In einer Welt, die sich zunehmend in den digitalen Raum verlagert, sehnt man sich oft nach dem Gegenständlichen. Als Fotograf, der sich bewusst für den analogen Prozess entscheidet, kenne ich dieses Gefühl nur zu gut.
Wir wählen den Film, weil wir das Korn mögen, das haptische Feedback der Kamera schätzen und den bewussten Moment der Aufnahme suchen. Doch wie sieht es mit der Organisation um das Fotografieren herum aus?
Oft greifen wir hier paradoxerweise wieder zum Smartphone. Notizen, Belichtungszeiten oder To-Do-Listen landen in sterilen Apps. Auf der Suche nach einer Lösung, die dem Geist der analogen Fotografie eher entspricht, bin ich auf den Mini Reporter von MeePlus gestoßen.
In den vergangenen Wochen habe ich dieses Notizbuchsystem in der Ausführung Pueblo Leder Burgundy intensiv genutzt und möchte meine Erfahrungen teilen. Es ist ein Bericht über Haptik, Funktionalität und die kleine Freude an Dingen, die mit der Zeit reifen.
Der erste Eindruck und das Material
Sobald man den MeePlus Mini Reporter aus seinem Aufbewahrungsbeutel nimmt, fällt einem der Geruch auf. Es ist dieser intensive, angenehme Duft von echtem Leder, der sofort Assoziationen an alte Kamerataschen oder gut eingearbeitete Kameragurte weckt.
Meine Wahl fiel auf das Pueblo Leder in der Farbe Burgundy. Pueblo Leder ist bekannt für seine faszinierende Oberfläche. Neu wirkt es fast ein wenig rau, beinahe wie feines Papier oder Wildleder, doch man spürt sofort die Qualität, die darin steckt. Die Farbe Burgundy ist tief und satt, wirkt aber keinesfalls aufdringlich, sondern eher klassisch und zurückhaltend.
Die Verarbeitung wirkt auf den ersten Blick mehr als solide. Ich habe den Mini Reporter in der Konfiguration mit einem Ring Protector, einem elastischen Verschlussband und einem Kartenhalter getestet. Zusätzlich hat man die Möglichkeit mit einen Stifthalter anzubringen.
Man merkt schnell, dass es sich hier nicht um ein Industrieprodukt aus der Massenfertigung handelt. In einer Zeit, in der Gegenstände oft austauschbar und beliebig wirken, stellt der Mini Reporter einen angenehmen Kontrast dar.
Legt man sein Smartphone auf einen Tisch neben zwanzig andere Geräte, wird man seines kaum erkennen. Dieser Reporter hingegen besitzt Charakter. Das Leder wird sich verändern. Es wird eine Patina entwickeln, die von der Art und Weise erzählt, wie ich es benutze. Kratzer und Verfärbungen sind hier keine Mängel, sondern Spuren des Lebens. Gerade als Fotograf, der den Wert des Einzigartigen schätzt, finde ich diesen Aspekt ungemein wichtig.
Das Format und die Handhabung im Alltag
Der Name „Mini Reporter“ ist hier Programm. Das Format ist so gewählt, dass es bequem in eine normale Hosentasche passt. Das macht ihn zu einem ständigen Begleiter, der nicht erst umständlich in einem Rucksack gesucht werden muss. Dennoch ist beim Tragen in der Gesäßtasche Vorsicht geboten. Man sollte sich nicht unbedacht hinsetzen, da der Ringmechanismus aus Metall besteht und durch zu viel Druck Schaden nehmen oder sich verformen könnte.
Das Konzept unterscheidet sich grundlegend von einem herkömmlichen Notizbuch. Es handelt sich um einen Ringbinder, der nach oben aufgeklappt wird. Das erinnert stark an die klassischen Reporterblöcke aus vergangenen Zeiten.
Es hat etwas ungemein Befriedigendes, den Reporter aufzuklappen, den oberen Deckel nach hinten umzuschlagen und den Stift zu zücken. Man fühlt sich ein wenig wie ein Journalist in einem Film Noir, der gerade einem wichtigen Hinweis nachgeht. Dieses Gefühl, so trivial es klingen mag, ist im Alltag von großer Bedeutung.
Ich habe festgestellt, dass ich Gegenstände viel häufiger und lieber nutze, wenn sie mir Freude bereiten. Bei einer Notiz-App auf dem Smartphone hatte ich dieses Empfinden noch nie. Beim Mini Reporter hingegen suche ich fast schon nach Gelegenheiten, ihn aus der Tasche zu holen. Das führt unweigerlich dazu, dass man sich mehr Notizen macht, mehr Gedanken festhält und somit auch die eigene Kreativität fördert.
Ein interessantes Detail bei der Nutzung ist der obere Teil der Lederhülle. Wenn man schreibt, klappt man diesen meist nach oben weg. Er dient dabei nicht nur als Schutz für das Papier, sondern bietet während des Schreibens auch eine gewisse Privatsphäre, da er neugierige Blicke von vorne etwas abschirmt.
Papier und Schreibgefühl
MeePlus liefert den Mini Reporter mit eigenem Papier aus. Das mitgelieferte Papier ist ausgesprochen glatt und fühlt sich wertig an. Der Stift gleitet angenehm über die Oberfläche, ohne zu kratzen oder zu verlaufen. Allerdings gibt es hier einen Punkt, der für manche Nutzer eine Einschränkung darstellen könnte. Derzeit sind die Einlagen nur als Blankoseiten erhältlich. Für jemanden, der gerne frei skizziert oder schreibt, ist das kein Problem. Wer jedoch etwas mehr Struktur für seine Notizen benötigt, könnte hier Linien oder ein Dot-Grid-Raster vermissen. Gerade für ordentliche Listen wäre das eine sinnvolle Ergänzung.
Dennoch bietet das System durch die Ringmechanik eine enorme Flexibilität. Man ist nicht auf das Papier des Herstellers angewiesen. Mit einem entsprechenden Locher kann man jedes beliebige Papier nutzen. Das eröffnet Möglichkeiten, die weit über ein einfaches Notizbuch hinausgehen. So lassen sich beispielsweise wichtige Informationen für den Notfall oder spezifische Daten, die man in der Dunkelkammer benötigt, auf dickerem Papier ausdrucken, lochen und einheften.
In der Dunkelkammer ist Papier dem Smartphone ohnehin vorzuziehen, da es kein Licht emittiert, das den fotochemischen Prozess stören könnte, und unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist, sofern man nicht direkt Chemie darauf verschüttet.
Auch die Anzahl der Seiten ist für den täglichen Gebrauch absolut ausreichend. Man wird selten in die Verlegenheit kommen, alle Seiten an einem Tag vollzuschreiben. Viel wichtiger ist jedoch, dass der Stapel an Papier eine stabile Unterlage bildet. Selbst wenn man keinen Tisch zur Verfügung hat und im Stehen schreiben muss, bietet der Block genug Festigkeit für ein sauberes Schriftbild.
Organisation und Produktivität
Für mich hat sich der Mini Reporter als optimales Werkzeug für To-Do-Listen etabliert. Natürlich gibt es unzählige Apps für diesen Zweck, aber der physische Akt, eine erledigte Aufgabe mit einem Stift durchzustreichen, löst ein befriedigendes Gefühl aus, das sich digital einfach nicht abbilden lässt.
Der große Vorteil des Ringmechanismus liegt darin, dass die Anordnung der Seiten jederzeit veränderbar ist. Wenn eine bestimmte Liste aktuell wird, etwa die Planung für ein anstehendes Fotoshooting, kann ich diese Seite einfach nach ganz vorne heften.
Ist das Projekt abgeschlossen, entferne ich die Seite, archiviere sie oder werfe sie weg. So bleibt der Reporter immer aufgeräumt und enthält nur das, was momentan relevant ist. Er eignet sich hervorragend für Informationen mit einer begrenzten Wichtigkeit, die man schnell zur Hand haben muss, aber nicht für die Ewigkeit aufbewahren will.
Auch für flüchtige Gedanken ist das Format ideal. Man notiert Stichpunkte, Ideen oder Beobachtungen und kann diese später in Ruhe in ein größeres Journal oder Projektbuch übertragen. Es ist ein Zwischenspeicher für den Geist, der haptisch ansprechend verpackt ist.
Der Nutzen für den Fotografen
Speziell aus der Sicht eines Fotografen bietet der MeePlus Mini Reporter einige Vorteile gegenüber gebundenen Notizbüchern. Wer analog fotografiert, kennt die Situation: Man hat längere Pausen zwischen den Aufnahmen. Manchmal liegen Tage oder Wochen zwischen zwei Bildern auf demselben Film. Wenn man seine Belichtungsdaten dokumentieren möchte, steht man bei einem gebundenen Buch vor einem Dilemma. Sucht man sich die passenden Stellen mühsam zusammen? Oder lässt man pauschal mehrere Seiten frei, in der Hoffnung, dass der Platz reicht?
Beim Mini Reporter stellt sich diese Frage nicht. Man nimmt einfach eine neue Seite, notiert die Daten und heftet sie an die passende Stelle. Ist der Film voll belichtet, kann man die entsprechenden Notizseiten entnehmen und sie direkt zusammen mit den entwickelten Negativen archivieren. Das schafft eine Ordnung, die mit einem normalen Notizbuch nur schwer zu erreichen wäre.
Ein weiterer Aspekt ist das Netzwerken. Als Fotograf kommt man auf Hochzeiten, Veranstaltungen oder Vernissagen immer wieder mit neuen Menschen in Kontakt. Der Austausch von Kontaktdaten ist oft ein etwas holpriger Vorgang, wenn man versucht, diese direkt ins Smartphone einzutippen. Es wirkt unpersönlich und unterbricht das Gespräch.
Den Mini Reporter hingegen kann man einfach herüberreichen, vielleicht zusammen mit einem schönen Stift, und die Person bitten, ihre Daten aufzuschreiben. Das wirkt simpel, elegant und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Zudem bietet das System Platz für nützliche Hilfsmittel. In das Karten-Insert, das eigentlich für Kreditkarten gedacht ist, passt wunderbar eine Graukarte im Scheckkartenformat. So hat man immer eine Referenz für die Belichtungsmessung dabei, ohne zusätzliches Gepäck mit sich herumtragen zu müssen. Alternativ lassen sich dort natürlich auch eigene Visitenkarten verstauen, um sie bei Bedarf schnell griffbereit zu haben.
Kartenfach und Verschluss
MeePlus hat sich für den Verschluss des Reporters eine interessante Lösung einfallen lassen. Es handelt sich um ein elastisches Stretchband, das nicht fest mit dem Leder vernäht ist, sondern der an einer Plastikkarte befestigt ist und über die Ringmechanik im Inneren gehalten wird. Das ist insofern smart, als dass man völlig frei entscheiden kann, ob man einen Verschluss benötigt oder nicht.
Wer den Reporter lieber puristisch mag, lässt das Band einfach weg. Wer, wie ich, viel unterwegs ist und den Reporter oft in der Tasche trägt, wird die zusätzliche Sicherheit zu schätzen wissen. Das Band verhindert, dass sich der Reporter ungewollt öffnet und die Seiten verknicken. Zudem bietet es an öffentlichen Orten einen gewissen Schutz vor neugierigen Blicken, da es eine kleine Hürde darstellt.
Da es sich um ein Verschleißteil handelt, ist die Austauschbarkeit ein großer Pluspunkt. Ein Gummiband wird bei täglicher Nutzung über die Jahre hinweg zwangsläufig ausleiern. Da es nicht mit dem Leder verbunden ist, kann man es kostengünstig und ohne Werkzeug ersetzen. Allerdings gibt es auch einen kleinen Nachteil bei dieser Konstruktion.
Der Druck des Bandes wirkt immer auf dieselbe Stelle des Leders ein. Das Cover wird sich dadurch im Laufe der Zeit etwas biegen und an den Rändern leicht verformen. Das Leder gibt dem stetigen Zug nach. Für manche mag das ein Makel sein, für mich gehört es eher zum Charakter eines Gebrauchsgegenstandes, der sich meiner Nutzung anpasst.
Personalisierung und moderne Technik
Die Möglichkeit der Personalisierung beginnt schon bei der Bestellung. Neben der Wahl des Leders kann man auch die Gravur auf dem Rücken bestimmen. Das macht jeden Mini Reporter zu einem Unikat.
Im Inneren lässt sich der analoge Charme mit moderner Technik verbinden. Das Karten-Insert eignet sich nämlich nicht nur für Visitenkarten oder Kreditkarten. Da Tracker wie der Apple AirTag oder ähnliche Geräte mittlerweile auch in Kreditkartenform erhältlich sind, lassen sich diese perfekt dort verstauen.
Sollte man seinen wertvollen Notizhalter einmal liegen lassen, kann man ihn so über das “Wo ist?”-Netzwerk wiederfinden. Es ist eine diskrete Art, moderne Sicherheit in ein klassisches Produkt zu integrieren, ohne die Ästhetik zu stören.
Wer es persönlicher mag, kann auch Fotos lochen und im Reporter abheften. Ein Bild der Liebsten oder ein kleiner Abzug eines besonders gelungenen Fotos hat so immer seinen Platz und macht das Aufschlagen des Büchleins jedes Mal zu einer kleinen Freude. Auch die Unterteilung mit Deckblättern ist möglich, um beispielsweise private Notizen von geschäftlichen zu trennen. Die Flexibilität des Ringbinders ist hier seine größte Stärke.
Verpackung und Lieferumfang
Geliefert wird der MeePlus Mini Reporter in einer schönen Verpackung, inklusive eines Aufbewahrungsbeutels. Das unterstreicht den wertigen Anspruch des Produkts. Allerdings hätte ich mir hier noch ein gedrucktes Begleitschreiben gewünscht. Ein kleines Kärtchen mit Hintergrundinformationen zur Marke MeePlus, zur Herkunft des Leders oder Tipps zur Pflege wäre eine wunderbare Ergänzung gewesen.
Gerade wenn man plant, den Reporter zu verschenken, wirkt ein solches Beilegetext immer sehr hochwertig und erklärt dem Beschenkten, was er da eigentlich in den Händen hält. So bleibt das Erlebnis des Auspackens zwar positiv, aber es fehlt das letzte i-Tüpfelchen an Information und Storytelling seitens des Herstellers.
Fazit
Der MeePlus Mini Reporter ist mehr als nur ein Notizbuch. Er ist ein Statement für Entschleunigung und bewusste Organisation. Natürlich könnte man seine Notizen auch auf einem einfachen Block für einen Euro machen. Die Funktion wäre die gleiche. Aber dabei fehlt das “Excitement”, die Begeisterung, die eben nur ein mit Sorgfalt gefertigtes Produkt aus hochwertigen Materialien liefern kann. Die Nutzung des Mini Reporters bereitet Freude, und genau das motiviert dazu, ihn auch wirklich zu benutzen.
Er ist sicher nicht für das Schreiben von Romanen gedacht, aber als System für kurze Informationen, To-Do-Listen und fotografische Notizen ist er hervorragend geeignet.
Die Kombination aus klassischem Design, hochwertigem Pueblo Leder und der Flexibilität der Ringmechanik macht ihn zu einem Werkzeug, das man nicht mehr missen möchte. Die kleinen Schwächen, wie die fehlenden Lineaturen beim Papier oder die mögliche Verformung durch das Verschlussband, fallen angesichts des Gesamterlebnisses kaum ins Gewicht.
Es ist ein Produkt, das mit der Zeit nicht schlechter, sondern durch die entstehende Patina schöner und persönlicher wird. Für einen Fotografen, der das Haptische liebt, ist der MeePlus Mini Reporter eine klare Empfehlung. Er bringt ein Stück der analogen Seele in den oft so hektischen Alltag zurück.
Kaufen kann man den MeePlus Mini Reporter über die Website. MeePlus sitzt in Hong Kong und verschickt auch international.




















