. Das Objektiv ist auf eine feste Entfernung von 2,8 Metern fokussiert. Durch die relativ kleine Anfangsblende ergibt sich eine ausreichende Tiefenschärfe, die es ermöglicht, Motive in einem Bereich von etwa 1,5 Metern bis unendlich scharf abzubilden.
Die Kamera verfügt über kein Filtergewinde und bietet auch keine Möglichkeit, Wechselobjektive anzuschließen, was ihrem Charakter als unkomplizierte Point-and-Shoot-Kamera entspricht.
Belichtungseinstellungen
Die Konica POP zeichnet sich durch eine vollautomatische Belichtungssteuerung aus, die dem Fotografen die technischen Entscheidungen abnimmt. Die Kamera wählt für jede Aufnahme selbstständig die passende Belichtung. Die Verschlusszeit ist dabei fest auf 1/125 Sekunde eingestellt, eine Geschwindigkeit, die für die meisten Tageslichtsituationen gut geeignet ist und Verwacklungsunschärfe minimiert.
Die Belichtungsmessung erfolgt über eine CdS-Zelle, die dezent oberhalb des Objektivs platziert ist und die Umgebungshelligkeit misst. Basierend auf dieser Messung und der manuell eingestellten Filmempfindlichkeit wählt die Kameraelektronik automatisch eine passende Blende aus den verfügbaren Stufen f/4, f/5.6, f/8, f/11 und f/16. Für die gängigsten Filmempfindlichkeiten von ASA/ISO 100, 200 oder 400 sind entsprechende Einstellmöglichkeiten über einen Schieberegler direkt am Objektiv vorhanden.
Als nützliches Hilfsmittel verfügt die Kamera über eine Warnlampe für Unterbelichtung, eine rote LED neben dem Sucher, die aufleuchtet, sobald das vorhandene Licht nicht mehr ausreicht und der Einsatz des Blitzes empfohlen wird.
Blitzsystem & Batterien
Ein wesentliches Merkmal der Kamera ist das integrierte, ausklappbare elektronische Blitzgerät. Dieses verlieh der Kamera auch ihren Namen “POP”, da es auf Knopfdruck federnd herausspringt (“pops up”). Der Blitz wird durch das Drücken einer Taste an der Vorderseite der Kamera manuell aktiviert und fährt daraufhin automatisch hoch, bereit für den Einsatz in dunkleren Umgebungen.
Die Leitzahl des Blitzes beträgt 14 (bei ISO 100 in Metern), was für eine typische Reichweite von zwei bis fünf Metern sorgt und somit ideal für Porträts oder kleine Gruppen ist. Eine gut sichtbare orangefarbene Leuchtanzeige neben dem Sucher signalisiert die Blitzbereitschaft, sobald der Kondensator aufgeladen ist.
Bei späteren Modellen ab 1985 wurde die Ladezeit des Blitzes spürbar verbessert. Für Nahaufnahmen im Bereich von 1,5 bis 2 Metern gibt es zudem eine spezielle Taste, mit der die Blende angepasst wird, um eine Überbelichtung zu vermeiden. Der Blitz wird durch zwei handelsübliche AA-Batterien (Amazon*) mit Strom versorgt.
Zusätzliche Funktionen
Obwohl die Konica POP auf das Wesentliche reduziert ist, bietet sie einige durchdachte Details. Sie verfügt über ein Stativgewinde an der Unterseite. Auch wenn die Kamera keine Langzeitbelichtungsfunktion oder einen Selbstauslöser besitzt, was den praktischen Nutzen des Gewindes etwas einschränkt, ermöglicht es dennoch eine stabile Positionierung.
Ein eher ungewöhnliches Designmerkmal ist der klappbare Filmrückspulhebel, der ebenfalls an der Unterseite der Kamera angebracht ist. Der Filmtransport erfolgt klassisch manuell über einen Daumenhebel an der Oberseite, was dem Fotografen ein taktiles Gefühl für den Filmverbrauch gibt.
Abmessungen und Gewicht
Mit ihren kompakten Abmessungen war die Konica POP eine ausgesprochen handliche Kamera, die sich leicht transportieren ließ. Die genauen Maße betragen 116 x 70 x 47 mm, und das Gewicht liegt ohne die benötigten Batterien bei federleichten 270 Gramm.
Filme für die Konica POP
Die Konica POP verwendet handelsüblichen 35-mm-Film (Amazon*) und unterstützt die drei gängigsten Filmempfindlichkeiten: ISO 100, 200 und 400. Ein entscheidender Punkt bei der Bedienung ist, dass die Kamera nicht über eine automatische DX-Code-Erkennung verfügt. Daher muss die Empfindlichkeit des eingelegten Films stets manuell über einen Wählschalter am Objektiv korrekt eingestellt werden, damit die Belichtungsmessung präzise arbeiten kann.
Die Wahl des richtigen Films ist für gute Ergebnisse von großer Bedeutung, da der Belichtungsspielraum durch die feste Verschlusszeit und die automatische Blendenwahl begrenzt ist. Für sonnige Tage und Aufnahmen im Freien mit viel Licht ist ein Film mit ISO 100 eine ausgezeichnete Wahl.
Bei bewölktem Himmel, in schattigen Umgebungen oder für Aufnahmen in Innenräumen mit Blitz sollte hingegen ein Film mit ISO 400 bevorzugt werden, um unterbelichtete Bilder zu vermeiden. Die Kamera ist für Standard-Filmrollen mit bis zu 36 Aufnahmen ausgelegt.
Technische Daten
| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| Kameratyp | Sucherkamera |
| Filmformat | 35mm / Kleinbild |
| Filmtransport | Manuell |
| Film-Transportmechanismus | Schnellspannhebel |
| Bildformat | 24 mm x 36 mm |
| Objektivbezeichnung | Hexanon 36 mm f/4 |
| Brennweite | 36 mm |
| Größte Blendenöffnung | f/4 |
| Kleinste Blendenöffnung | f/16 |
| Naheinstellgrenze | 150 cm / 4.92 ft |
| Fokus | Fest |
| Objektivaufbau | 4 Elemente in 4 Gruppen |
| Verschlusszeiten | 1/125 Sekunde |
| Datumseinbelichtung | Nein |
| Doppel- und/oder Mehrfachbelichtungsfunktion | Nein |
| Blitz | Integrierter Blitz |
| Reichweite des Blitzes | 2 bis 5 Meter / 6.56 bis 16.4 Fuß |
| Aufladezeit des Blitzes | circa 9 Sekunden |
| Stativgewinde | Ja |
| Kabelauslösergewinde | Nein |
| Selbstauslöser | Nein |
| Anschluss für Kameragurt | Ja |
| Stromversorgung | 2x AA-Batterien |
| Größe | 11,6 x 7 x 4,7 cm |
| Maße in Zoll | 4.57 x 2.76 x 1.85 zoll |
| Gewicht | 270 Gramm |
| Geschätzter Wert / Gebrauchtpreis | 52,61 Euro Schätzung basierend auf Gebrauchtpreisen von 93 Angeboten (ggf. mit unterschiedlichem Lieferumfang und/oder Zustand). Stand 18.5.2026 |
| Durchschnittlicher Gebrauchtpreis im Jahr 2025 | 51,14 Euro |