Die Kodak M38 soll eine einfache analoge Kamera für das Festhalten von Momenten sein. Ob sie dies einhalten kann und sich der Kauf lohnt – in diesem Testbericht zur Kleinbildkamera von Kodak.
Infos zur Kodak M38
Die Kodak M38 wurde 2021 vorgestellt und wird unter dem Markennamen Kodak vertrieben, für den die Sino Promise Group Limited eine Lizenz erworben hat. Hergestellt wird die Kamera in einer Fabrik in China.
Das Gehäuse der M38 besteht vollständig aus Kunststoff, was sie mit einem Gewicht von nur etwa 116,5 Gramm (ohne Batterie und Film) sehr leicht macht. Ihre kompakten Abmessungen betragen ungefähr 114 x 63 x 35 Millimeter.
Die Kamera ist in einer breiten Palette von Farben erhältlich, darunter klassische Töne wie Schwarz und Weiß sowie auffälligere Varianten wie Gelb, Rot, Blau, Lavendel und Grapefruit.
Im Lieferumfang sind in der Regel eine einfache Handschlaufe und eine Bedienungsanleitung enthalten, während der Film und die für den Blitz benötigte AAA-Batterie (Amazon*) separat erworben werden müssen. Die Handschlaufe kann leider nicht entfernt werden.
Für diesen Test haben ich ein Kodak Color Plus 200 genutzt. Der Film war zum Zeitpunkt der Aufnahme schon einige Jahre abgelaufen, was sich natürlich auf die Bilder etwas auswirkt. Man kann natürlich auch Filme von anderen Herstellern mit der Kodak M38 nutzen.
Funktionen und Bedienung
Die Bedienung der Kodak M38 ist bewusst einfach gehalten und erinnert an die von Einwegkameras – Motiv anvisieren und auslösen.
Die Kamera ist mit einem Weitwinkelobjektiv mit einer festen Brennweite von 31 mm ausgestattet, das sich gut für alltägliche Schnappschüsse, Landschaftsaufnahmen und Gruppenfotos eignet. Die Blende ist auf f/10 und die Verschlusszeit auf 1/120 Sekunde fixiert, woraus sich eine feste Belichtungseinstellung ergibt.
Eine manuelle Steuerung der Belichtung ist nicht möglich, da die Kamera über keinen integrierten Belichtungsmesser verfügt.
Der Fokus ist ebenfalls fest eingestellt (“Fixed-Focus”), was bedeutet, dass ein großer Schärfebereich abgedeckt wird. Für scharfe Bilder wird ein Mindestabstand zum Motiv von etwa einem Meter empfohlen.
Die einzige manuelle Einstellmöglichkeit bietet der eingebaute Blitz, der über einen Schieberegler an der Vorderseite aktiviert wird. Eine rote LED an der Oberseite signalisiert die Blitzbereitschaft. Der Blitz wird durch eine einzelne AAA-Batterie betrieben; ohne diese ist die Kamera weiterhin funktionsfähig, jedoch ohne Blitz.
Da die Kamera über keine Belichtungsautomatik verfügt, kann es hilfreich sein, eine Belichtungsmesser-App auf dem Smartphone zu nutzen. Damit lässt sich prüfen, ob die Lichtverhältnisse für die fixen Einstellungen der Kamera und die Empfindlichkeit des eingelegten Films ausreichen.
Der Sucher ist, wie bei einfachen Kameras üblich, nicht mit dem Objektiv verbunden und gibt daher nur einen ungefähren Bildausschnitt wieder.
Der Filmtransport erfolgt komplett manuell. Nach jeder Aufnahme muss der Film mit einem Daumenrad weitergespult werden, und ein Zählwerk zeigt die Anzahl der bereits belichteten Bilder an. Ist der Film voll, wird er über einen Knopf an der Unterseite und eine Kurbel an der Oberseite manuell in die Patrone zurückgespult.
Fazit
Ob die Kodak M38 eine gute Wahl ist, hängt stark von den eigenen Ansprüchen ab.
Für Einsteiger in die analoge Fotografie ist die Kamera dank ihrer unkomplizierten Handhabung eine klare Empfehlung. Sie ist einfach online oder im Fachhandel erhältlich, und nach dem Einlegen eines passenden Films kann man sofort loslegen. Man muss sich keine Gedanken über die Funktionsfähigkeit einer gebrauchten Kamera oder die Verfügbarkeit passender Batterien machen.
Unkompliziertes Fotografieren im Stil von Einwegkameras
Das Hauptmerkmal der M38 ist die Einfachheit, die an Einwegkameras erinnert. Der entscheidende Vorteil liegt jedoch in ihrer Wiederverwendbarkeit und der freien Wahl des Filmmaterials. Sie ist ein guter Begleiter für Urlaube, Partys oder Hochzeiten. Momente, die man einfach schnell festhalten will und bei denen die Bildqualität weniger eine Rolle spielt.
Eingeschränkte kreative Entfaltung
Für Fotografen, die kreative Kontrolle suchen, ist die M38 weniger geeignet. Die Kamera verfügt über feste Belichtungseinstellungen und bietet kaum manuelle Eingriffsmöglichkeiten. Aus diesem Grund wird sie für ambitionierte Fotografen wahrscheinlich keine dauerhafte Ergänzung der Ausrüstung darstellen.
Alternativen zur Kodak M38
Die RETO Ultra Wide and Slim ist noch kompakter und verfügt über ein stärkeres Weitwinkelobjektiv. Sie verfügt aber nicht über einen Blitz.
Etwas teuer sind die Lomography-Kameras (z. B. La Sardina, LomoApparat). Mit einem etwas höheren Budget bieten diese Modelle mehr kreative Funktionen wie Farbfilter für den Blitz, Langzeitbelichtungen oder die Möglichkeit zu Doppelbelichtungen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kodak M38 ideal für alle ist, die unkompliziert und ohne Vorkenntnisse in die Welt der analogen Fotografie eintauchen möchten. Wer jedoch nach mehr kreativem Spielraum sucht, sollte sich die genannten Alternativen genauer ansehen.
Filmempfehlungen für die Kodak M38
Grundsätzlich ist die Kodak M38 mit jedem Kleinbildfilm kompatibel. Für Einsteiger in die analoge Fotografie und Erstbesitzer der Kamera empfiehlt sich jedoch ein Farbnegativfilm, um unkompliziert ansprechende Ergebnisse zu erzielen.
Filmempfindlichkeit: ISO 400 als Allrounder
Bei der Wahl der Filmempfindlichkeit, die angibt, wie viel Licht für eine korrekte Belichtung benötigt wird, ist ein Film mit ISO 400 eine gute Wahl. Analoge Farbnegativfilme sind bekannt für ihren großen Belichtungsspielraum. Das bedeutet, sie verzeihen auch mal eine Über- oder Unterbelichtung und liefern dennoch brauchbare Bilder. Dies ist besonders bei einer Kamera mit festen Belichtungseinstellungen wie der M38 von Vorteil, da hier zwangsläufig nicht jedes Foto perfekt belichtet sein wird.
Farbfilm-Empfehlungen
Ein solider und weit verbreiteter Farbfilm ist der Kodak Ultramax 400 (Amazon*). Er liefert ansprechende, farbenfrohe Fotos und kann unkompliziert in jedem Drogeriemarkt oder Fotolabor zur Entwicklung im gängigen C-41-Prozess abgegeben werden. Dieser Film eignet sich für eine Vielzahl von Aufnahmesituationen, egal ob drinnen oder draußen.
Als Alternative bei sonnigen Bedingungen bietet sich der Kodak Gold 200 (Amazon*) an. Wie der Name schon andeutet, zeichnet sich dieser Film durch eine warme Farbwiedergabe aus.
Für Liebhaber von Schwarzweiß-Fotografie
Wer lieber in Schwarzweiß fotografiert, trifft mit dem Ilford XP2 Super (Amazon*) eine ausgezeichnete Wahl. Dieser Schwarzweißfilm besitzt ebenfalls eine Empfindlichkeit von ISO 400 und hat den großen Vorteil, dass er im selben C-41-Prozess wie Farbnegativfilme entwickelt wird. Da dieser Prozess von den meisten Fotolaboren standardmäßig und oft günstiger als die traditionelle Schwarzweiß-Entwicklung angeboten wird, ist die Entwicklung entsprechend unkompliziert.
Kodak M38 kaufen
Die Kodak M38 kann man einfach online kaufen. Sie ist zum Beispiel öfters bei Amazon im Angebot.























